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09.12.2016 - 17:11
Foto: APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ

Milik schießt Polen zu ihrem allerersten EM- Sieg!

12.06.2016, 19:50

Ein ganzes Land atmet auf, dank Arkadiusz Milik - erstmals überhaupt hat Polens Fußball- Nationalmannschaft bei einer EM- Endrunde einen Sieg gefeiert! Die Polen setzten sich im ersten Match der Gruppe C gegen Außenseiter und EM- Debütant Nordirland in einem krass einseitigen Spiel als klar überlegene Mannschaft hoch verdient durch - wenn auch "nur" mit 1:0, erzielt von Ajax- Stürmer Milik. Die Nordiren präsentierten sich zwar als läuferisch und defensiv äußerst starke Mannschaft, mehr als Polens rollende Angriffe zu behindern, schafften die Briten in 90 Minuten praktisch nicht - offensiv fand Nordirland nicht statt. Das entscheidende Tor sehen Sie im Video oben!

Nein, auch wenn die Anfangsphase der Partie zwischen Polen und den Nordiren etwas anderes vermuten ließ, dem Betreuerstab der Briten war kein Irrtum unterlaufen: Teamchef Michael O’Neill hatte elf grüngewandete Herren auf den Platz geschickt - keinen einzigen weniger! Und trotzdem erweckte Polen über weite Strecken von Spielhälfte eins den Eindruck, gegen einen nummerisch unterlegenen Gegner anzulaufen. Zugegeben: Die vom Start weg drückend überlegenen "Bia³o- Czerwoni” (Weiß- Roten) drangen immer und immer wieder über links, über rechts, über Flanken und über die Mitte in den nordirischen Defensivbereich ein, aber Hochkaratäter schauten vorerst nicht heraus.

Foto: AFP

Die Stimmen zum Spiel finden Sie HIER! 

Nordirland mit vielbeiniger grün- weißer Abwehrhydra

Am auffälligsten präsentierte sich anfangs Ajax- Amsterdam- Stürmer Arkadiusz Milik, der nach einer frühen Freistoßchance (2.) etwa in Minute 5 am Fünfer stehend von einem Zuspiel überrascht eine unelegante Luftmasche produzierte. Diese Situation kann stellvertretend für einige weitere gesehen werden, in denen sich in der Folge das Hauptproblem für Polen zeigte: Zu viele nordirische Verteidiger im und rund um den eigenen Strafraum, folgerichtig immer wieder ein nordirisches Bein, ein nordirischer Kopf oder sonst irgendein nordirischer Körperteil in erfolgversprechenden Schussbahnen.

Foto: AFP

Polen läuft sich immer wieder an bärenstarker Defensive fest

An fehlendem polnischen Ballbesitz lag es jedenfalls nicht: Zeitweise durften sich die Mannen von Coach Adam Nawa³ka über rund 70 Prozent freuen. Wenig überraschend, dass Nordirland erst in Minute 18 zur ersten besseren Offensivaktion kam, doch Polen- Goalie Wojciech Szczesny hatte mit der Flanke von Shane Ferguson kein Problem. Hauptaufgabe der im 5- 3-2 bzw. 5- 4-1 angetretenen Mannen in Grün blieb aber ohnehin die Defensive. In der Viertelstunde vor der Pause nahm die Qualität der polnischen Chancen dennoch zu, Milik (29./31.), Bartosz Kapustka (39./Goalie Michael McGovern wehrte ab) und Kamil Glik (41.) brachten den Ball aber noch nicht im Tor unter.

Foto: AP

Milik nützt erste Unsicherheit in nordirischer Abwehr

Ach ja, dass Polen- Superstar Robert Lewandowski  bisher nicht erwähnt wurde, ist leicht erklärt: Der Bayern- Stürmer wurde von den Nordiren eng an die Leine genommen, irgendein "Grüner” wurde stets zu seinem Schatten - und "Lewa” konnte sich kaum einmal richtig befreien. Von daher war es wohl logisch, dass NICHT Lewandowski, sondern mit Milik ein andere Pole das erste Tor für die "Bia³o- Czerwoni” erzielte. Nach Zuspiel von Jakub Blaczszykowski über rechts traf der Ajax- Stürmer gegen die Laufrichtung von Goalie McGovern sowie zwischen den vier Beinen von Gareth McAuley und Craig Cathcart hindurch aus 13 Metern zum 1:0 (51.).

Foto: AP

Nordirland wird offensiver, bleibt aber harmlos

In gängigen Trainer- Handbüchern wird bei einem Rückstand geraten, in die Offensive zu gehen, wenn man eine Niederlage verhindern will. Vermutlich kennt diese Weisheit auch Nordirland- Coach O’Neill - doch an der Matchcharakteristik änderte sich nichts. Nordirland tat nun zwar mehr für das Spiel und traute sich öfters nach vorne, aber mehr als ein optisches Aufleben war das nicht. In zwei Aktionen drängte sich vielmehr Polens Blaczszykowski in den Vordergrund, doch erst konnte Lukasz Piszczek seinen Pass nicht verwerten (59.) und dann streifte ein 15- Meter- Weitschuss am Tor vorbei (68.), ehe die Nordiren zu ihrer 1. Großchance kamen: Doch Conor Washington legte sich nach einem Patzer von Artur Jedrzejczyk den Ball zu weit vor - und Szczesny konnte in großer Not klären (71.).

Foto: AP

Schön anzuschauen war dann wenig später (76.) immerhin noch eine Aktion Kyle Laffertys, der den Ball mit dem Rücken zum Tor stehend außerhalb des Strafraums annahm, zweimal gaberlte und dann per Fallrückzieher im weitesten Sinn in Richtung polnisches Tor beförderte. Gefährlich war’s nicht, aber es zeigte zumindest, dass es die Nordiren ja durchaus könnten. Mehr als eine weitere Chance für Southampton- Ass Steven Davies (88.) gab es für die Nordiren in ihrer "Schlussoffensive" allerdings nicht mehr. Die Polen waren durch Kamil Grosicki (81.) und Milik (82.) und Grzegorz Krychowiak (87.) einem zweiten Treffer sogar näher.

Das Ergebnis:
Polen - Nordirland 1:0
Nizza, Stade de Nice, SR Hategan (ROM)
Tor: 1:0 (51.) Milik
Gelbe Karten: Kapustka, Piszczek bzw. Cathcart
Polen: Szczesny - Piszczek, Glik, Pazdan, Jedrzejczyk - Blaszczykowski (80. Grosicki), Krychowiak, Maczynski (78. Jodlowiec), Kapustka (88. Peszko) - Milik - Lewandowski
Nordirland: McGovern - McLaughlin, Cathcart, Evans, McAuley - McNair (46. Dallas), Norwood, Davis, Baird (76. Ward), Ferguson (66. Washington) - Lafferty

12.06.2016, 19:50
Hannes Maierhofer
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