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10.12.2016 - 06:31
Foto: APA/BARBARA GINDL

Madame Justitia, wir haben ein Problem

14.11.2016, 16:55

"Demolier sie!" befiehlt ein erst 16- jähriges Mädchen in Wien- Kagran vor laufender Handykamera ihrem ebenfalls erst 16- jährigen Prügel- Komplizen. Und der tschetschenische Flüchtling schlägt dann zu. Mit den Fäusten. Ins Gesicht. So hart, dass sein junges Opfer Blut spuckt, der Kiefer der Schülerin zweimal gebrochen wird. Das wird alles gefilmt, auf Facebook verbreitet, samt all den menschenverachtenden Kommentaren der Teenagerbande.

"Maximal ein paar Stunden Sozialarbeit. Aber die Täter erhalten sicher keine Geldstrafe und schon gar keine Haftstrafe", schätzt der Wiener Staranwalt Alfred Boran, der wie kaum ein anderer Rechtsexperte aus Hunderten Prozessen das Handeln von Madame Justitia kennt.

Und nicht allein deshalb haben wir zwei, Madame Justitia und ich, jetzt ein Problem: Auch, dass ein 17- jähriger Afghane, der bei uns Zuflucht vor Krieg und Verfolgung findet, eine 72- jährige dreifache Oma aus Baden vergewaltigt, aber dann nur zu lächerlichen 20 Monaten Haft verurteilt wird, lässt die österreichische Rechtsprechung alles andere als gut aussehen.

Was ist los mit Ihnen, Madame Justitia?

"Während der Bawag- Elsner wegen Untreue, Betrugs und Bilanzfälschung zu neuneinhalb Jahren Haft verknackt worden ist, verlässt der 'arme' Sexualverbrecher wahrscheinlich schon nach zwölf Monaten den Häfen", poltert dazu Freund B. am Stammtisch. Und B. hat mit seiner Kritik nicht ganz unrecht: Was ist da los mit Ihnen, Madame Justitia? Wirkt der fette breite Supermond aktuell nicht ganz so ideal auf das Denkvermögen?

Bisher, hoch verehrte Frau Justitia, die Kritik muss jetzt erlaubt sein, auch wenn Sie bekanntlich nicht die Gesetze machen, sondern ja "nur" vollziehen: Wenn brutalste, böse Prügel- Kinder und afghanische Sexverbrecher über die Rechtsprechung nur kichern können, wird unser Österreich von Woche zu Woche noch rauer und gefährlicher, aber auch der Ärger über diese Entwicklung immer größer. Und wir wissen alle, wer davon politisch profitiert.

14.11.2016, 16:55
Richard Schmitt, Chefredakteur Krone Multimedia
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