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01.10.2016 - 14:18
Bürgermeister Paes mit der olympischen Fackel
Foto: AFP or licensors

Rio: Bürgermeister bittet Leute, daheim zu bleiben

05.08.2016, 15:46

Kurz vor Beginn der Sommerspiele in Rio hat Bürgermeister Eduardo Paes alle Einwohner der Millionenmetropole aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Auf diese Weise würden unnötige Staus vermieden, sagte Paes am Donnerstag auf einer Pressekonferenz: "Morgen werden alle Athleten und Journalisten zur Eröffnungsfeier kommen. Die Carioca (Rios Einwohner) sollten daheimbleiben oder in der Nähe ihrer Wohnung".

Er empfahl, während der gesamten Spiele ähnlich zu verfahren. Die kommenden Tage würden "verwirrend und fröhlich", sagte Paes weiter. Für die Stadt als Austragungsort der Sommerspiele seien sie sehr "wichtig". Rios Einwohner sollten deshalb stets dafür sorgen, dass die Athleten "die jeweiligen Austragungsorte ungehindert erreichen".

Mit keinem Wort ging der Bürgermeister auf die für Freitag geplanten Proteste vor dem Maracana- Stadion ein, dem Ort der Eröffnungsfeier. An der Kundgebung gegen den konservativen Übergangspräsident Michel Temer wollten tausende Anhänger seiner Vorgängerin Dilma Rousseff teilnehmen. Temer selbst hatte bereits halb scherzhaft gesagt, er sei auf Pfiffe und Buhrufe während seiner kurzen Eröffnungsansprache vorbereitet.

War es ein Putsch?

Rousseff wurde Anfang Mai vom Parlament in einem umstrittenen Verfahren vorläufig ihres Amtes enthoben. Ihr wird vorgeworfen, Haushaltszahlen geschönt zu haben, um vor der Präsidentschaftswahl 2014 ihre Chancen zu verbessern. Sie selbst spricht von einem "Putsch". Obwohl Rousseff und vor allem ihr Vorgänger Inacio Lula da Silva eine Schlüsselrolle beim Zustandekommen der Olympischen Spiele in Rio spielten, wollten sie die Eröffnungsfeier boykottieren.

Vor zwei Jahren war auch Rousseff bei der Eröffnung der Fußball- WM in Sao Paulo ausgepfiffen und beschimpft worden. Sie musste daraufhin auf ihre Ansprache verzichten. Grund für den Unmut der Menschen waren damals die Milliarden- Investitionen für die Spiele, während in vielen Teilen des Landes Armut herrschte.

Korruptionsskandal

Inzwischen herrscht in Brasilien Rezession, und praktisch die gesamte Elite des Landes ist in einen Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras verwickelt. Für zusätzlichen Ärger sorgen massive Einschnitte der Regierung Temer bei einigen Sozialprogrammen. In einer Umfrage der vergangenen Woche vertraten 60 Prozent der Brasilianer die Auffassung, dass die Olympischen Spiele dem Land "mehr schaden als nutzen".

05.08.2016, 15:46
AG/red
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