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05.12.2016 - 04:56
Viele Griechen können sich die Abgaben jetzt schon nicht leisten, nun kommen weitere Belastungen.
Foto: APA/AFP/LOUISA GOULIAMAKI

Griechen schulden dem Staat fast 87 Milliarden €

29.05.2016, 14:03

Die Regierung in Athen hat zwar mit dem jüngsten Spar- und Reformpaket  die Abgaben und Pensionskürzungen erhöht, aber die Staatskasse wird wohl nicht, wie erhofft, gefüllt werden. Denn es gibt nach wie vor ein entscheidendes Problem: Viele Griechen zahlen nicht all ihre Steuern - weil sie schlicht nicht können. Laut einem Bericht der Zeitung "Kathimerini" schuldet die griechische Bevölkerung dem Staat rund 87 Milliarden an Steuern. Das Ausmaß der Steuerschuld sei ein europäischer Rekord.

Von 100 Euro Steuerausstand zahlten die Griechen demnach nur noch 45 Euro. Ein Wert, der seit dem Beginn der Krise im Jahr 2010 stetig weiter sinke, obwohl viele Steuern erhöht worden seien. Neben absichtlicher Steuerhinterziehung spielt auch die Ineffizienz der Steuerbehörden bei der Eintreibung der Abgaben eine entscheidende Rolle.

IWF pocht auf Schuldenschnitt für Griechenland

87 Milliarden Euro entsprechen in etwa der Hälfte der derzeitigen griechischen Wirtschaftsleistung. Der IWF wolle mit den Zahlen seine Haltung untermauern, dass Griechenland ohne einen Schuldenschnitt nicht wieder auf die Beine kommen könne, schrieb "Kathimerini".

Die neuerliche Gefahr einer Staatspleite ist durch die jüngste Übereinkunft der internationalen Geldgeber gebannt. Athen erhält im Gegenzug für die vor Kurzem im Parlament verabschiedeten Reformen 10,3 Milliarden Euro aus dem Euro- Rettungsschirm. Zuvor müssen allerdings noch einige kleine Korrekturen durchgeführt werden. Außerdem ist es auch notwendig, dass die nationalen Parlamente der Eurogruppe zustimmen.

Finanzminister Euklid Tsakalotos führt eine Gratwanderung durch: Was ist dem Volk zuzumuten?
Foto: APA/AFP/EMMANUEL DUNAND

7,5 Milliarden Euro könnten schon in der zweiten Juni- Hälfte fließen, wie ESM- Chef Klaus Regling vor wenigen Tagen ankündigte. Das restliche Geld der neuen Auszahlung solle dann später überwiesen werden. Griechenland muss allein im Juli 3,67 Milliarden Euro an den IWF, die Europäische Zentralbank und andere Gläubiger zahlen. Große Beträge sind auch nötig, um Zahlungsrückstände des Staates zu vermindern.

Athen hängt seit 2010 am Finanz- Tropf

2015 hatten sich Athen und die internationalen Geldgeber auf ein neues Rettungsprogramm in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro für das pleitebedrohte Euro- Land verständigt. Davon wurden bisher 21,4 Milliarden Euro ausgezahlt. Das Land hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber.

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red/AG
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