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06.12.2016 - 20:39
Foto: AP, krone.at-Grafik (Symbolbild)

"Mit USA verbündeter Rebell hielt mich als Geisel"

03.09.2016, 18:34

Ein 2014 in Syrien gekidnappter und gefolterter britischer Journalist hat offenbar seinen Peiniger auf einem Video im Internet wiedererkannt. Die Aufnahmen zeigen einen von den USA unterstützten Rebellenkämpfer. Anthony Loyd schrieb am Samstag in der britischen "Times", er sei "einigermaßen überrascht" gewesen, "das Gesicht des jüngsten Verbündeten Amerikas" im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat in Syrien zu sehen.

Loyd war 2014 gemeinsam mit dem Fotografen Jack Hill von Rebellen verschleppt worden, als beide nach einem Reportereinsatz in Syrien zurück in die Türkei wollten. Während der Gefangenschaft wurde Loyd zweimal ins Bein geschossen, beide Männer wurden nach gescheiterten Fluchtversuchen zudem brutal geschlagen. Die beiden Journalisten kamen schließlich auf Anordnung eines örtlichen Rebellenkommandos frei.

"Schoss mir aus nächster Nähe in den linken Knöchel"

Auf Facebook entdeckte Loyd nun laut eigenen Angaben Videoaufnahmen, die seinen Peiniger Hakim Abu Jamal zeigen. Darin hantiert er mit einer Kalaschnikow und feiert den Sieg einer von den USA unterstützten Rebellengruppe in der syrischen Grenzstadt Al- Rai. "Es war das Gesicht eines Mannes, den ich zuletzt im Mai 2014 gesehen habe, als er sich vorbeugte, um mir aus nächster Nähe zweimal in den linken Knöchel zu schießen", schrieb Loyd. Um ihn herum hätten Schaulustige zugesehen.

Er sei von seinem Peiniger als "CIA- Spion" beschimpft worden, so Loyd mit Blick auf den US- Geheimdienst. "Nun scheint es so, als arbeite er selbst mit ihnen zusammen." Die US- Armee reagierte demnach in den vergangenen Tagen nicht auf eine Anfrage der "Times", wie es sein könne, dass "so ein bekannter Kidnapper mit Verbindungen zu Extremisten die US- Sicherheitschecks besteht".

Türkisches Militär unterstützt nun Rebellen im Kampf gegen IS

Die Grenzstadt Al- Rai war in der Vergangenheit auch vom IS als Durchgangspunkt benutzt worden, Mitte August jedoch eroberten syrische Rebellen sie zurück. Wenige Tage später eroberten diese Rebellen Jarablus vom IS zurück und schritten anschließend zügig voran. Unterstützt wurden sie vom türkischen Militär sowie von Luftangriffen der US- geführten Militärkoalition gegen den IS. Am Samstag rollten türkischen Staatsmedien zufolge erneut mindestens 20 türkische Panzer sowie Truppentransporter über die Grenze nach Al- Rai.

Die Türkei hatte in der vergangenen Woche in Nordsyrien die Offensive "Schutzschild Euphrat" begonnen, die sich vor allem gegen die dort kämpfenden Kurden richtet. Die Regierung in Ankara will einen 90- Kilometer- Korridor schaffen, in dem weder der IS noch die Kurden das Sagen haben. Die Offensive der Türkei hat im Westen - allen voran in den USA - Besorgnis ausgelöst. Die Kurden- Miliz YPG ist ein Verbündeter der USA im Kampf gegen den IS. Die türkische Regierung befürchtet dagegen ein Erstarken der Kurden auch im eigenen Land.

Ein türkischer Panzer in Syrien
Foto: AP

03.09.2016, 18:34
AG/red
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