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05.12.2016 - 09:56
Foto: Andi Schiel, BMI

Der Drogenhandel eskaliert völlig!

24.08.2016, 16:00

So viele Anzeigen wie seit zehn Jahren nicht, deutlich mehr Suchtgift aus dem Verkehr gezogen - der nun von der Exekutive präsentierte Drogenbericht 2015 gibt wenig Grund für Optimismus.

90 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz pro Tag - so die alarmierende Bilanz der österreichischen Drogenfahnder aus dem vergangenen Jahr. Laut dem jetzt vom Bundeskriminalamt veröffentlichten Drogenbericht 2015 (hier gibt's den kompletten Bericht zum Download ) scheint der Rauschgifthandel in Österreich immer mehr auszuufern - was die nackten Zahlen deutlich belegen. So musste die Exekutive im vergangenen Jahr um 2657 mehr Anzeigen gegen mutmaßliche Dealer und Konsumenten ausstellen als noch 2014. Ein nicht unwesentlicher Anstieg von fast neun Prozent.

Foto: BPD Wien

Polizei stellte Drogen um 28 Millionen Euro sicher

Und auch die Asservatenkammern der Polizei dürften mittlerweile randvoll sein: Die Menge an sichergestellten Drogen hat sich nämlich um Hunderte Kilo nach oben geschraubt. Wurde im Jahr zuvor noch "Gift" um 18 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen, belief sich der Schwarzmarktwert der 2015 eingezogenen Drogen auf fast 28 Millionen Euro. Allein in Sachen Kokain wurden auf österreichischem Boden um 90 Kilogramm mehr an dem "weißen Pulver" sichergestellt.

Entwicklungen, die Sorge bereiten. Wenngleich Bundeskriminalamt- Chef Franz Lang relativiert: "Die Anstiege sind unter anderem auch damit zu erklären, dass der Kontrolldruck durch die heimische Exekutive im vergangenen Jahr deutlich erhöht wurde. Folglich gingen auch mehr Verdächtige ins Netz, wurden mehr Anzeigen erhoben und größere Mengen an Rauschgift sichergestellt."

Drogen eines jüngst in Wien verhafteten Cyber-Suchtgift-Dealers
Foto: LPD WIEN

Hälfte der ertappten Dealer Ausländer

Nicht von der Hand zu weisen sei allerdings, dass es seit geraumer Zeit deutlich mehr Drogendealer auf Österreichs Straßen gibt als noch vor ein paar Jahren. Und auch wenn dies offiziell nur äußerst ungern ausgesprochen wird: Diese Tatsache hängt ohne Zweifel mit den Flüchtlingsströmen zusammen. Statistisch betrachtet kommen rund die Hälfte der im Vorjahr gefassten Dealer aus dem Ausland.

Tatverdächtige Drogenhändler mit ausländischer Herkunft
Foto: BMI

Bei den restlichen 50 Prozent mit österreichischer Staatsbürgerschaft sei aber der Anteil an Verdächtigen, die einen Migrationshintergrund haben, ebenfalls nicht unerheblich. Diesbezüglich würde man derzeit allerdings noch keine eigenen Statistiken führen. Interessant jedoch: Wenn Asylwerber in das Suchtgift- Geschäft einsteigen, dann passiert dies - laut Experten - meist zwischen dem siebten und elften Monat ihres Aufenthaltes.

Ebenfalls spannend die Verteilung der unterschiedlichen Dealer- Nationen: Während sich Wien laut den Experten in den Händen der nigerianischen und serbischen Szene befindet, haben in der Steiermark Dealer aus Afghanistan das Sagen. Parallel beanspruchen in Tirol marokkanische Staatsbürger die "Gift"- Szene für sich.

Cannabis weiterhin Droge Nummer Eins

Unangefochtene Haupthandelsware auf dem rot- weiß- roten Drogensektor: Marihuana. Ebenfalls großes Kopfzerbrechen bereiten die rein chemischen Drogen. Gerhard Stadler, Leiter des Büros Suchtmittelkriminalität im Bundeskriminalamt: "Allein im Vorjahr haben wir 20 Kilo von insgesamt 172 neuen Substanzen sichergestellt. Vieles wird über das Darknet vertrieben."

Foto: flickr.com/Coleen Whitfield (Symbolbild)

Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz im Bundesländervergleich

Foto: BK
Foto: BK
Foto: BK
Foto: BK
Foto: BK
Foto: BK
Foto: BK
Foto: BK
Foto: BK

Suchtgift - die tödliche Gefahr

Mehr als 207.000 Opfer starben allein im vergangenen Jahr weltweit infolge von Drogenmissbrauch. Und auch wenn es bei uns dahingehend seit Jahren vorsichtig positive Tendenzen zu vermelden gab (2011 starben noch 201 Suchtgiftkranke, 2014 waren es "nur" mehr 122), sorgen Einzelfälle immer wieder für Schlagzeilen - und Erschütterung.

So verstarb im Jänner des Vorjahres die 32- jährige Roswitha E. qualvoll auf der Couch in ihrer Wohnung in Wien. Sie hatte sich mit ihrem Freund einem Drogen- Roulette hingegeben. Der Mix aus Alkohol, Kokain, Marihuana, Speed und dem Ersatzstoff Substitol war für den Körper der Frau zu viel.

Ebenfalls tödlich endete im Oktober 2014 eine wilde Drogen- Party in Bürmoos in Salzburg: In einem Wohnhaus wurden zwei leblose Körper entdeckt - für einen der beiden Männer kam jede Hilfe zu spät. Der 28- Jährige war an einer Überdosis Heroin gestorben.

24.08.2016, 16:00
Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung/red
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