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28.06.2017 - 11:53
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER (Symbolbild)

Bub (2) massiv verbrüht: Mutter holte keine Hilfe

12.01.2017, 13:15

Stundenlang hat eine Mutter im oberösterreichischen Vöcklabruck für ihren zweijährigen Sohn keine Hilfe geholt - und das, obwohl das Kleinkind am Mittwoch durch heißes Wasser schwere Verbrennungen erlitten hatte. Erst am Abend wurde die Rettung alarmiert, der kleine Milan befindet sich in Lebensgefahr.

Die 34- jährige Mutter, die als geistig beeinträchtigt gilt, berichtete in der ersten Einvernahme durch die Polizei, sie habe sich am Mittwochnachmittag in ihrer Wohnung Wasser für einen Tee erhitzen wollen. Sie sei nur kurz aus der Küche gegangen. In ihrer Abwesenheit dürfte der Zweijährige den Topf mit dem kochenden Wasser vom Herd gezogen haben. Der Topf kippte um und das Wasser ergoss sich über Kopf und Oberkörper des Buben, der schwere Verbrennungen an rund 70 Prozdent der Haut erlitt.

Seine Mutter unterließ es aber laut Polizei für mehrere Stunden, Erste Hilfe zu leisten oder Rettungskräfte zu verständigen. Sie habe angegeben, sie habe die Haut des Kindes inspiziert. Als Milan zu schreien aufhörte, habe sie gemeint, dass alles wieder gut sei.

Bekannter alarmierte Rettung

Erst als ein Bekannter am Abend in die Wohnung kam und sah, was passiert war, wurde die Rettung alarmiert. Der Notarzthubschrauber flog den Zweijährigen zunächst ins Landeskrankenhaus Vöcklabruck und später in die Uniklinik Salzburg. Laut deren Sprecherin Mick Weinberger wurden bei dem Unfall 70 Prozent der Haut des Kleinkinds verbrüht. Die Verfassung des kleinen Patienten sei "kritisch".

Nachdem Milans Zustand stabilisiert worden war, wurde er am Donnerstag gegen 2 Uhr zur weiteren Behandlung nach München in die darauf spezialisierte Klinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital überstellt.

Derartige Entwicklung nicht absehbar?

Inzwischen stellte sich zudem heraus, dass der Mutter zwei ältere Kinder, Schwestern im Volksschulalter, abgenommen worden waren. Sie befinden sich in der Obhut von Pflegefamilien. Bei der Kinder- und Jugendhilfe des Landes rechtfertigt man sich, dass die Mutter bereits mobile Unterstützung bekam, eine derartige Entwicklung nicht absehbar war.

Redaktion
krone.at
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