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24.08.2017 - 13:39
Kerry (li.) und Assad
Foto: APA/AFP/STRINGER, AFP/HO/SANA, AFP/JOHN THYS

Assads Aleppo- Deal mit Rebellen brüskiert USA

14.12.2016, 12:28

Während Rebellen und Zivilisten weiter darauf warten, den Ostteil der jahrelang umkämpften syrischen Großstadt Aleppo verlassen zu können, zeigen sich die USA brüskiert über den undurchsichtigen Deal zwischen Syriens Machthaber Bashar al- Assad und den Rebellen. Das US- Außenministerium teilte mit, dass es von Russland oder der Türkei nicht in die Planung einbezogen worden sei. "Selbst wenn dies das Ende der Belagerung von Aleppo ist, ist es nicht das Ende des Krieges in Syrien", sagte der Sprecher von Außenminister John Kerry.

Der russische UNO- Botschafter Witali Tschurkin hatte am Dienstagabend verkündet, dass die syrischen Regierungstruppen die vollständige Kontrolle über Aleppo übernommen hätten. In der Stadt schwiegen seit Dienstagnachmittag die Waffen, nachdem die Rebellenviertel von Ost- Aleppo vier Wochen lang von der Armee und ihren Verbündeten bombardiert worden waren. Am Mittwoch nahmen die Regierungstruppen die belagerten Stadtteile wieder unter Beschuss - laut Rebellenangaben mit Artillerie, Panzern und Mörsergranaten. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von "heftigen Kämpfen" und Luftangriffen.

Evakuierung stockt: Busse warten, Einwohner bleiben verschanzt

Die in dem Deal zwischen Assad und den Rebellen vereinbarte vollständige Evakuierung des Ostteils der Stadt kommt unterdessen nicht vom Fleck. Im zwischen Rebellen und Regierungstruppen geteilten Viertel Salaheddin warteten Mittwochfrüh drei Stunden nach dem geplanten Beginn der Evakuierung etwa 20 Busse, Zivilisten oder Rebellen waren aber nicht zu sehen. Am Vormittag beorderte die Regierung nach dem Wiederaufflammen der Kämpfe alle Busse zurück. Das wurde von regimetreuen Kreisen als Anzeichen dafür gesehen, dass die Abmachung mit den Rebellen über deren Abzug gescheitert sein könnte.

Eine Schlange leerer Busse in Aleppo
Foto: APA/AFP/GEORGE OURFALIAN

In den letzten von den Rebellen gehaltenen Gebieten von Ost- Aleppo, insbesondere im Viertel al- Mashad, warteten seit 5 Uhr zahlreiche Zivilisten auf Neuigkeiten über die Busse. Viele von ihnen hatten die Nacht unter freiem Himmel verbracht, weil sie wegen der Zerstörungen obdachlos sind. Am Dienstagabend waren bereits sechs Busse nach Salaheddin gefahren, kamen aber leer zurück.

Knapp 400 Rebellen legten Waffen nieder

Die erste Bilanz am Mittwochvormittag: Etwa 6000 Zivilisten haben laut der Agentur Interfax seit Zustandekommen des Deals die von Rebellen gehaltenen Stadtteile verlassen. Unter ihnen seien rund 2000 Kinder. 366 Rebellen hätten in den vergangenen 24 Stunden ihre Waffen niedergelegt und sich zurückgezogen. Laut Angaben von Rebellen sollten zuerst die Verletzten und Zivilisten in Sicherheit gebracht werden, dann Rebellen mit leichten Waffen, die entweder in den Westen der Provinz Aleppo oder in die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens gelangen sollten.

Foto: APA

Die Hilfsorganisation Medecins du Monde (Ärzte der Welt) schätzt, dass in Ost- Aleppo noch etwa 100.000 Menschen auf einem Gebiet von lediglich fünf Quadratkilometern eingeschlossen sind. Seit Beginn der Belagerung sind laut Experten mehr als 130.000 Zivilisten aus dem umkämpften Gebiet geflohen.

Iran gratuliert: "Erfolg gegen Terroristen"

Der Iran hat Syrien unterdessen zum Sieg über die Aufständischen in Aleppo beglückwünscht: "Wir gratulieren dem syrischen Volk zum Erfolg gegen die Terroristen und Elemente unruhestiftender Regierungen und zur Befreiung Aleppos", sagte Parlamentspräsident Ali Larijani am Mittwoch. Sein Land werde weiterhin sowohl Syrien als auch den Irak im Kampf gegen Terroristen unterstützen, so der Parlamentspräsident laut der Nachrichtenagentur ISNA.

Irans Parlamentspräsident Larijani
Foto: APA/AFP/ATTA KENARE

Die heftige Kritik der USA und des Westens am Iran wegen dessen Unterstützung von Assad wies Larijani zurück: Seiner Ansicht nach sei "dieses ganze Gerede" nur ein Versuch, die gescheiterte Politik des Westens in Syrien, im Irak und im Jemen zu vertuschen und mit Panikmache weiterhin lukrative Waffengeschäfte mit den Arabern abzuschließen.

Redaktion
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