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17.08.2017 - 07:02
Yahya Jammeh bei seiner Rücktrittserklärung
Foto: ASSOCIATED PRESS

Gambia: Entmachteter Präsident flog ins Exil

22.01.2017, 08:53

Nach seinem durch eine angedrohte Militärintervention afrikanischer Nachbarstaaten erzwungenen Rücktritt  hat sich Gambias langjähriger Präsident Yahya Jammeh am Samstag ins Exil nach Äquatorialguinea begeben. Der verhasste Präsident, der das Land 22 Jahre lang geführt hatte, verließ am Abend in einer Privatmaschine das Land und wendete somit eine militärische Eskalation der wochenlangen Krise ab. In der gambischen Hauptstadt Banjul tanzten die Menschen vor Freude.

Im staatlichen Fernsehen verlas Jammeh eine Erklärung, in der er seinem Nachfolger Adama Barrow viel Erfolg wünschte. Er lade Barrow dazu ein, "sofort zurückzukommen", um sein Amt anzutreten, und sei bereit, ihm mit Ratschlägen zur Seite zu stehen. Barrow war wegen der Krise im Ausland vereidigt worden.

Jammeh auf dem Weg zu seinem Flugzeug
Foto: ASSOCIATED PRESS
Adama Barrow, der neue Präsident Gambias
Foto: ASSOCIATED PRESS

ECOWAS drohte mit Militärintervention

Jammeh war im Dezember abgewählt worden und hatte seine Niederlage zunächst eingestanden. Später weigerte er sich aber, die Macht an Barrow abzugeben. In den vergangenen Tagen spitzte sich die politische Krise in Gambia extrem zu, Truppen der Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) überschritten mit Billigung der UNO die Grenze zu Gambia , um Jammeh zum Aufgeben zu bewegen.

Ein senegalesischer Militärkonvoi rollt in Richtung der Grenze zu Gambia.
Foto: ASSOCIATED PRESS

Seinen Amtsverzicht knüpfte Jammeh allerdings an Bedingungen. Er forderte etwa, dass ihm eine Amnestie gegen strafrechtliche Verfolgung zugesichert werde. Außerdem verlangte er, an kommenden Wahlen in Gambia teilnehmen dürfen. Ein Teil der Bevölkerung bat den neuen Präsidenten bereits darum, die Forderungen Jammehs abzulehnen.

Freudentänze in der Hauptstadt: "Jetzt sind wir frei!"

In Banjul brachen die Menschen am Samstag in Jubel aus und tanzten auf den Straßen, als sie von der Ausreise des langjährigen Staatschefs erfuhren. "Jetzt sind wir frei!", riefen einige. Seine Anhänger hingegen lobten seinen Mut, sich zum Wohle des Landes zurückgezogen zu haben.

Die ECOWAS, die Afrikanische Union (AU) und die UNO veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie Jammehs Gang ins Exil begrüßten und den Militäreinsatz für beendet erklärten. Sie forderten zudem die gambische Regierung auf, Jammehs "Würde" und seine Rechte zu garantieren. Dies gelte auch für seine Familie und sein Umfeld. Wenn er wolle, müsse er in sein Land zurückkehren können, hieß es in der Erklärung.

Gambia ist eines der 20 ärmsten Länder der Welt

Die frühere britische Kolonie Gambia gehört nach einem UN- Index zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Neben der Landwirtschaft ist in dem Staat mit etwa zwei Millionen Einwohnern der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige.

Redaktion
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