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22.07.2017 - 12:10
Der Wiener Teenie-Islamist Lorenz K.
Foto: APA/dpa/Federico Gambarini, "Krone", Wikipedia

Das Geständnis des Wiener IS- Terroristen (17)

31.01.2017, 20:30

Jener 17- jährige Teenager, der am 20. Jänner in Wien wegen Terrorverdachts festgenommen wurde und mittlerweile in U- Haft sitzt, ist durch die Anzeige eines Bekannten ins Visier der Behörden geraten. Der gebürtige Niederösterreicher war dem Mann muslimischen Glaubens in der Stadt Neuss in Deutschland wegen seiner radikalislamischen Ansichten aufgefallen. "Die Kämpfer des IS waren Helden für mich", sagte der Terror- Teenager nun bei seiner Einvernahme. In dieser erzählte er laut einem Bericht des "Falter" auch, wie er einen "Probe- Sprengsatz" baute.

Der 17- Jährige hatte - wie berichtet - in Neuss einen später ebenfalls in Haft genommenen 21- Jährigen besucht und dort probeweise den Sprengsatz gebaut.  Binnen zwei Stunden und mit einer Anleitung aus dem Internet bastelte er im Dezember einen Sprengsatz, den er in einem Park habe explodieren lassen, berichtet der "Falter" mit Bezug auf die Vernehmungsprotokolle. Er habe sich allerdings nicht getraut, dem Sprengsatz auch Nägel hinzuzufügen. Dadurch sei bei der Sprengung auch kein Schaden entstanden. Zu einer echten Nagelbombe "hatte ich keinen Mut", erklärte Lorenz K.

Der Terrorverdächtige Lorenz K. (17) sitzt in Wien in U-Haft.
Foto: Peter Tomschi

In Justizanstalt radikalisiert

Radikalisiert wurde K. in der Justizanstalt Wiener Neustadt, wo er 2015 wegen einer Reihe strafbarer Delikte mehrere Monate in U- Haft verbracht hatte. Ein gewisser Ahmed habe ihm einen Koran gegeben, irgendwann habe er dem Burschen aus Dagestan gesagt, er wolle zum Islam konvertieren. Nach seiner Freilassung besuchte K. Moscheen, heiratete eine muslimische Internet- Bekanntschaft und lernte über Facebook einen gewissen Abdul A. kennen, der sich mit einer IS- Flagge vorstellte. "Er hat mir erklärt, dass ich ins Paradies kommen würde, wenn ich auch zur Al Nusra kommen würde", zitierte die Wochenzeitung aus dem Einvernahmeprotokoll.

In diesem Haus im deutschen Neuss stürmte das SEK die Wohnung des mutmaßlichen Komplizen.
Foto: APA/dpa/Federico Gambarini

"Kämpfer des IS waren Helden für mich"

Der 17- Jährige hörte sich auch Hetzreden des in Graz verurteilten radikalen Predigers Mirsad O. an und holte sich Informationen über die Folter der USA im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib. "Ich habe gehört, dass der IS 5000 Muslime aus diesem Gefängnis befreit hat. Seit diesem Zeitpunkt, das war so im April 2016, waren die Kämpfer des IS Helden für mich."

"Ich hasse das deutsche Militär"

Dass Menschen vom IS angezündet werden, sei natürlich grausam, aber das sei Rache für Kriegsverbrechen des Westens, meinte der 17- Jährige laut "Falter". Kämpfer wie ihn brauchte der IS in Syrien nicht mehr. "Ich wollte in Europa etwas machen, in Deutschland. Ich hasse das deutsche Militär, weil sie an den Kämpfen gegen Muslime beteiligt sind."

Redaktion
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