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08.12.2016 - 01:36
Ein Ölgemälde von Samuel Scott zeigt die Explosion der "San José".
Foto: Wikimedia (gemeinfrei)

Kolumbien will spanische Galeone "San José" bergen

01.08.2016, 09:26

Kolumbien will die vor mehr als 300 Jahren gesunkene spanische Galeone "San José" vom Meeresgrund bergen. Präsident Juan Manuel Santos versicherte am Wochenende bei der Einweihung eines Meeresforschungsinstituts, Kolumbien werde bei der Bergung des sagenumwobenen Schiffes "das Gesetz respektieren". Die "San José", die anno 1708 vor der Hafenstadt Cartagena an der kolumbianischen Karibikküste gesunken war, soll einen riesigen Schatz an Bord haben.

Santos hatte den Fund des Wracks im Dezember bekanntgegeben. Die "San José" war das Hauptschiff einer Flotte, die im Auftrag des spanischen Königs Philipp V. Gold, Silber und andere Wertsachen aus den Kolonien in Amerika über den Atlantik bringen sollte. Sieben bis elf Millionen Gold- und Silberpesos soll das Schiff an Bord gehabt haben, als es sank. Die Galeone ging in der Nacht des 7. Juni 1708 in einer Schlacht gegen britische Schiffe unter, die es auf die wertvolle Ladung abgesehen hatten. Nur eine Handvoll der 600 Besatzungsmitglieder überlebte.

Wrack der "San José" wurde 2015 gefunden

Jahrzehntelang hatten Schatzsucher nach dem Schiff gesucht, waren dabei aber lediglich auf andere Wracks gestoßen. Ein Team aus kolumbianischen und internationalen Experten hatte die "San José" schließlich im November 2015 nach mühevollen Recherchen aufgespürt.  Die Forscher hatten unter anderem die Winde und Strömungen erforscht, die vor mehr als 300 Jahren in der Region geherrscht hatten, und in spanischen und kolumbianischen Archiven nach Hinweisen gesucht.

Kanonenrohre der vor über 300 Jahren gesunkenen "San José" am Meeresgrund.
Foto: Colombia Ministry of Culture (Handout)

Ist Ladung heute zehn Milliarden Dollar wert?

1982 hatte bereits eine US- Firma den Fund der "San José" für sich beansprucht, doch dieser wurde von Kolumbien nie bestätigt. Ein Gericht entschied schließlich, die Galeone gehöre Kolumbien. Neben der Suchfirma Sea Search Armada meldete auch Spanien Besitzansprüche an, weil das Schiff unter spanischer Flagge segelte. Das kolumbianische Kulturministerium schätzte den heutigen Wert der Ladung im Jahr 1980 auf zehn Milliarden Dollar.

Präsident Santos erklärte nun, von der Bergung des Wracks solle "die ganze Welt profitieren". Es handle sich eher "um ein archäologisches und wissenschaftliches als um ein kommerzielles Projekt".

01.08.2016, 09:26
AG/red
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