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19.08.2017 - 00:47
Foto: Marion Gruber, APA/J. EGGENREICH/ BFV WEIZ

Heftige Unwetter legten sogar Flugverkehr lahm

13.07.2016, 17:21

Heftige Unwetter haben in der Nacht auf Mittwoch erneut Hunderte Feuerwehrleute in Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark, Oberösterreich, Salzburg und Kärnten in Atem gehalten. Im niederösterreichischen St. Valentin konnten drei Autoinsassen in letzter Minute gerettet werden, die in einer überfluteten Unterführung feststeckten. Betroffen war sogar der Flughafen Wien, wo Flüge abgesagt oder umgeleitet werden mussten. Hier herrschte auch Mittwochfrüh noch Chaos.

Wegen des Gewitters Dienstagnacht fielen auch noch Stunden danach etliche Flüge aus. Die Folge: lange Schlangen und zahlreiche verzweifelte Menschen. Irgendwann ging gar nichts mehr, seitens des Flughafens wurde sogar die Abfertigung von Flügen und Passagieren komplett eingestellt. Das betraf auch die Gepäckausgabe, die erst Mittwochfrüh wieder aufgenommen wurde. Auch am Vormittag herrschten daher noch chaotische Zustände am Flughafen.

Die Unterbrechungen waren aus Sicherheitsgründen unvermeidbar, sagte Flughafensprecher Peter Kleemann am Mittwoch. Rund 3500 Menschen seien davon betroffen gewesen. Rund 400 von ihnen verbrachten die Nacht am Flughafen und wurden vom Personal mit Decken und Getränken versorgt.

Zahlreiche Menschen warteten Dienstagnacht auf ein Taxi am Wiener Flughafen.
Foto: Marion Gruber

Insassen in Auto eingeschlossen

Die Insassen zweier Fahrzeuge in St. Valentin hätten aufgrund des Wasserdrucks die Türen nicht mehr selbstständig öffnen können, sagte Philipp Gutlederer von der Feuerwehr Amstetten. Mit vereinten Kräften gelang es mehreren Feuerwehrleuten, die Eingeschlossenen zu befreien. Bereits kurz danach seien die Fahrzeuge bis zum Dach im Wasser gestanden, so Gutlederer.

Die Insassen wurde gerade noch rechtzeitig aus dem Auto gerettet.
Foto: APA/FOTOKERSCHI.AT
Im niederösterreichischen Baden kam es zu Überflutungen.
Foto: Einsatzdoku.at

Der gesamte Bezirk Amstetten war massiv von Unwettern betroffen. Starkregen setzte Garagen und Keller bis zu einen Meter unter Wasser, so der niederösterreichische Feuerwehrsprecher Franz Resperger. 80 Notfälle wurden registriert.

Die heftigen Regenfälle breiteten sich auch auf die Bezirke Melk und St. Pölten aus. Mit Stand 22 Uhr hielt die Feuerwehr bei insgesamt 220 Einsätzen. Von Unwettern betroffen waren bereits am Nachmittag die Bezirke Neunkirchen, Wiener Neustadt und Mödling.

Schwere Unwetter zogen über das südliche Niederösterreich.
Foto: Einsatzdoku.at

Dächer im Burgenland abgedeckt

Im Burgenland mussten die Feuerwehren wegen der Unwetter zu mehr als 100 Einsätzen ausrücken. Besonders stark betroffen waren die Gemeinden Stinatz (Bezirk Güssing) und Litzelsdorf (Bezirk Oberwart). Primär seien die Unwetter im Süden niedergegangen, sagte ein Sprecher. Dächer seien abgedeckt oder durch Hagel zerstört worden, Stromunterbrechungen habe es ebenfalls gegeben.

