Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
05.12.2016 - 18:15
Foto: APA/Georg Hochmuth (Symbolbild)

Polizist ließ Schwiegermutter illegal einweisen

04.11.2016, 17:02

Ein Vorarlberger Polizist ist am Freitag am Landesgericht Feldkirch wegen Amtsmissbrauchs zu sechs Monaten bedingter Haft und 16.200 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, seine Schwiegermutter nach den Weihnachtsfeiertagen 2015 unter Mithilfe des Stadtarztes ohne vorherige Untersuchung in die Psychiatrie einweisen lassen zu haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das Verfahren gegen den Arzt, der ebenfalls wegen Amtsmissbrauchs angeklagt war, wurde gegen eine Diversion von 10.000 Euro und 1000 Euro Teilschmerzensgeld für die Frau fallen gelassen. Er gilt also weiterhin als nicht vorbestraft. Die Gewährung der Diversion erklärte das Gericht damit, dass der Stadtarzt, obwohl er sich rechtlich als nicht schuldig bekannt hatte, vor Gericht sein Fehlverhalten einsah.

Schwiegermutter drohte mit Selbstmord

Laut Anklage eskalierte kurz nach Weihnachten ein Streit innerhalb der Familie, angeblich terrorisierte die Frau die Familienmitglieder und drohte auch mit Selbstmord. Er habe seine Schwiegermutter aus Angst einweisen lassen wollen, rechtfertigte sich der Mann vor Gericht. Dem Stadtarzt habe er deshalb die Turbulenzen rund um die Feiertage geschildert und auch bereits angedeutet, die Mutter seiner Lebensgefährtin wolle sich umbringen.

Behandelnder Arzt schickte Frau wieder nach Hause

Der Stadtarzt war mit der sofortigen Verbringung in die Psychiatrie einverstanden und verzichtete auf eine persönliche Untersuchung der Patientin. Stattdessen stützte er sich in seinem Urteil allein auf die Schilderungen des Beamten und stellte die für die Einweisung nötigen Papiere aus. Die vorläufige Diagnose lautete auf ausgeprägte Stimmungsschwankungen. Der behandelnde Arzt im Landeskrankenhaus Rankweil schickte die Frau allerdings wieder nach Hause, offenbar war keine Selbst- oder Fremdgefährdung erkennbar.

Polizist stritt alle Vorwürfe ab

Nach dem Unterbringungsgesetz ist eine persönliche Untersuchung des Betroffenen vorgeschrieben. Das allerdings ignorierten beide Beschuldigten, so das Gericht. Während der Arzt sein Fehlverhalten bedauerte, stritt der Polizist vor Gericht alle Vorwürfe ab. Ihm sei es um das Wohl seiner drei Kinder gegangen, er habe aber den Arzt nie zu einer Einweisung anstiften wollen. Diesen an sich guten Vorsatz erkannte die Richterin zwar an, sie erklärte aber auch, dass der Schutz der Familie nicht mit rechtswidrigen Mitteln erreicht werden dürfe. Das Urteil gegen den Polizisten ist nicht rechtskräftig.

04.11.2016, 17:02
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum