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11.12.2016 - 10:11
Foto: APA/BOTANISCHER GARTEN GRAZ/DR. URSULA BROSCH

"Poison Ivy" blüht in Graz: Zwei Kinder verletzt

01.06.2016, 10:32

In Graz ist zum ersten Mal in Österreich der Kletternde Giftsumach entdeckt worden. Die Behörden sind alarmiert, denn die unter dem Namen "Poison Ivy" bekannte Pflanze ist hochgiftig und kann schwerer allergische Reaktionen mit Hautausschlägen hervorrufen. Zwei Kinder, die mit der Pflanze in Kontakt kamen, leiden bereits darunter. Nun soll der Giftstrauch entfernt werden - doch gerade das stellt die Behörden vor einige Probleme...

"Poison Ivy" ist nicht nur die aus den Batman- Comics bekannte, verführerische Bösewichtin - auch Toxicodendron radicans ist unter diesem Namen bekannt. Der Giftefeu wurde nun erstmals in Graz auf einem Privatgrundstück entdeckt. Ein Familienvater informierte die Behörden, weil seine Kinder an schwere Hautreaktionen litten.

Hochgiftig: "Poison Ivy" wächst nun auch in Graz.
Foto: Wikipedia/H. Zell

"Österreichweit war das Vorkommen dieser Pflanze bisher unbekannt. In Graz handelt es sich um einen lokal sehr gut begrenzten Bereich, der bereits gesichert wurde", kommentierte Wolfgang Hübel, Sicherheitsmanager der Stadt Graz, die eingeleiteten Sofortmaßnahmen.

Hartnäcktige Pflanze verursacht Rötungen und Blasen

Denn wie auch im Batman- Comic lässt sich "Poison Ivy" nicht so einfach bekämpfen. Verbrennen ist nur sehr schwer möglich, denn auch der Ruß wäre hochgiftig. Daher wird nun nach einem speziellen Hochtemperatur- Ofen gesucht. Bei Berührung mit dem Harz der Pflanze bilden sich Rötungen und Blasen auf der Haut, es kann sogar zu Atemlähmungen kommen.

Die Zivilschutzabteilung der Stadt bemüht sich nun, eine weitere Ausbreitung zu verhindern: "Unsere Mitarbeiter werden mit Schutzanzügen die Pflanzen samt Erdreich ausgraben und entsorgen", betonte Hübel. Welche Entsorgungsart gewählt wird, wird noch diskutiert: Aus Sicht von Christian Berg, Leiter des Botanischen Gartens der Universität Graz, sollte es reichen, wenn die Pflanzen eingegraben werden und im Erdreich verrotten.

Weitere Standorte nicht ausgeschlossen

Derzeit könne nicht ausgeschlossen werden, dass es noch mehr Standorte in Graz und dem Grazer Umland gibt. Vor allem weil man nicht weiß, wie und wann die Pflanze eingeschleppt wurde. "Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist Nordamerika, wo sie in Laubwäldern wächst. Wie man sieht, gedeiht sie auch in Graz sehr gut", so Botaniker Berg.

Laut Hübel hat es bei den bisherigen Begehungen jedoch keine weiteren Funde gegeben. Zur Sicherheit wurde jedenfalls das Grazer Zivilschutz- Programm hochgefahren, Gesundheitsamt, Ambulanzen, Dermatologen und die wichtigsten Pflanzenkenner der Stadt wurden informiert.

01.06.2016, 10:32
mbr, krone.at/AG
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