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04.12.2016 - 08:20
Foto: thinkstockphotos.de

Massiver Anstieg von Skimming- Fällen in Wien

23.06.2016, 12:45

Die Zahl der Datendiebstähle am Bankomat ist in den vergangenen Monaten in Wien massiv gestiegen: Nach Angaben der Polizei vom Donnerstag wurden heuer in der Bundeshauptstadt schon 27 Fälle von Skimming angezeigt. Im gesamten vergangenen Jahr waren es "nur" 33 gewesen.

Die Masche ist immer dieselbe: Daten von Bankomat- oder Kreditkarten werden ausgelesen und auf Blanko- Karten kopiert. Diese Klone werden anschließend zum Geldabheben verwendet. Der rechtmäßige Eigentümer der Bankomatkarte bemerkt möglicherweise erst anhand seines Kontoauszugs, dass seine Kartendaten missbraucht wurden.

Manipulation für Laien kaum erkennbar

Möglich wird ein derartiger Datendiebstahl durch Manipulationen an den Geldausgabeautomaten: Hochprofessionell nachgebaute Aufsätze, die wie Originalbestandteile wirken, lesen die Daten beim Geldabheben heimlich aus. Der PIN- Code wird gleichzeitig durch eine Mini- Kamera ausgespäht. Für den Laien zu erkennen sind derart manipulierte Geldausgabeautomaten kaum, denn Ziffernpaneele und Kartenschlitze sind zumeist originalgetreu kopiert und platziert.

Die Aufsätze befinden sich nach Erfahrungen der Ermittler oft nur zwei bis drei Stunden an ein- und demselben Bankomaten. Dann werden sie vorsichtig entfernt und neuerlich verwendet. Bevorzugt werden Orte mit hoher Kundenfrequenz.

Video: krone.tv

Nichts anfassen, Anzeige erstatten

Wer eine solche Manipulation bemerkt, sollte umgehend die Polizei alarmieren und die verdächtigen Teile nicht mehr berühren, rät die Exekutive. Möglicherweise können daran noch Spuren der Täter gefunden werden. Wer erst nach dem Abheben bemerkt, dass der Bankomat manipuliert war, sollte die verwendete Karte sperren lassen und das Bankinstitut informieren. Außerdem sei eine Anzeige wichtig, so die Polizei.

Hintermänner sitzen in Südamerika und Asien

Hierzulande erstmals registriert wurde dieses Kriminalitätsphänomen 2011. Ein Höhepunkt wurde 2102 mit 86 Anzeigen erreicht, dann sei die Zahl der Fälle kontinuierlich gesunken, sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger am Donnerstag. 2012 seien drei Täter ertappt worden, in den folgenden drei Jahren insgesamt 22. Die Hinterleute sitzen allerdings in Südamerika und Südostasien. "Dort werden die Blankokarten 'bespielt' und auch verwendet", so der Polizeisprecher.

23.06.2016, 12:45
AG/red
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