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26.02.2017 - 12:27
Chase Carey (li.) mit Bernie Ecclestone
Foto: GEPA

Kritik an Ecclestone: "Die Probleme sind überall"

25.01.2017, 13:49

Der neue Formel- 1-Chef Chase Carey hat seinem Vorgänger Bernie Ecclestone eine Reihe von Versäumnissen attestiert. "Die Probleme sind überall", sagte der US- Amerikaner der englischen Zeitung "The Telegraph". (Im Video oben sehen Sie, wie Ecclestone im Ferrari durch die Salone Street in London braust.)

"Wir vermarkten den Sport nicht, wir ermöglichen es den Fans nicht, sich auf den heute verfügbaren Plattformen mit dem Sport zu verbinden, unsere Sponsoren- Beziehungen sind eindimensional, die Events fühlen sich altmodisch an", kritisierte Carey.

Chase Carey (li.) mit Bernie Ecclestone
Foto: GEPA

Der vom neuen Formel- 1-Eigentümer Liberty eingesetzte Medien- Manager hat neben dem Posten des Vorstandschefs auch das Amt des Geschäftsführers von Ecclestone übernommen. Zwar betonte Carey, auch künftig den Rat des 86- jährigen Briten suchen zu wollen, rügte aber zugleich den Führungsstil Ecclestones.

"Es ist im Moment nicht so, wie es sein sollte, wenn das Geschäft gut laufen soll", betonte Carey. Er versprach transparente und nachvollziehbare Entscheidungen. "Es geht hier nicht darum, dass alle miteinander pokern und versuchen, sich gegenseitig zu täuschen", stellte der 63- Jährige klar.

Neben dem US- Geschäftsmann werden der ehemalige Teamchef Ross Brawn als Direktor für Sport und Technik sowie der frühere TV- Manager Sean Bratches als Vermarktungschef künftig die Formel 1 führen. Ziel des neuen Eigentümers Liberty Media ist es, die Rennserie wieder attraktiver und noch profitabler zu machen.

Brawn träumt von einem "Leicester- Märchen"

Brawn erinnerte in diesem Zusammenhang an die englische Fußball- Meisterschaft, die im Vorjahr sensationell Leicester City gewonnen hatte. "Wir alle kennen die Analogie von Leicester City - das wäre das Ideal in der Formel 1, wenn ein gutes Team in einem großartigen Jahr mit einem großartigen Fahrer wirklich eine Herausforderung bewältigen kann. Doch im Moment ist das nicht möglich", erklärte der 62- jährige Engländer, der 2009 mit dem Mercedes- Vorgänger- Team Brawn GP und seinem Landsmann Jenson Button als Spitzenpilot überraschend beide Formel- 1-Titel gewonnen hatte.

Reformen sollen Konkurrenz beleben

"Der Aufwand der Topteams hat eine enorme Kluft entstehen lassen", verwies Brawn darauf, dass derzeit nur "zwei bis drei Teams" Siegpotenzial hätten. Dieser Kreis müsse erweitert werden, um das Publikumsinteresse wieder zu steigern. Diese Neubelebung der Konkurrenz könne nur durch eine Reformierung der Formel 1 erreicht werden.

"Wir müssen den Umfang der Technologie reduzieren, weil die Kluft zwischen den größeren und kleineren Teams zu groß ist", betonte der neue F1- Sportdirektor. "Wir müssen uns da Lösungsansätze überlegen. Ich habe schon Ideen, die ich aber nicht verraten will, bevor ich sie mit den Teams besprochen habe." Diese könnten laut Brawn bereits 2018 oder 2019 für mehr Konkurrenz in der Königsklasse des Motorsports sorgen.

Redaktion
krone Sport
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