Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
26.02.2017 - 03:06
Vier Flüchtlinge wurden beim neuerlichen Versuch, nach Österreich zu gelangen, aufgegriffen.
Foto: Christian Schulter / Video: Christian Schulter

Groteske um Flüchtlinge an Grenze geht weiter

16.01.2017, 16:50

"Österreich darf nicht das Nachsehen haben, wenn sich ein Nachbarland nicht an Vereinbarungen hält", ärgert sich Innenminister Wolfgang Sobokta in Anbetracht des absurden Katz- und- Maus- Spiels am Sonntag an der Grenze von Österreich zu Ungarn. So hatten sich unsere Nachbarn geweigert, acht Flüchtlinge, die im Niemandsland gestrandet waren, zurückzunehmen. Schlimmer noch: Ungarische Beamte sollen sie sogar bewusst nach Österreich geschickt haben.

Einsam steht er links von der Fahrbahn. Knapp einen halben Meter hoch und mit weißer Farbe angepinselt. Ein einfacher Betonblock, der die territoriale Grenze zwischen Österreich und Ungarn markiert. Völlig unscheinbar, unnötig. Und dennoch spielten sich rund um den Grenzstein von Heiligenkreuz im Lafnitztal am Sonntag absurde Szenen ab. 

Vier Flüchtlinge wurden beim neuerlichen Versuch, nach Österreich zu gelangen, aufgegriffen.
Foto: Christian Schulter

300 - unnötige - Arbeitsstunden an Grenze

Auf dem Bahnhof Jennersdorf wurden acht Einwanderer aus dem Irak und Syrien aufgegriffen. Der Versuch, die Gruppe nach Ungarn zurückzuschieben, kostete die heimischen Behörden rund 300 Arbeitsstunden und erforderte einiges an Ausrüstung, unter anderem Nachtsichtgeräte. Denn erst nach langen Verhandlungen im - im übertragenen Sinn - Niemandsland zwischen den beiden EU- Ländern nahmen die ungarischen Behörden widerwillig die achtköpfige Gruppe zurück. Um ihnen allerdings noch einen kleinen Tipp mit auf den Weg zu geben: nämlich es in ein paar Stunden im Dunkeln wieder zu versuchen.

Foto: Christian Schulter

Vier Flüchtlinge in Dunkelheit verschwunden

Und so geschah es auch. Am späten Sonntagabend wurden die sechs Männer und zwei Frauen neuerlich an der grünen Grenze entdeckt. Vier von ihnen verschwanden im Dunkel der Nacht, die vier anderen wurden abermals den ungarischen Behörden übergeben.

Der Fall fällt unter die Kategorie "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen" und sorgt für politische Verstimmung: "Alle Länder, die ein Abkommen eingehen, haben sich auch im Sinne der Rechtsstaatlichkeit daran zu halten. Das tun wir genauso. Österreich darf nicht das Nachsehen haben, wenn sich ein Nachbarland nicht an Vereinbarungen hält", so Sobotka in Richtung Ungarn. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil ergänzt: "Die Abwicklung ist nicht optimal gelaufen. Doch entscheidend ist, dass Rückführungen nach Ungarn möglich sind."

Am Bahnhof ruhten sich die Flüchtlinge aus, ehe sie einen neuen Einreiseversuch starteten.
Foto: Christian Schulter

Kommentar: Bärendienst statt Nachbarschaftshilfe
Ungarns Premier Viktor Orban ist für seine harte Flüchtlingspolitik bekannt. Er sollte aber nicht vergessen, wer den Zuwandererstrom auch nach Ungarn eingedämmt hat. Denn es war auf Bestreben von Österreich, dass die Balkanroute praktisch dicht gemacht wurde. Die jetzige Grenzgroteske samt Katz- und- Maus- Spiel der ungarischen Behörden ist für gelebte Nachbarschaftshilfe ein Bärendienst. Sich bei der Migration nur die Rosinen herauszupicken und alle anderen Länder ringsum mit den Sicherheitsfragen alleine zu lassen, kommt wie ein Bumerang bei anderen Problemen zurück. Dabei sollte man - nicht nur in diesem Punkt - gegenüber abgehobenen EU- Bürokraten eigentlich geeint auftreten ...

Oliver Papacek, Karl Grammer, Christian Schulter und
Christoph Budin (Kommentar), Kronen Zeitung

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum