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08.12.2016 - 22:48
Forscher John Zhang mit Baby Abrahim Hassan
Foto: Associated Press, New Hope Fertility Clinic

Dieses Baby hat das Erbgut von drei Menschen

29.09.2016, 06:30

Mediziner haben mittels speziellem Zellkerntransfer ein Baby mit drei genetischen Eltern erzeugt. Demnach erprobte ein Team von Forschern aus den USA, Mexiko und Großbritannien eine spezielle Keimbahntherapie bei einem Paar aus Jordanien. Baby Abrahim Hassan wurde vor fünf Monaten von einem US- Ärzteteam zur Welt gebracht, wie die britische Zeitschrift "New Scientist" berichtet.

Laut Angaben des Magazins hatt die Frau bereits mehrere Kinder verloren, weil sie unter einer mitochondrialen Erbkrankheit leidet, die bei Kindern zum so genannten Leigh- Syndrom führt. Diese Störung des Energiestoffwechsels der Mitochondrien, manifestiert sich in schwammförmige Degenerationen und Nekrosen in Stammganglien, dem Kleinhirn sowie dem Hirnstamm.

Ein Team der New Hope Fertility Clinic in New York nutzte ein neues Verfahren: Forscher um John Zhang entfernten den Zellkern einer Eizelle der Mutter und setzen ihn in die Eizelle einer anderen Frau ein, bei der der Zellkern zuvor entfernt worden war. Diese Zelle enthielt aber noch Mitochondrien, das sind Zellkraftwerke, die ebenfalls (wenn auch nur rund ein Prozent, Anm.) Erbmaterial besitzen. Danach wurde die Zelle mit dem Samen des Vaters befruchtet.

Bub kam gesund auf die Welt

Vor fünfeinhalb Monaten sei nun ein gesunder Bub auf die Welt gekommen, berichtet der "New Scientist". Alle drei Elternteile stammen demnach aus Jordanien. Weil diese Art der Behandlung in den USA nicht erlaubt ist, fand sie im benachbarten Mexiko statt, so das britische Magazin.

Abrahim Hassan ist allerdings nicht das erste Baby mit drei genetischen Eltern. Bekannt geworden war zum Beispiel Alana Saarinen, die ebenfalls Gene von ihrem Vater und von zwei Frauen trägt, allerdings wurde in diesem Fall eine andere Technik verwendet. Damals wurden die Mitochondrien mittels eines sogenannten Zytoplasma- Transfers nachträglich in die befruchtete Eizelle gegeben. Die Technik ist nach Sicherheits- und Ethik- Bedenken 2002 in den USA verboten worden.

Kritiker befürchten "Babys nach Maß"

Durch die Einschleusung der DNA einer dritten in die Eizelle trägt ein solches Kind nicht mehr nur die Gene seiner natürlichen Eltern. Kritiker sehen durch die Technologie die Schleusen geöffnet, die dazu führen könnten, dass schon in naher Zukunft im Labor quasi Babys nach Maß produziert werden.

29.09.2016, 06:30
wed, krone.at/AG
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