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23.05.2017 - 07:48
Der Verdächtige stürmte vor diesem Hotel in Mödling auf die Beamten los.
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET, Reinhard Holl

Polizisten mit Messer angegriffen: Einweisung

14.12.2016, 17:45

Mit einer Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher ist am Mittwoch in Wiener Neustadt der Prozess gegen einen 40- Jährigen zu Ende gegangen, der Anfang September vor einem Hotel in Mödling mit einem Messer auf Polizisten losgegangen war. Der Angeklagte leidet laut Gutachten an paranoider Schizophrenie, hört Stimmen und Geräusche und fühlt sich von der CIA verfolgt. Er war zur Tatzeit nicht zurechnungsfähig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der englischsprachige Betroffene wurde in einem Inselstaat des australischen Kontinents geboren, ist österreichischer Staatsbürger und wohnte zuletzt - wie seine Mutter - in Österreich. Zuvor hatte er einige Jahre in London verbracht, wo auch seine Schwester lebt.

"I want to kill somebody"

Vor der Tat hatte sich der Angeklagte in Mödling ein Hotelzimmer gemietet und setzte sich in der Nacht auf den 1. September mit einem 23,5 Zentimeter langen Küchenmesser an die Bar. Auf die Frage des Barkeepers, was er damit vorhabe, antwortete er: "I want to kill somebody." Der Hotelmitarbeiter rief daraufhin die Polizei, die gegen 0.30 Uhr bei der Herberge eintraf.

Der Betroffene ging daraufhin mit gezücktem Messer auf die beiden Polizisten zu. Trotz Aufforderung, das Messer wegzulegen, näherte er sich einem Beamten bis auf eineinhalb Meter, woraufhin der Polizist "in Notwehr" einen Schuss abgab, wie der Staatsanwalt sagte.  Der 40- Jährige lag nach dem Bauchschuss mehrere Tage lang im Koma, vor dem Prozess befand er sich in vorläufiger Anhaltung.

"CIA ist hinter mir her"

"Ich habe den Eindruck, dass die CIA hinter mir her ist und meine Gedanken liest", sagte der Betroffene. Der Mann hat Selbstmordversuche hinter sich, in der Nacht auf den 1. September wollte er den Angaben seines Verteidigers zufolge "Suicide by cop" begehen. "Ich dachte, der beste Weg, mich umzubringen, sei, die Polizei dazu zu bringen, mich zu erschießen", sagte der 40- Jährige. Der Verteidiger legte am Mittwoch einen von seinem Mandanten verfassten Abschiedsbrief auf Englisch mit dem Wortlaut vor: "Ich liebe euch alle. Ich kann meine psychologischen Probleme nicht mehr ertragen. Auf Wiedersehen."

Die Sachverständige Sigrun Roßmanith stufte den 40- Jährigen als nicht zurechnungsfähig und höhergradig abnorm ein. "Er hört Stimmen und Geräusche. Er fühlt sich von Satelliten überwacht und hat das Gefühl der Fernlenkung", sagte die Gutachterin. Der Verteidiger meldete nach Verkündung des Urteils Nichtigkeitsbeschwerde an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

Redaktion
krone.at
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