Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
04.12.2016 - 19:31
Das übermalte Porträt (links) unter dem Degas-Bild "Porträt einer Frau" (rechts)
Foto: AP, APA/AFP/Nature/David Thurrowgood

Forscher machen übermaltes Degas- Bild sichtbar

05.08.2016, 09:08

Mithilfe modernster Technik haben australische Wissenschaftler ein Frauenporträt des Malers Edgar Degas (1834- 1917) deutlich sichtbar gemacht, das der Künstler selbst übermalt hatte. Es zeigt das zur damaligen Zeit beliebte Model Emma Dobigny - allerdings mit spitzen Elfenohren. Eine technische Nachbildung des versteckten Porträts veröffentlichten die Forscher nun in der Fachzeitschrift "Scientific Reports".

Über das Bild der jungen Frau hatte der französische Künstler das bekanntere Werk "Porträt einer Frau" gemalt, das eine ältere Frau mit schwarzer Kleidung und einer schwarzen, schleierartigen Haube zeigt. Degas malte die unbekannte ältere Frau zwischen 1876 und 1880. Schon lange wissen Experten, dass sich hinter dem eigentlichen Gemälde ein anderes verbirgt, das sogar durch die oberen Farbschichten durchscheint.

"Porträt einer Frau" von Edgar Degas (1834-1917)
Foto: Australian Synchrotron/National Gallery of Victoria

Röntgenstrahlen machten ein verstecktes Frauenporträt sichtbar, das auf dem Kopf steht. Allerdings waren so bisher nur schwarz- weiße, schemenhafte Umrisse zu erkennen. Nun ist dieser Porträtversuch, den Edgar Degas vor der Öffentlichkeit verstecken wollte, allerdings detailliert und farbig auf dem Bildschirm der australischen Forscher wiedererschienen.

Bild mit Röntgenfluoreszenzanalyse untersucht

Das Forscherteam um David Thurrowgood von der National Gallery of Victoria in Melbourne hat das Gemälde unter anderem mittels Röntgenfluoreszenzanalyse untersucht. Mit dieser Technik kann die chemische Zusammensetzung von Materialien erkannt werden, weil die Elemente charakteristische Strahlung absondern.

Edgar Degas' "Porträt einer Frau" während des Scan-Vorganges
Foto: APA/AFP/Nature/David Thurrowgood

Wegen der großen Datenmenge, die dabei entsteht, ist das Scannen großer Bildbereiche mit guter Auflösung erst seit einigen Jahren möglich. Den erkannten Elementen, wie Kupfer oder Quecksilber, ordneten die Wissenschafter Farben von Degas Farbpalette zu, die das chemische Element enthalten. Sie reproduzierten auf diese Weise, Pixel für Pixel, eine detaillierte Darstellung des versteckten Gemäldes.

Übermaltes Porträt zeigt Emma Dobigny

Im Porträt, das so auf dem Bildschirm erschien, erkannten die Wissenschaftler eine Frau, die zur damaligen Zeit bei Malern ein gefragtes Model war: Emma Dobigny. Auch Degas malte sie öfter. Bei dem übermalten Porträt konzentrierte sich der Künstler offenbar auf die Ohren. Diese wirken auffällig spitz. Die Forscher stellten fest, dass der Maler dies mit einigen Korrekturen abmildern wollte. Tatsächlich wird von Degas behauptet, dass er eine einige Zeit lang solche Elfenohren malte.

Foto: AFP/Nature/David Thurrowgood

Die Forscher sehen in ihrer Entdeckung nicht nur eine kunsthistorische Bedeutung. Auch könne die Technik angewendet werden, um den Malstil eines Künstlers eindeutiger zu bestimmen und so Fälschungen zu erkennen. Nach Angaben der Forscher blieb das Bild von der Strahlung unbeschädigt.

Edgar Degas wurde 1834 in Paris geboren und ist als Künstler zwischen traditionellem Stil und dem modernen Impressionismus einzuordnen. Der Maler wiederholte bestimmte Themen öfter, wie Balletttänzerinnen, Frauen bei der Körperpflege und Pferderennen. Gegen Lebensende erblindete er und widmete sich der Bildhauerei.

05.08.2016, 09:08
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum