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25.06.2017 - 08:10
Foto: APA/dpa/Daniel Karmann / Video: Ruptly.TV, krone.tv

D: Woran starben die sechs Teenager im Gartenhaus?

30.01.2017, 13:40

Ein besorgter Vater findet in seinem Gartenhaus die Leichen von sechs Jugendlichen, darunter seine eigenen beiden Kinder. Nach dem Bekanntwerden des Horrorfunds herrschte am Montag nicht nur in der 8000- Seelen- Gemeinde Arnstein in Unterfranken, wo es zu der Tragödie kam, Fassungslosigkeit. Die Kriminalpolizei sucht nun unter Hochdruck nach der Todesursache. In deutschen Medien kursieren indes mehrere Theorien zu dem Todesdrama.

Diesen Anblick wird er sein Leben lang nicht vergessen können: Ein besorgter Vater entdeckte in Arnstein bei Würzburg am Sonntagvormittag die Leichen seiner beiden Kinder und von vier weiteren Teenagern im Alter von 18 und 19 Jahren.  Die Jugendlichen hatten auf dem abgelegenen Grundstück des Mannes in einem Gartenhäuschen in der Nacht auf Sonntag eine Party gefeiert.

Foto: APA/dpa/Daniel Karmann
Foto: AFP

Polizei: "Keine Hinweise auf Gewaltverbrechen"

Wie das Polizeipräsidium Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Würzburg mitteilten, gibt es keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Die Todesursache ist den Angaben zufolge bislang völlig unklar. "Es kommen unterschiedliche Ursachen in Betracht", sagte ein Polizeisprecher.

Foto: ASSOCIATED PRESS

Kohlenmonoxidvergiftung als wahrscheinlichste Ursache

Als wahrscheinlichste Ursache gilt derzeit eine Kohlenmonoxidvergiftung. "Im Haus befand sich ein Holzofen, der auch eingeschürt wurde", sagte ein Polizeisprecher am Tatort. In der Nacht auf Sonntag hatten in Arnstein minus elf Grad geherrscht. Ein von der "Bild"- Zeitung befragter Rauchfangkehrer erklärte, dass der Kamin so verstopft gewesen sein könnte, "dass die Rauchgase nicht einwandfrei abziehen konnten und in den Raum gelangt sind. Schnee kann dafür ausreichen, auch Blätter könnten reingefallen sein."

Kohlenmonoxid ist ein farbloses Gas ohne Geruch. Symptome einer Vergiftung sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Atemnot. Das Gas verdrängt den lebenswichtigen Sauerstoff aus dem Blut. Schlecht gewartete Öfen sind die häufigste Ursache für eine Kohlenmonoxidvergiftung. So kamen auch in diesem Winter angesichts eisiger Minusgrade in Europa zahlreiche Menschen aufgrund von Kohlenmonoxid ums Leben, weil ihre Öfen defekt waren.

Foto: AFP

Facebook- Eintrag befeuert Selbstmord- Spekulationen

Eine weitere Theorie zu dem Todesdrama in Arnstein, über die derzeit in Deutschland spekuliert wird, geht von einem Selbstmord der sechs Jugendlichen aus. Dafür spreche aber laut Medien wenig, weil die Teenager als eingeschworene Clique galten.

Allerdings berichtete die "Bild" über einen rätselhaften Facebook- Eintrag einer der Toten. Die 18- jährige Rebecca, deren Vater Besitzer des Gartenhauses ist, hatte sich vor einiger Zeit in einem Post in dem sozialen Netzwerk gewünscht, "einmal an ihrem eigenen Grab zu stehen". Warum das Mädchen solch einen morbiden Spruch für ihre Facebook- Seite auswählte, kann sich in der 8000- Seelen- Gemeinde niemand erklären. "Sie war lustig, machte eine Ausbildung zur Bäckereiverkäuferin", sagte eine Bekannte gegenüber Journalisten.

Foto: AFP

Waren Drogen im Spiel?

Auch über Drogen wird spekuliert. So sollen synthetische Drogen wie etwa Crystal Meth in der Region unter Jugendlichen weitverbreitet sein. Allerdings seien die sechs Opfer, Rebecca, ihr Bruder Florian und die Freunde Rene, Michael, Kevin und Felix nicht als Drogenkonsumenten bekannt gewesen sein. Dennoch wird das Blut ihrer Leichen nicht nur auf Kohlenmonoxid, sondern auch auf Rückstände von Betäubungsmitteln und Rauschgiften untersucht. Toxikologische Ergebnisse werden aber erst in mehreren Wochen erwartet.

Wurde eisige Kälte den Jugendlichen zum Verhängnis?

Indessen machen auch Gerüchte die Runde, wonach die sechs Jugendlichen angesichts der eisigen Kälte in der Nacht auf Sonntag erfroren sein könnten. Die Toten wurden Medien zufolge in dem Gartenhaus in unterschiedlichen Räumen gefunden, also nicht alle in unmittelbarer Nähe zum wärmenden Ofen. Sie waren zudem mit mehreren Autos zu der abgelegenen Hütte gefahren. Sollte also Kälte zu einer Bedrohung geworden sein, hätten sich die Teenager in den Fahrzeugen aufwärmen bzw. jederzeit nach Hause fahren können.

Redaktion
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