Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
25.03.2017 - 15:37
Foto: facebook.com / Video: APA

Gefängnisstrafen für Patricias Schläger

15.02.2017, 18:09

Sie prügelten in Seelenruhe auf ihr 15 Jahre altes Opfer ein, filmten die Schläge und stellten das Video dann auch noch auf Facebook, wo es sich wie ein Lauffeuer im Netz verbreitete. Dafür wurden Patricias Schläger - drei Mädchen im Alter zwischen 16 und 17 und zwei Burschen im Alter von 16 und 21 Jahren - am Mittwoch in Wien zu Haftstrafen verurteilt. Ein 19- Jähriger - er hatte nicht zugeschlagen, jedoch auch keine Hilfe geholt - wurde freigesprochen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Die Anführerin der Prügelbande und ehemals beste Freundin von Patricia, die mittlerweile 16- jährige Leonie, galt vor Gericht als Hauptangeklagte und wurde zu 18 Monaten Haft, sechs davon unbedingt, verurteilt. Dieselbe Strafe erhielt auch der 16 Jahre alte Tschetschene, der Patricia zwei Ohrfeigen versetzt hatte. Die zwei weiteren Mädchen im Alter von 16 und 17 Jahren wurden zu einer bedingten Haftstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Der 21- Jährige, der der 15- Jährigen schließlich den Kiefer brach, bekam zwei Jahre, davon acht Monate unbedingt. Sein Bruder erhielt einen Freispruch.

Foto: facebook.com

Anti- Gewalt- Training, Bewährungshilfe, Psychotherapie

Entgegen der Anklage wurde die Fünf nicht wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung verurteilt. Der Schöffensenat ging davon aus, dass es die Jugendlichen nicht vorsätzlich darauf angelegt hatten, der 15- Jährigen bewusst schwere Verletzungen zuzufügen. Der 16- jährigen Leonie, dem gleichaltrigen Abuu und dem 21- Jährigen wurde die Weisung erteilt, sich einem Anit- Gewalt- Training zu unterziehen, zudem wurde auch Bewährungshilfe angeordnet. Die beiden 16- Jährigen müssen außerdem in psychotherapeutische Behandlung.

16- Jährige sorgte in Jugendzentrum für Angst und Schrecken

Die 16 Jahre alte Leonie war nach der Tat vorübergehend festgenommen, vor Weihnachten aber wieder freigelassen worden. Mitte Jänner wurde die Jugendliche dann erneut inhaftiert. Der Grund: Sie hatte im Jugendzentrum in Niederösterreich, wo sie untergebracht war, Angst und Schrecken verbreitet, soll einem Geschwisterpaar gedroht haben, einen Schlägertrupp von "50 Albanern" vorbeizuschicken.

Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

Doch bereits zuvor hatte der Teenager von sich reden gemacht, landete gemeinsam mit seinem Opfer Patricia bereits im Jänner vor dem Richter. Die beiden waren mit weiteren Jugendlichen in das Haus des Stiefvaters der 16- Jährigen eingebrochen. Sie wurden damals zu jeweils bedingten Haftstrafen verurteilt. 

"Respektschellen" und "Watschen"

Man habe der 15- Jährigen "Respektschellen" bzw. "Watschen" geben wollen, lautete die Verantwortung der 16- jährigen Leonie vor Gericht. Sie sei "die treibende Kraft" gewesen, gab die Jugendliche auch unumwunden zu, ihre zwei Freundinnen hätten aber unaufgefordert mitgemacht - was diese bei der Befragung auch bestätigten. Grund für die Schläge sei gewesen, dass die 15- Jährige einer Muslima auf offener Straße ihr Kopftuch heruntergezogen habe, was die Angeklagten "wütend gemacht" habe.

Der 16-jährige Tschetschene auf dem Weg in den Gerichtssaal
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

"Ich habe das mit dem Kopftuch geglaubt. Das hat mich aufgeregt", so ein 16 Jahre alter Tschetschene, der dem Mädchen damals zwei Ohrfeigen versetzt hatte. Auch er war nach dem Gewaltvideo mehrmals in die Schlagzeilen geraten, weil er auf seiner Facebook- Seite Hasspostings mit Morddrohungen gegen Außenminister Sebastian Kurz ausstieß. Anfang Februar wurde er deshalb von der WEGA verhaftet  und in U- Haft genommen. Der Teenager ist überdies bereits wegen Raubes vorbestraft.

21- Jähriger brach Patricia den Kiefer

Auch ein 21- Jähriger - er war es, der mit seinem finalen Faustschlag der 15 Jahre alten Patricia schließlich den Kiefer brach - wurde nach dem veröffentlichen Prügelvideo in U- Haft genommen. Zwar hatte er sich zunächst im Zuge des Vorfalls im Hintergrund gehalten, wurde aber von den weiblichen Angeklagten schließlich regelrecht bedrängt, die 15- Jährige geschlagen. Auch er ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr: Er hat bereits zwei Vorstrafen wegen Körperverletzung.

Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

Wegen Unterlassung der Verhinderung einer mit Strafe bedrohten Handlung saß auch der 19 Jahre alte Bruder des 21- Jährigen als Mittäter auf der Anklagebank. Er hatte zwar selbst nicht auf die 15- Jährige eingeschlagen, aber auch keine Hilfe geholt.

3960 Euro Schmerzensgeld für Patricia

Das Opfer bekam ein Schmerzensgeld von 3960 Euro zugesprochen. Die Burschen waren mit den Entscheidungen einverstanden, die Hauptangeklagte erbat Bedenkzeit. Die Staatsanwältin gab zu sämtlichen Urteilen keine Erklärung ab.

Redaktion
krone.at
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum