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29.09.2016 - 00:22
Foto: twitter.com/BILD, thinkstockphotos.de

Chat- Partner trieb 23- jährige Deutsche in den Tod

11.03.2016, 18:50

Sie war verzweifelt, unglücklich mit ihrem Leben und hätte Hilfe benötigt. Doch dann traf eine junge Frau aus Deutschland auf einen Internet- Troll, der sie offenbar in den Tod getrieben hat. Wie Chat- Protokolle, die bild.de veröffentlicht hat, zeigen, hatte sich die 23- jährige Katharina L. mit einem Unbekannten im Internet angefreundet, der sie auf eine Horror- Achterbahnfahrt mitnahm: Zunächst bot der Chat- Partner an, ihr zu helfen. Doch ihre Gespräche kreisten bald nur noch um ein Thema: Was wäre die effektivste Methode, sich umzubringen? Am Ende erhängte sich die Frau.

Laut bild.de litt L. sehr unter dem plötzlichen Tod ihres Vaters, der vor rund zwei Jahren aus dem Leben geschieden war. Sie habe den Lebensmut verloren und sei zeitweise auch in stationärer Behandlung gewesen. Danach sei es ihr irgendwann wieder besser gegangen, sie habe sogar über eine mögliche Hochzeit mit ihrem Freund und Kinder gesprochen.

Frau musste über Arten des Suizids sprechen

Doch Ende Jänner sei sie an den unbekannten Chatter namens "isch Seifert" geraten, der sich als 34- jähriger Vater einer Tochter und Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr ausgegeben habe. Es folgten intensive Gespräche. bild.de schreibt von Hunderten Seiten, die die Chatnachrichten der beiden ausmachten. In diesen soll L. all ihre Probleme geschildert haben. "isch Seifert" habe behauptet, dass er ihr helfen wolle. Und wie? Indem die 23- Jährige über alle möglichen Arten des Suizids sprechen habe sollen, damit "der Druck abgebaut" werde. Der Mann soll L. sogar ein Video von einer Porno- Website geschickt haben, in dem eine nackte Frau gehängt wird.

"Hol den Gürtel - was daran verstehst du nicht?"

Am 16. Februar telefonieren die beiden das letzte Mal miteinander. Nach 25 Minuten und 43 Sekunden bricht das Gespräch plötzlich ab. Wenig später findet man die Leiche der 23- Jährigen. Sie hatte sich mit einem Ledergürtel erhängt. Im Chat- Protokoll auf dem Handy der Frau findet sich die letzte Konversation, die auch bild.de vorliegt:

Er: "Hast du den Ledergürtel?"
Sie: "Ich hänge nicht"
Er: "Wieso nicht?"
Er: "Kleiner Feigling du - lach - hol schon das Ding her - was machst du, überlegst du, was du tun sollst - halloha."
Sie: "Was?"
Er: "Wie was, den Gürtel sollst du endlich holen."
Sie: "Es ist sowieso alles egal."
Er: "Dann hol den jetzt endlich. Hol den Gürtel - was daran verstehst du nicht?"

Keine strafbare Handlung: Ermittlungen eingestellt

Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, dass die Mutter der 23- Jährigen nach dem Verlust ihres Ehemannes auch ihre Tochter verloren hat, muss sich die 46- Jährige nun auch damit abfinden, dass die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen "isch Seifert" eingestellt hat. Beihilfe oder Anstiftung zum Selbstmord sind nicht strafbar.

11.03.2016, 18:50
krone.at
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