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22.07.2017 - 01:01
Foto: APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul (Symbolbild)

Heer pumpt jetzt frische Millionen in Forschung

02.01.2017, 11:06

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) will die Forschungsaktivitäten des Bundesheeres ausbauen und nimmt dafür mehr Geld in die Hand. Bereits heuer wird das militärische Forschungsbudget auf rund 3,5 Millionen Euro erhöht, ab 2018 gar verdoppelt: auf jährlich rund fünf Millionen Euro. Die Schwerpunkte sollen auf unbemannte Luft- und Landsysteme und Cyber- Abwehr gelegt werden.

Im Zentrum der Verteidigungsforschung stehe der Schutz der Soldaten, betonte Doskozil. Dementsprechend seien 2017 etwa Forschungsprojekte bei unbemannten Luft- und Landsystemen angedacht. Ein Schwerpunkt liegt im Bereich von (semi- )autonomen Fahrzeugen - diese werden dort eingesetzt, wo Soldaten besonders gefährdet sind, also beispielsweise beim Minenräumen oder bei ABC- Bedrohung (atomare, biologische und chemische Kampfstoffe).

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil
Foto: APA/HANS PUNZ

Ebenfalls im Fokus steht laut Verteidigungsressort der Schutz von militärischen Einrichtungen gegen Cyber- Bedrohungen. Konkret sollen Warnsysteme und Gegenmaßnahmen entwickelt bzw. aufgebaut werden. Darüber hinaus soll die Forschung auch Systeme zum Führen und Koordinieren von Streitkräften weiterentwickeln.

Im Budget für das Jahr 2017 war dem Verteidigungsministerium Ende des Vorjahres ein kräftiges Plus von zwölf Prozent zugestanden worden. Dem Heer stehen somit heuer 2,32 Milliarden Euro zur Verfügung. Gerade der Forschungsbereich, in den der Verteidigungsminister nun mehr investieren will, ist auch auf europäischer Ebene ein wichtiges Anliegen.

EU will Millionen Euro in Militärforschung pumpen

So hatte die EU- Kommission erst Ende November einen europäischen Verteidigungsfonds für gemeinsame Rüstungsvorhaben vorgeschlagen. Bis 2020 sollen 90 Millionen Euro für verteidigungsbezogene Forschungsausgaben aus dem EU- Budget kommen, für die Zeit danach will die Kommission ein Programm von 500 Millionen Euro pro Jahr.

Nach dem "Aktionsplan" der EU- Kommission sollen EU- Staaten auf den Fonds auch zugreifen können, um gemeinsame Rüstungskapazitäten anzuschaffen. So könnten gemeinsam in Drohnen- Technologie investiert oder Hubschrauber zu niedrigeren Kosten gemeinsam anschafft werden, hieß es. Fünf Milliarden Euro pro Jahr könnten für gemeinsame Projekte mobilisiert werden.

Redaktion
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