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26.05.2017 - 11:34
Foto: Bergrettung Mittersill/Jürgen Krizan

Seil fror an Eiswand ein: Kletterer saßen fest!

31.12.2016, 10:05

Dramatischer Zwischenfall bei einer Eisklettertour im hinteren Amertal im Salzburger Mittersill: Bei minus zehn Grad fror zwei erfahrenen Kletterfreunden kurz vor dem Ziel ihr Seil ein.

Ein Tiroler (31) aus Innsbruck und sein Freund (24) aus Goldegg waren am Donnerstag bei herrlichem Wetter mit dem Auto bis zum Felbertauern Nordportal gefahren. Dort parkten sie und marschierten dann zu Fuß zum rechten Ödalmfall. Der vereiste Wasserfall ist im Winter eine beliebte Route für Kletterer und unter den Profis weithin bekannt. Die Männer, die beide in ihren Heimatorten selbst bei der Bergrettung tätig sind, bewältigten den Eiswasserfall bei herrlichem Sonnenschein in wenigen Stunden.

Unten angekommen beschlossen sie - da sie noch genug Zeit hatten und das Wetter hielt - den Wasserfall noch einmal zu erklettern. Da beide Männer topfit sind, war das von der körperlichen Anstrengung her auch kein Problem für sie.

Freunde riefen per Handy Hilfe

Doch am Rückweg Richtung Boden kam es schließlich zu dem gefährlichen Zwischenfall. Knapp 30 Meter über dem rettenden Grund fror das Seil der beiden an der Eiswand ein. Die beiden versuchten alles, um das Seil wieder los zu bekommen. Das wollte ihnen bei den eisigen Temperaturen auch mit Hilfe eines Pickels nicht gelingen. Die zwei Freunde mussten einsehen, dass sie von selbst nicht mehr weiterkommen.

Foto: Bergrettung Mittersill/Jürgen Krizan

Als auch noch die Dunkelheit einsetzte, riefen die beiden trainierten Bergretter schließlich per Handy die Bergrettung um Hilfe. "Wir haben unsere Ausrüstung zusammengepackt und sind so schnell wie möglich zum Felbertauerntunnel- Nordportal gefahren. Von dort ging es zu Fuß zum Eiswasserfall", schildert Martin Islitzer, Ortsstellenleiter der Bergrettung in Mittersill. Mit großen Scheinwerfern leuchteten die Helfer das Gebiet aus.

Helfer ist ebenfalls ein Kletterprofi

"Wir haben unseren erfahrensten Eiskletterer hochgeschickt. Wir sicherten ihn am Seil und er hatte ein zweites Seil für die beiden Männer mit", berichtet Islitzer weiter. Mit dem neuen Seil konnten der Tiroler und der Goldegger schließlich selbstständig aus den 30 Metern Höhe zurück auf den Boden klettern.

Die Freunde bedankten sich sehr herzlich. Sie blieben unverletzt, zitterten aber ob der Kälte doch ein bisschen. Die Helfer begleiteten die beiden noch bis zu ihrem Auto. Die Männer fuhren dann nach Hause.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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