Hagel und Überschwemmungen in der Steiermark

Beinahe in der gesamten Steiermark gab es Schäden durch umgestürzte Bäume und Hagel. Im Raum Gleisdorf (Bezirk Weiz) wurden unzählige Fahrzeuge im Freien sowie Obst- und Weinkulturen beschädigt. Im Bezirk Murtal flog ein Wipfel eines Maibaumes auf ein Schuldach. Die oststeirische Gasen wurde teilweise überflutet, eine Straße war gesperrt.

Wegen umgefallener Bäume war auch die Pyhrn- Autobahn zwischen der Mautstelle und dem Gleinalmtunnel in Richtung Graz gesperrt. 100 Feuerwehreinsätze wurden gegen 18 Uhr über die Steiermark verteilt verbucht, gegen 19.30 Uhr waren rund 1000 Feuerwehrleute im ganzen Land im Einsatz.

Foto: APA/J. EGGENREICH/ BFV WEIZ
Hagelkörner im Raum Gleisdorf
Foto: APA/J. EGGENREICH/ BFV WEIZ

Bad Ischl glich einem Schlachtfeld

In Oberösterreich standen seit dem Abend 1500 Helfer im Einsatz. Neben dem Großraum Linz und Steyr sowie Kirchdorf war das innere Salzkammergut massiv betroffen. Am stärksten erwischte es Bad Ischl: Laut Feuerwehr, die allein dort zu 115 Einsätzen gerufen wurde, glich die Kaiserstadt "einem Schlachtfeld". Hier mussten sich die Helfer erst einmal zu den Einsatzorten durchkämpfen. Weil der Regen so stark war, die Straßen überflutet oder von Bäumen blockiert, gab es kaum ein Weiterkommen mit Fahrzeugen.

Aufräumarbeiten in Bad Ischl
Foto: APA/FF BAD ISCHL

Viele Ortsteile waren ohne Strom, da umgeknickte Leitungen Bäume beschädigt hatten und ein Strommast in Brand geraten war. Zwei Wohnhäuser mussten evakuiert werden, nachdem der Sturm auf einem Hang mehrere Bäume entwurzelt hatte. Besonders dramatisch war die Situation in der Ortschaft Mitterweißenbach, wo durch den Stromausfall das Beatmungsgerät eines Patienten ausfiel, bis die Feuerwehr die Versorgung wieder in Gang setzte.

Salzburg: Sturmböen über 100 km/h

Stark betroffen war auch Salzburg. Eine Gewitterzelle mit Sturmböen von über 100 km/h und heftige Regenfälle führten wie schon am Tag zuvor zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen. Keller und Unterführungen mussten ausgepumpt und umgestürzte Bäume entfernt werden. Auch Dächer wurden abgedeckt.

Betroffen waren vor allem der Pinzgau, der Tennengau, die Stadt Salzburg und der Flachgau. 32 Feuerwehren waren am Abend im Einsatz. Laut Landesfeuerwehrkommando zählten das Saalachtal und der Flachgau von Großgmain über das Gaisberg- Gebiet bis Strobl am Wolfgangsee zu jenen Gebieten, die von der massiven Gewitterzelle am meisten betroffen waren.

Häuser in Kärnten nach Murenabgang evakuiert

Am Nachmittag mussten dann auch in Mittelkärnten zahlreiche Feuerwehren zu Einsätzen ausrücken. Von den Unwettern betroffen waren vor allem die Bezirke Spittal, Feldkirchen und St. Veit, aber auch Völkermarkt und Wolfsberg. Die Einsatz- Szenarien der Feuerwehren reichten dabei von der Beseitigung von umgestürzten Bäumen bis hin zum Auspumpen von überschwemmten Kellern. Auch einige Bäche traten über die Ufer. Wegen beschädigter Stromleitungen waren am Nachmittag zahlreiche Haushalte ohne Strom.

Nachdem in der Gemeinde Irschen im Drautal schon am Dienstag eine Mure abgegangen war, mussten die direkt betroffenen Häuser am Mittwoch schließlich evakuiert werden, teilte die Polizei mit. Auch ein Campingplatz war nach dem Murenabgang gefährdet.

13.07.2016, 17:21
AG/krone.at
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