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26.05.2017 - 18:30
Afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Italien
Foto: APA/AFP/Andreas Solaro

Dutzende Flüchtlinge im Meer ertrunken?

03.11.2016, 20:33

Bei einem neuen Flüchtlingsdrama vor der libyschen Küste sind möglicherweise Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 110 Flüchtlinge seien ertrunken oder würden vermisst, nachdem am Mittwoch ihr Schlauchboot gekentert sei, teilte das UN- Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Donnerstag mit.

Für ein weiteres Bootsunglück mit mehr als 120 Toten gab es zunächst keine Bestätigung von der italienischen Küstenwache. Etwa 140 Flüchtlinge seien auf dem Boot gewesen, das nur wenige Stunden vor dem Kentern in See gestochen sei, sagte UNHCR- Sprecherin Carlotta Sami unter Berufung auf Überlebende. Nur 29 Insassen hätten bisher gerettet werden können. Der norwegische Tanker "Siem Pilot" traf am Mittwoch als erstes Schiff am Unglücksort ein, die Besatzung zog die von ihrem stundenlangen Überlebenskampf geschwächten Flüchtlinge aus dem Wasser. Zudem bargen die Helfer zwölf Leichen.

Die Überlebenden wurden von der italienischen Küstenwache auf die Insel Lampedusa gebracht. Dort berichteten zwei Flüchtlinge über ein weiteres Bootsunglück vor der libyschen Küste. Ihr Schlauchboot sei kurz nach dem Start am Mittwoch gekentert, sagten die beiden Frauen laut der UNHCR- Sprecherin. Von den rund 125 Passagieren hätten nur sie überlebt. Die italienische Küstenwache teilte hingegen mit, keine Kenntnis über ein zweites Unglück am Mittwoch zu haben.

766 Migranten im Mittelmeer gerettet

Bei sieben verschiedenen Einsätzen wurden am Donnerstag 766 Flüchtlinge gerettet. Dabei wurde auch die Leiche einer Frau geborgen, berichtete die italienische Küstenwache, die die Rettungsaktion bei schwieriger Wetterlage koordinierte. Die Migranten befanden sich an Bord von fünf Schlauchbooten, eines kleineren Bootes und eines Segelbootes. Sie wurden von Schiffen der italienischen Küstenwache sowie vom spanischen Schiff "Rio Segura" in Sicherheit gebracht. Die "Topaz Responder" der maltesischen Hilfsorganisation MOAS kam fast 180 Menschen zur Hilfe, wie ein AFP- Fotograf an Bord des Schiffes berichtete.

Foto: APA/AFP/Andreas Solaro

Laut Angaben der UNO starben heuer bereits mehr als 4000 Menschen bei der gefährlichen Fahrt über das Mittelmeer. Im Vorjahr hatte es 3771 Tote gegeben.

03.11.2016, 20:33
red/AG
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