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03.12.2016 - 08:11
Ein drei Monate altes Baby mit Mikrozephalie
Foto: Associated Press

Erstmals Babys mit Mikrozephalie in Thailand

30.09.2016, 12:28

Erstmals ist nun auch in Südostasien bei Babys mit Mikrozephalie das Zika- Virus nachgewiesen worden. Experten in Thailand gehen davon aus, dass der Erreger Auslöser für die Schädelfehlbildung ist, wie das Gesundheitsministerium in Bangkok am Freitag mitteilte. Das Virus sei bei den zwei Babys in Urin und Blut nachgewiesen worden, sagte der Sprecher der Abteilung für Krankheitsprävention, Vicharn Pawan.

Die US- Gesundheitsbehörde CDC hatte Schwangeren wenige Stunden vor der Bekanntmachung empfohlen, zehn Länder in Südostasien zu meiden. Der Zika- Erreger kann bei Babys im Mutterleib zur Schädelfehlbildung Mikrozephalie führen. Besonders betroffen sind aber Brasilien und Kolumbien in Südamerika. Dort wurden bisher die allermeisten Fälle von Missbildungen bei Babys durch das Zika- Virus gemeldet: rund 2000.

Ansteckung auch durch Sex möglich

Von Mikrozephalie betroffene Kinder werden mit einem sehr kleinen Kopf geboren. Folgen können geistige Behinderung und andere schwerwiegende neurologische Störungen sein. Die Infektion wird durch Mücken übertragen, Ansteckungen sind aber auch durch Sex mit Infizierten möglich. Die Krankheit verursacht grippeähnliche Beschwerden, die allermeisten Fälle verlaufen aber glimpflich.

In Südostasien ist das Virus zwar seit Jahren präsent. Neue Fälle wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zuletzt aus Singapur, den Philippinen, Malaysia und Vietnam gemeldet. Aber kein Land hatte bisher bei Babys mit Mikrozephalie eine Zika- Infektion nachgewiesen. "Keine Panik", sagte der Sprecher. "Nicht alle Babys von mit Zika infizierten Müttern werden mit Mikrozephalie geboren."

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Zika-Viren (rot)
Foto: CDC

Es sei unklar, ob es tatsächlich mehr Infektionen in Südostasien gibt oder ob die Zahlen nur wegen höherer Aufmerksamkeit der Behörden steigen, erläutert die US- Gesundheitsbehörde CDC. In vielen Ländern seien Einheimische vermutlich immun. Dies gelte aber nicht für Amerikaner - und andere Ausländer, die aus Ländern kommen, in denen das Virus nicht präsent ist.

US- Gesundheitsbehörde warnt Schwangere

"CDC empfiehlt Schwangeren, nicht nötige Reisen in südostasiatische Länder mit Zika- Infektionen zu verschieben", teilte die Behörde mit. Sie nennt Thailand, die Philippinen, Indonesien, Malaysia, Myanmar, Kambodscha, Vietnam, Laos, Brunei Osttimor und die Malediven.

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AG/red
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