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24.03.2017 - 02:37
Foto: Associated Press

Fukushima: Sogar für Roboter eine Todeszone

13.02.2017, 08:33

Bei der Demontage alter Atomkraftwerke und Aufräumarbeiten nach nuklearen Unfällen sind Roboter von enormer Wichtigkeit. Sie können auch dort arbeiten, wo die Strahlenbelastung für Menschen viel zu hoch wäre. Doch auch sie stoßen bei großer Radioaktivität an ihre Grenzen. Das zeigt ein Fall im japanischen Schrottreaktor Fukushima, wo ein Aufräumroboter in nur zwei Stunden so stark verstrahlt wurde, dass er nicht mehr zu gebrauchen war.

Das meldet der japanische Kraftwerksbetreiber Tokyo Electric Power Company Holding (Tepco), der am Donnerstag in Fukushima einen Aufräumroboter an die radioaktive Strahlung verloren hat. Wie das IT- Portal "Heise"  berichtet, hat der Roboter nach zwei Stunden in Reaktor 2 des Unglücksmeilers plötzlich kein Bild mehr nach draußen geschickt und musste geborgen werden.

Bei Tepco vermutet man, dass der Ausfall des Roboters mit der enormen Strahlenbelastung zusammenhängt. Messungen sollen eine Belastung von 650 Sievert  pro Stunde ergeben haben. Das wäre der höchste Radioaktivitätswert, den Tepco seit dem Atomunfall in Fukushima nach dem Tsunami von 2011 gemessen hat. Ein Mensch würde in dieser Umgebung binnen Sekunden getötet.

Gefahr durch geschmolzenes Brennmaterial

Bei Tepco geht man davon aus, dass in dem Bereich, in dem der Roboter gearbeitet hat, das extrem radioaktive Brennmaterial durch den Druckbehälter im Reaktor geschmolzen ist und sich nahe der Stelle abgelagert hat, wo der Roboter ausfiel.

Das dürfte künftige Aufräumarbeiten erschweren: Der zerstörte Roboter sollte eigentlich mit einem Hochdruckwasserstrahl eine Passage von geschmolzenen Kabeln und Lack säubern, um anderen Aufräumrobotern den Zugang zum Reaktor zu ermöglichen. Er konnte vor dem Ausfall aber nur etwa ein Fünftel der geplanten Arbeiten abschließen.

Tepco beschwichtigt: Keine Strahlung ausgetreten

Gefahr für die japanische Bevölkerung besteht durch den Zwischenfall nicht, versichert man bei Tepco. Es gebe keine Anzeichen eines Strahlenlecks, das Menschen und der Natur außerhalb des Reaktors gefährlich werden könnte, heißt es in dem Bericht.

Roboter sind in Fukushima, aber auch in anderen AKW- Ruinen wie dem britischen Nuklearkomplex Sellafield das wichtigste Werkzeug der Abwrack- Teams. Sie tauchen zur Bergung alter Brennstäbe in verstrahlte Becken, zerschneiden mit Laserschneidern radioaktiven Schrott und transportieren das gefährliche Material in Behälter zur Zwischenlagerung. Extreme Strahlenbelastungen bringen aber auch die mechanischen Aufräumarbeiter an ihre Grenzen.

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