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28.04.2017 - 17:10
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH, APA/Gert Eggenberger, thinkstockphotos.de

Grüne können aus VdB- Sieg kein Kapital schlagen

19.12.2016, 08:47

Zwei Wochen sind seit der Bundespräsidentenwahl und dem Sieg des Ex- Grünen Alexander Van der Bellen vergangen. Doch was hat der lange Wahlkampf den Parteien letztlich gebracht, vor allem mit Blick auf die kommenden Nationalratswahlen? Den Grünen nützte der Sieg Van der Bellens bislang jedenfalls nicht, wie eine aktuelle Umfrage deutlich macht. Zugleich bleibt die FPÖ weiterhin stärkste Partei, wurde aber durch das gute Abschneiden Norbert Hofers auch nicht weiter gestärkt.

Die Linzer Wahlforscher vom Market- Institut analysierten, wie sich das Ergebnis des letzten Wahlgangs der Bundespräsidentenwahl auf die im Nationalrat vertretenen Parteien ausgewirkt hat. Dazu wurden in der vergangenen Woche 415 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte befragt. Die Grünen kämen aktuell nur auf zwölf Prozent der Wählerstimmen, wie die Umfrage im Auftrag des "Standard" zeigt.

Alexander Van der Bellen
Foto: AFP

Der historisch hohe Wahlsieg Van der Bellens schlägt sich somit nicht in höherer Zustimmung zu den Grünen nieder. Fazit: Van der Bellens Wähler gehören nicht zwangsläufig auch den Grünen, deren Position in der Wählergunst mit zwölf Prozent der Stimmen seit Monaten unverändert geblieben ist - und im Jahresvergleich sogar um drei Prozentpunkte zurückgefallen ist.

Norbert Hofer
Foto: APA/EPA/CHRISTIAN BRUNA

Doch bei den Freiheitlichen sieht es nicht viel anders aus. Auch hier gilt: Hofer- Wähler gehören nicht automatisch der FPÖ, die mit 31 Prozent Zustimmung dennoch als derzeit stärkste Partei gilt. Anlass zum Jubeln haben die Blauen aber deshalb auch nicht wirklich, haben sie doch in der Hochrechnung der Linzer Wahlforscher um einen Prozentpunkt weniger als noch im Oktober und sogar drei Prozentpunkte weniger als im August.

SPÖ bei 25 Prozent, ÖVP bei 22 Prozent

Die Kanzlerpartei SPÖ liegt laut Market- Umfrage derzeit bei 25 Prozent - unverändert seit August. Die ÖVP konnte sich unterdessen seit ihrem Tief im Sommer - die Partei von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner hatte im August nur 18 Prozent verzeichnet - zwar erholen, diese Erholung schlug sich aber schon Anfang Oktober mit 21 Prozent in der Hochrechnung nieder, derzeit sind es 22 Prozent. Laut den Wahlforschern dürfte sich wohl bereits im Frühherbst eine kleine Verschiebung von Blau zu Schwarz ergeben haben.

Bundeskanzler Kern und Vizekanzler Mitterlehner
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Auch kein Präsidentenbonus in der Kanzlerfrage

Auch in der Kanzlerfrage hat die Präsidentenwahl weder den Grünen noch den Blauen genützt. So wünschen sich aktuell nur 20 Prozent der Befragten einen Kanzler Heinz- Christian Strache. Die Zustimmung zum FPÖ- Chef ist im Jahresvergleich sogar geschrumpft.

Heinz-Christian Strache mit Norbert Hofer
Foto: APA/fotokerschi.at

Grünen- Chefin Eva Glawischnig kommt in der Kanzlerfrage gar nur auf zwei Prozent - gleich wenig wie Robert Lugar vom Team Stronach. Selbst NEOS- Chef Matthias Strolz kommt hier auf fünf Prozent Zustimmung. Den besten Wert in der Kanzlerfrage fährt Amtsinhaber Christian Kern mit 41 Prozent ein.

Heinz-Christian Strache, Eva Glawischnig
Foto: APA/Herbert P. Oczeret

Regierungsparteien müssen auf Wechselwähler hoffen

Was die Nationalratswahl betrifft, müssen SPÖ und ÖVP jedenfalls auf die Wechselwähler hoffen, da sie laut der Market- Umfrage mit zusammen 47 Prozent derzeit auf keine Mehrheit kommen.

Redaktion
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