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20.02.2017 - 23:55
Das Bild eines Kraters mit 1,4 km Durchmesser (li.) auf dem Rand eines noch viel grösseren Kraters
Foto: ESA/Roscosmos/ExoMars/CaSSIS/UniBE / Video: ESA/Roscosmos/ExoMars/CaSSIS/UniBE

Forscher von Fotos der Mars- Sonde TGO begeistert

30.11.2016, 12:59

Auf der Suche nach Leben auf dem Mars haben europäische und russische Forscher jetzt erste Bilder und Daten ihrer Sonde "Trace Gas Orbiter" (TGO) empfangen. Vor allem die Fotos, die bei zwei nahen Vorbeiflügen am Roten Planeten mit einem Kamerasystem namens CaSSIS (Colour and Stereo Surface Imaging System) entstanden sind, begeistern die Wissenschaftler.

Der "Trace Gas Orbiter" ist am 19. Oktober in eine Umlaufbahn um den Mars eingeschwenkt und kreist zurzeit in einer hochelliptischen Bahn um den Roten Planeten. Dabei nähert sich die ESA- Sonde für kurze Zeit bis auf 250 Kilometer an die Marsoberfläche an und entfernt sich dann wieder auf bis über 100.000 Kilometer. Zwei dieser nahen Vorbeiflüge wurden ausgewählt, um CaSSIS und die drei anderen Instrumente an Bord des TGO zu prüfen.

Das Bild eines Kraters mit 1,4 km Durchmesser (li.) auf dem Rand eines noch viel grösseren Kraters
Foto: ESA/Roscosmos/ExoMars/CaSSIS/UniBE

Spektakulärer Blick auf die Mars- Oberfläche

CaSSIS hat nun ihre ersten hoch aufgelösten Fotos aus dem Orbit zur Erde gefunkt. "Die ersten Bilder, die wir erhielten, sind absolut spektakulär - und es sollte nur ein Test sein", wird Nicolas Thomas von der Universität Bern auf deren Website zitiert. Die von einem Team um Thomas entwickelte Kamera arbeite demnach fast perfekt und habe einen spektakulären Blick auf die Mars- Oberfläche geliefert, so der Wissenschaftler, die auch ein Video (siehe oben) der besten Aufnahmen zusammengestellt haben. Es illustriert auch, wie das TGO- Kamerasystem CaSSIS Daten sammelt, indem es Farbbilder in Stereo aufnimmt.

Foto: ESA/Roscosmos/ExoMars/CaSSIS/UniBE
Foto: ESA/Roscosmos/ExoMars/CaSSIS/UniBE

Insgesamt elf Aufnahmen wurden während des ersten Vorbeiflugs zur Erde gefunkt. Der TGO überflog an seinem nächsten Punkt zum Roten Planeten u.a. eine Region namens Hebes Chasma. "Wir haben Hebes Chasma mit 2,8 Metern pro Pixel gesehen", sagt Thomas. "Das ist, als ob wir mit 15.000 Kilometer pro Stunde über Bern hinwegrasen und gleichzeitig scharfe Bilder von Autos in Zürich schießen würden."

Forscher: "Alles funktioniert wie geplant"

Zusätzliche wurden Daten erhoben, um die Qualität der Bilder bei der Nachbearbeitung zu verbessern. Die daraus resultierende Bildqualität beeindruckte das gesamte Team: "Wir waren ziemlich nervös, aber es sieht so aus, als ob fast alles so funktioniert, wie wir es geplant haben. Die so entstandenen Bilder sind wirklich scharf."

Im Rahmen der Mission "ExoMars" suchen Europas Raumfahrtagentur ESA und ihr russischer Partner Roskosmos nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten. Die Sonde TGO soll unter anderem nach Methan in der Atmosphäre suchen. Ein Nachweis des Gases könnte auf biologische Aktivität auf dem Mars hinweisen.

Illustration: Der "Trace Gas Orbiter" auf seiner Bahn um den Mars
Foto: ESA/D. Ducros

30.11.2016, 12:59
wed, krone.at
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