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25.03.2017 - 15:17
Foto: APA/AFP/ANDRESSA ANHOLETE / Video: AFP

Bandenkrieg in Gefängnis fordert Dutzende Tote

16.01.2017, 07:24

Ein grauenvolles Blutbad hat sich am Wochenende in einem brasilianischen Gefängnis ereignet. Stundenlange Kämpfe rivalisierender Drogenbanden forderten laut Angaben der Regierung mindestens 26 Tote. Zum Teil mussten enthauptete Leichen entsorgt werden, nachdem die Sicherheitskräfte in der Haftanstalt Alcacuz im Bundesstaat Rio Grande do Norte die Unruhen beendet hatten.

Das Ministerium für öffentliche Sicherheit teilte am Sonntag mit, dass das Gefängnis nach 14- stündigen Auseinandersetzungen wieder unter Kontrolle der Sicherheitskräfte sei. Kein Häftling sei aus der Strafanstalt nahe Natal, der Hauptstadt des Bundesstaats, entkommen. Die für 620 Häftlinge ausgelegte Anstalt ist mit mehr als 1000 Insassen massiv überbelegt.

Foto: APA/AFP/ANDRESSA ANHOLETE
Eine Fernsehaufnahme, die während der Kämpfe entstanden ist
Foto: APA/AFP/TV PONTA NEGRA SBT/HO
Gefangene, die Steine und andere Gegenstände von den Dächern werfen
Foto: APA/AFP/TV PONTA NEGRA SBT/HO
Angehörige der Gefangenen wollen Informationen von den anrückenden Polizisten einholen.
Foto: APA/AFP/ANDRESSA ANHOLETE

Inhumane Zustände in überbelegten Gefängnissen

Laut offiziellen Angaben liegt die Belegungsquote der Haftanstalten derzeit bei 167 Prozent. Ende 2014 gab es in Brasilien einem Bericht des Justizministeriums zufolge 622.000 Gefangene. Brasilien hat damit weltweit die viertgrößte Gefangenenzahl nach den USA, China und Russland.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte erst am Donnerstag die "inhumanen Zustände" in den brasilianischen Gefängnissen beklagt. Für Dienstag hat das Justizministerium in Brasilia alle Verantwortlichen der Bundesstaaten zu einer Krisensitzung eingeladen.

Dieses Bild zeigt eine überfüllte Gefängniszelle in Rio de Janeiro.
Foto: ASSOCIATED PRESS

Waffenruhe zwischen Kokainbanden beendet

Seit Jahresbeginn wurden in Brasilien schon mehr als 130 Gefangene bei Gewaltkonflikten in den überfüllten Haftanstalten getötet. Im Juli war eine Waffenruhe zwischen den beiden größten Kokainbanden - dem Primeiro Comando da Capital (Erstes Kommando der Hauptstadt) aus Sao Paulo und dem Comando Vermelho (Rotes Kommando) aus Rio de Janeiro - zusammengebrochen. Laut Medienberichten war dies auch die Ursache für das Massaker im Alcacuz- Gefängnis. Vor allem im Norden Brasiliens, der an die Kokain- Produzenten Bolivien, Kolumbien und Peru grenzt, werden Haftanstalten faktisch von Drogenbanden kontrolliert.

In Manaus waren Anfang des Jahres bei 17- stündigen Kämpfen in einem Gefängnis 56 Menschen getötet worden. Viele der Opfer wurden enthauptet und verstümmelt. Seither gab es noch mehrere ähnliche Vorfälle, unter anderem in einer Haftanstalt in Boa Vista, der Hauptstadt des Bundesstaats Roraima, wo 33 Menschen getötet wurden.

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