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05.12.2016 - 11:34
München trauert um die Opfer des Amoklaufs.
Foto: APA/AFP/CHRISTOF STACHE / Video: krone.tv/ServusTV

Kommt die Welt gar nicht mehr zur Ruhe?

23.07.2016, 20:54

Terror- Bomben in Paris und Brüssel, Schüsse in Paris, der Todes- Laster in Nizza. Dann der Putsch mit viel Blutvergießen und schwerwiegenden politischen Folgen in der Türkei. Das Hackenattentat von Würzburg. Und jetzt auch noch der schreckliche Amoklauf von München! Allein in den vergangenen zehn Tagen zählen wir fast 100 Tote und Hunderte Verletzte in Frankreich und Deutschland durch mörderische Attacken. Kommt denn die Welt gar nicht mehr zur Ruhe? Das haben wir wichtige österreichische Stimmen gefragt!

Michael Landau: "Brauchen Nüchternheit und Differenzierung"

Caritas- Präsident Michael Landau weiß um die Sorgen der Österreicher. Deshalb warnt der engagierte Kirchenmann davor, alle Amokläufe und Terroranschläge zu vergleichen, denn so würde nur die Angst gesteigert.

Michael Landau
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Sein einfühlsames Statement: "Wir brauchen gerade jetzt Nüchternheit und Differenzierung. Ein psychisch kranker Jugendlicher gehört zum Arzt, ein Terrorist ins Gefängnis. Und als Gesellschaft brauchen wir gerade in fordernden Zeiten Besinnung auf das, was für die Zukunft zählt: Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Nächstenliebe. Nichts hemmt solidarisches Handeln so sehr wie Angst. Ich will und werde mich nicht fürchten. Und wenn in Deutschland politische Parteien jetzt mit diesen Ängsten der Menschen spielen, dann darf das kein Vorbild für Österreich sein."

Hugo Portisch
Foto: Martin A. Jöchl

Hugo Portisch: "Das  ist der Preis für Freiheit"

"Man kann Psychopathen, Egomanen, Fanatiker leider nicht stoppen. Unsere heutigen raschen und allumfassenden Kommunikationsmittel ermöglichen es solchen Menschen, ihre krankhaften Wunschvorstellungen auch publikumswirksam umzusetzen. Gleichzeitig ist das der Preis, den wir für die Erhaltung unserer Freiheitsrechte in Kauf nehmen müssen", sagt TV- Legende Hugo Portisch.

Autor Thomas Glavinic
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER

Thomas Glavinic: "Die Welt war schon mal besser"

Der Autor Thomas Glavinic meint: "Auf die komplexen globalen Probleme der Gegenwart gibt es keine einfachen Antworten. Zu Lösungsansätzen kommt man nur durch offene Diskussionen, aber die sind derzeit unmöglich. In den sozialen Medien schreien von links die selbsternannten Nazifizierungsstellen, die jeden niedermachen, der nicht alle Flüchtlinge mit offenen Armen willkommen heißen will, und von rechts die xenophoben Vereinfacher, die in jedem Flüchtling einen Selbstmordattentäter sehen. Daran sind wir selbst schuld: Mit unserer Geiz- ist- geil- Mentalität schlagen wir den seriösen Journalismus tot und verhindern jeden sinnvollen Diskurs. Die Welt wird sich trotzdem weiterdrehen. Aber sie war schon mal besser."

Irmgard Griss
Foto: Christian Jauschowetz

Irmgard Griss: "Brauchen Vertrauen"

"Entsetzen, Trauer, Ratlosigkeit, eine tiefe Verunsicherung und Hilflosigkeit, es fehlen die Worte, um zu beschreiben, welche Empfindungen der allgegenwärtig scheinende Terror auslöst. Wie soll es weitergehen? Worauf können wir uns noch verlassen? Ich meine, dass wir gerade jetzt Vernunft und Vertrauen brauchen. Wir dürfen uns nicht der Angst vor dem Terror ausliefern, wir müssen, und das gilt vor allem auch für die Medien, besonnen bleiben, und wir müssen darauf vertrauen, dass der demokratische Rechtsstaat auch diese Herausforderung bewältigen wird", so die Ex- Präsidentschaftskandidatin Irmgard Griss.

Fahad Al Rawi
Foto: YouTube.com

Fahad Al Rawi: "An bessere Welt glauben"

"Die vielen Anschläge machen mich traurig und nachdenklich. Aber wir, die Jugendlichen, werden uns nicht unterkriegen und verunsichern lassen. Wir werden weiterhin an eine bessere Welt und Zukunft glauben und an dieser auch weiter arbeiten", sagt Fahad Al Rawi von der Jugend der Initiative muslimischer Österreicher.

Peter Gridling
Foto: APA/Hans Klaus Techt

Peter Gridling: "Einzeltäter nicht auf dem Radar"

"Wenn man keine Hinweise hat, sind Einzeltäter nicht auf dem Radar. Und durch die sozialen Medien gibt es, wie auch im Fall von München, ganz rasch Verschwörungstheorien und Spekulationen. Ohne Wissen werden Sachverhalte als Tatsachen präsentiert. Beim transnationalen Terrorismus, der äußerst mobil ist, werden wir wohl noch die nächsten Jahre überall mit einer ernsthaften Bedrohung leben müssen. Auch bei uns hat es schon Einsätze gegen den extremistischen Islamismus wie etwa die Aktion Palmyra (Verhaftung eines Hasspredigers aus dem Gemeindebau; Anm.) gegeben. Aus Österreich sind zudem 280 Personen in den Dschihad gereist. Die Rückkehrer stehen unter Beobachtung", sagt Peter Gridling, Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung.

13. November 2015: Bei Terroranschlägen in Paris kommen 130 Menschen ums Leben.
Foto: AP
22. März 2016: Selbstmordattentate fordern in Brüssel 35 Tote und 300 Verletzte.
Foto: twitter.com/CNN
14. Juli 2016: Ein Attentäter tötete in Nizza 84 Passanten.
Foto: APA/AFP/ANNE-CHRISTINE POUJOULAT
Der Putschversuch in der Türkei scheiterte - im Bild sind festgenommene Soldaten zu sehen.
Foto: Facebook.com/KeremSchamberger
Foto: AFP

23.07.2016, 20:54
Kronen Zeitung
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