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05.12.2016 - 04:25
Foto: dpa/Zucchi Uwe

"Erschreckend großer" Pädophilenring gesprengt

23.11.2016, 09:13

Nach der Aufdeckung mehrerer pädophiler Netzwerke im Internet durch die Polizei in der norwegischen Stadt Bergen sind in verschiedenen Landesteilen Verdächtige festgenommen worden. Die Polizei in Finnmark fasste einen Mann und beschlagnahmte seinen Computer. Er soll wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen vorbestraft sein.

Die Polizei in Bergen hat bisher 51 Männer identifiziert, die Kinder missbraucht und Filmmaterial davon im sogenannten Darknet verbreitet haben sollen. Als Darknet wird ein Bereich des Internets bezeichnet, in dem sich die Nutzer fast komplett anonym bewegen können.

"Die Sache ist erschreckend groß"

Insgesamt registrierten die Beamten 5000 Benutzerkonten. "Die Sache ist erschreckend groß", sagte Ermittlungsleiterin Hilde Reikras dem norwegischen Fernsehen NRK. Es sei mit weiteren Festnahmen zu rechnen.

Seit Jänner hatte ein Team von 25 Ermittlern das Treiben beobachtet. Die Männer tauschten nicht nur kinderpornografisches Material aus, sie verabredeten sich auch zu Misshandlungen von Kindern. In einem Chat besprachen etwa zwei Männer konkret, wie sie ein Mädchen entführen und vergewaltigen wollten.

Andere bestellten Liveübertragungen von sexuellen Handlungen mit Minderjährigen. Ein Mann bat um "Tipps", wie er sein Kind, das demnächst geboren werde, sexuell misshandeln könne. Betroffen sind Kinder auf den Philippinen und in Norwegen. Am Dienstag hatte die Polizei einige von ihnen bereits befragt.

Polizistensohn soll zentrale Rolle spielen

Am Sonntag war die Polizei an die Öffentlichkeit gegangen und hatte ihr Material an Polizeistationen in anderen Bezirken weitergegeben. Allein im Raum Bergen wird derzeit gegen 22 Männer ermittelt. Ein 23 Jahre alter Student soll eine zentrale Rolle gespielt haben. Sein Vater, ein Polizist, wurde suspendiert.

Nach Angaben der Polizei verfügen viele der Männer über eine hohe Internetkompetenz und wussten, wie sie sich einen Zugang zum durch Anonymisierungsdienste geschützten Darknet beschaffen können. Unter ihnen seien unter anderem ein Jurist, ein Politiker und ein Kindergartenmitarbeiter.

23.11.2016, 09:13
AG/red
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