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28.05.2017 - 19:13
Foto: thinkstockphotos.de

In Deutschland tobt ein Krieg ums Fleisch

29.12.2016, 16:50

In Deutschland tobt eine erbitterte Auseinandersetzung um das Thema Fleisch, ausgelöst von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Dieser hat in einem Interview mit der "Bild" bemängelt, dass etwa in Schulkantinen aus Rücksicht auf Muslime oft auf Schweinefleisch verzichtet werde, und zudem die weitverbreitete Verwendung des Begriffs "Wurst" und sowie der Bezeichnungen anderer Fleischwaren für vegane Produkte infrage gestellt.

Begriffe wie "vegetarisches Schnitzel" oder "vegane Currywurst" seien "komplett irreführend und verunsichern die Verbraucher", sagte der Politiker der Zeitung am Mittwoch in einem Interview. Er setze sich dafür ein, "dass sie im Sinne einer klaren Verbraucherkennzeichnung verboten werden". Schmidt argumentierte, die Anbieter dürften nicht "bei diesen Pseudo- Fleischgerichten so tun, als ob es Fleisch wäre". Er forderte die Hersteller zu neuen Namen auf: "Ich bin mir sicher, dass sich die Hersteller künftig eigene Namen für ihre pflanzlichen Produkte überlegen werden."

Deutschlands Agrarminister Christian Schmidt
Foto: AFP

Weniger Schweinefleisch für Kinder "völlig inakzeptabel"

Aber nicht nur die Verwendung von "irreführenden" Bezeichnungen für fleischlose Produkte stoßen dem deutschen Minister sauer auf: Er hält es auch für fatal, dass immer weniger Schweinefleisch in den Kantinen der Kindergärten und Schulen auf den Tisch komme. "Dass unsere Kinder kein Schweinefleisch mehr bekommen, ist völlig inakzeptabel. Ich halte das für ein Versagen der Schulträger, Kindern eine ausgewogene Ernährung zukommen zu lassen. Wir sollten nicht aus Bequemlichkeits- oder Kostengründen für die Mehrheit in der Gesellschaft die Auswahl einschränken", so Schmidt in der "Bild".

Auch Andersgläubigen gegenüber sei dies nicht zu verantworten: "Es ist übrigens auch unfair gegenüber den Muslimen, diese Einschränkungen mit ihren religiösen Vorschriften zu begründen." Seiner Meinung nach "sollte die wachsende kulturelle Vielfalt zu mehr und nicht weniger Auswahl führen. Fleisch gehört auf den Speiseplan einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, auch in der Kita- und Schulverpflegung. Jedes Kind sollte die Auswahl haben, ob es Rind- , Schweinefleisch, Fisch oder eben vegetarisch essen möchte."

Foto: thinkstockphotos.de

Bereits seit Längerem Debatte um Fleischersatz

Die Debatte um Fleischersatz und den Rückgang des Konsums von Schweinefleisch ist nicht neu. Laut vielen Experten sei für Letzteres zu einem Großteil der wachsende Anteil von Kindern verantwortlich, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Religiöse Gründe spielen dabei eher nur in den größeren Städten eine Rolle. Bereits im Verlauf des Jahres hatten mehrere Landesverbände der deutschen Christdemokraten ein Verbot von Fleischnamen für vegane Produkte gefordert, waren mit ihren Anliegen aber immer wieder gescheitert.

Redakteur
Michael Pils
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