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26.04.2017 - 14:16
Foto: twitter.com, AP/Joe Giddens

GB: Spezialeinheit beendete Revolte in Gefängnis

17.12.2016, 08:09

In einem der größten Gefängnisse Großbritanniens ist es am Freitag zu einem Aufstand von Insassen gekommen. Hunderte Gefangene übernahmen vier Trakte des HMP Birmingham. Erst mithilfe von Spezialeinheiten hätten die betroffenen Trakte nach mehreren Stunden wieder unter Kontrolle gebracht werden können, teilte die private Betreiberfirma der Haftanstalt in der Nacht auf Samstag mit. Die Insassen hatten offenbar ihren Spaß an der Situation, wie ein angeblich aus dem Gefängnis stammendes Selfie zeigt.

Ein Gefangener sei verletzt worden, er habe einen Bruch des Kiefers und der Augenhöhle erlitten, hieß es. Etwa 260 der insgesamt rund 1450 Insassen des von der Firma G4S betriebenen Gefängnisses hätten die Revolte am Freitag gegen 9 Uhr am Vormittag gestartet, berichtete unter anderem die "Daily Mail". Einem Häftling war es nach Polizeiangaben anscheinend gelungen, einem Mitarbeiter die Schlüssel zu einem Zellentrakt zu entreißen. Das Gefängnispersonal habe die betroffenen Gebäudeteile daraufhin abgeriegelt und sich in Sicherheit gebracht.

Gefangene übernahmen vier Trakte des HMP Birmingham.
Foto: ASSOCIATED PRESS

Offenbar war die Revolte nicht geplant gewesen, sondern zufällig entstanden, nachdem sich Insassen über kaputte Leuchten beschwert hatten. Der Chef der Gewerkschaft der Angestellten im Justizvollzugsdienst, Mike Rolfe, deutete einen Zusammenhang der Revolte mit akutem Personalmangel an. So hätten mehr als 30 Mitarbeiter das Gefängnis in den vergangenen Wochen verlassen, sagte er der BBC. Der Sender wurde nach eigenen Angaben während der Revolte von mehreren mutmaßlichen Insassen angerufen, die sich über schlechtes Essen, Hygienemängel und fehlendes Personal beschwerten.

Eine Spezialeinheit versuchte, wieder die Kontrolle über das Gefängnis zu erlangen.
Foto: ASSOCIATED PRESS

Ein Gefängnisinsasse soll bei den Ausschreitungen schwer verletzt worden sein, Insassen hätten ihre Akten zerrissen oder verbrannt und Computer aus den Fenstern geworfen, hieß es. Eine Spezialeinheit versuchte, mit Polizeihunden und einem Hubschrauber wieder die Kontrolle über das Gefängnis zu erlangen. Erst über zwölf Stunden nach Beginn war die Revolte vorbei. "Alle vier Trakte gesichert", hieß es in der Nacht auf Samstag.

Mittelfinger für die Außenwelt

Die Insassen hatten durchaus ihren Spaß an der Revolte, wie ein angeblich aus dem Gefängnis stammendes Selfie zeigt. Darauf zu sehen sollen zwei der Insassen sein, die Wachmännern ihre Helme abgenommen haben. Einer der Männer streckt einen Mittelfinger in die Kamera.

Ein angeblich in dem Gefängnis aufgenommenes Selfie soll zwei der revoltierenden Insassen zeigen.
Foto: twitter.com

Eine Gefahr für die Öffentlichkeit habe nicht bestanden, sagte ein Sprecher des Justizministeriums: "Der Vorfall war räumlich abgeriegelt."

Eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestand durch die Gefängnisrevolte nicht.
Foto: ASSOCIATED PRESS

Dritter Vorfall binnen weniger Wochen

Birmingham ist mit etwas mehr als einer Million Einwohner die zweitgrößte Stadt in Großbritannien nach der Hauptstadt London. Der Vorfall war bereits der dritte in England in wenigen Wochen: Am 29. Oktober hatte eine Spezialeinheit in Lewes eingreifen müssen, am 6. November hatten 200 Insassen im Bedford- Gefängnis Gänge geflutet.

Chefin vom Dienst
Heike Reinthaller-Rindler
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