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19.01.2017 - 18:21
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH, thinkstockphotos.de, krone.at-Grafik

Opus- Dei- Chef Javier Echevarria ist tot

13.12.2016, 07:55

Der Chef der einflussreichen konservativen katholischen Laienbewegung Opus Dei, Bischof Javier Echevarria, ist tot. Der Prälat des in Rom ansässigen "Werk Gottes" starb am Montagabend an den Folgen einer Lungenentzündung, wie der Pressesprecher von Opus Dei Deutschland, Hartwig Bouillon, mitteilte. Der 1932 in Madrid geborene Echevarria wurde 84 Jahre alt.

Die Priester- und Laienorganisation Opus Dei ("Werk Gottes") gilt als eine der einflussreichsten und konservativsten Gruppierungen in der katholischen Kirche. Sie soll das Verlangen der Mitglieder nach "christlicher Vollkommenheit" fördern. Gegründet im Jahr 1928 vom spanischen Priester Josemaria Escriva (1902- 1975), gehören der Gruppe rund 80.000 Mitglieder in 80 Ländern an.

350 Opus- Dei- Mitglieder in Österreich

Prominentestes Mitglied des Opus Dei in Österreich ist der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng. Er war vor seiner Bischofsweihe in Vorarlberg im Jahr 1989 Chef von Opus Dei in Österreich, wo der Orden seit 1957 aktiv ist. Er zählt 350 Mitglieder in Österreich, die Zahl der Sympathisanten wird mit 1000 angegeben. Regionalvikar für Österreich ist der frühere Wirtschaftsberater Ludwig Juza.

St. Pöltens Diözesanbischof Klaus Küng
Foto: Diözese St. Pölten

Ziel des Opus Dei ist die "Heiligung des Alltags": Die Mitglieder sollen ihr Leben und ihre Arbeit ganz in den Dienst Gottes stellen sowie Gesellschaft und Staat "christianisieren". Außerdem gibt es strenge Gehorsams- und Bußregeln für die Mitglieder. "Wir haben den Ehrgeiz, die Institutionen der Völker, der Wissenschaft, der Kultur, Zivilisation, Politik, Kunst und sozialen Beziehungen zu heiligen und zu christianisieren", heißt es in einer Opus- Dei- Zeitschrift.

Oft als düsterer Geheimbund dargestellt

Weltweit in die Schlagzeilen geriet das "Werk Gottes" durch die Verfilmung des Kirchenkrimis "The Da Vinci Code", in dem ihn US- Autor Dan Brown als düsteren Geheimbund darstellte. Sprecher des Opus Dei mussten sich schon zuvor immer wieder gegen Kritik verteidigen, man versuche wie ein "Geheimbund", Mitglieder systematisch in Schaltstellen der Gesellschaft einzuschleusen.

Foto: WILLIAM WEST/AFP/picturedesk.com

Auch Bischöfe und Kardinäle gehören Opus Dei an oder sympathisieren mit der Organisation, die vor allem von Papst Johannes Paul II. (1978- 2005) gefördert wurde. Er machte mit Joaquin Navarro- Valls einen Opus- Dei- Mann zum Vatikan- Sprecher und ließ Opus- Dei- Gründer Escriva im Jahr 2002 im Schnellverfahren heiligsprechen. Escrivas Nachfolger als Opus- Dei- Chef, Bischof Alvaro del Portillo y Diez de Sollano (1914- 1994) wurde im Jahr 2014 unter Papst Franziskus seliggesprochen.

Das Werk betreibt mehrere Universitäten und andere Bildungsstätten, vor allem in Spanien, wo die meisten Mitglieder leben. Auch manche Zeitungen und Rundfunkanstalten gelten als an Opus Dei orientiert.

Foto: EPA

Allerdings geriet die Organisation auch in den Strudel der "Vatileaks"- Ermittlungen. So wurde der Opus- Dei- Priester Lucio Vallejo Balda im zweiten "Vatileaks"- Prozess im heurigen April zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt, weil er Vatikan- Gelder veruntreut haben soll.

Vor allem in den 1980er- Jahren hatte die Organisation Negativschlagzeilen gemacht: Ehemalige Mitglieder berichteten von fragwürdigen und sektenähnlichen Bekehrungsversuchen, vor allem bei jungen Leuten. Kritiker werfen Opus Dei vor, es arbeite der Öffnung der Kirche nach dem zweiten Vatikanischen Konzil entgegen.

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