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19.08.2017 - 10:29
Foto: APA/Helmut Fohringer, APA/Paul Plutsch

Anwalt will Fall Hirtzberger neu aufrollen

22.12.2016, 20:49

Im Februar 2008 wurde der Bürgermeister von Spitz an der Donau, Hannes Hirtzberger (Bild), durch eine mit Strychnin versetzte Praline vergiftet. Seither liegt er im Wachkoma. In der Folge wurde ein Heurigenwirt aus dem Ort wegen Mordversuchs zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Laut "Servus TV" will nun sein Anwalt den Fall neu aufrollen, denn ein neues Gutachten soll die Unschuld des Mannes beweisen.

Demnach soll der Lokalpolitiker damals siebenmal so viel Strychnin aufgenommen haben wie der Gerichtsmediziner beim Prozess im Mai 2008 genannt hatte. Diese Menge habe allerdings "niemals in einem 'Mon Chéri' Platz", zweifelte Rechtsanwalt Kurt Wolfmair im "Servus Journal" am Donnerstagabend die Süßigkeit als Ursache der Vergiftung an. Er strebe daher eine Wiederaufnahme des Verfahrens an und habe beim Landesgericht Krems einen entsprechenden Antrag eingebracht. Laut dem Bericht hat sich der Gerichtsmediziner noch nicht zu dem neuen Gutachten geäußert.

Dem Bürgermeister aus der Wachau war während der Autofahrt nach Krems offenbar übel geworden. Er hielt in Unterloiben an und konnte zwei Fußgängerinnen noch sinngemäß zurufen, sie sollten einen Arzt verständigen, er habe ein "Mon Chéri" gegessen und sei vergiftet worden. Danach verlor er das Bewusstsein, erlitt einen Herzstillstand, konnte aber reanimiert werden. Am Vortag hatte Hirtzberger vor dem Gemeindeamt an der Windschutzscheibe seines Autos ein Kuvert mit der Praline gefunden.

Umwidmungsstreit als Tatmotiv?

Als Motiv für den Mordversuch hatte der Staatsanwalt im Prozess eine sich hinschleppende Umwidmung für den "Klosterhof" samt angeschlossenen Grundbesitz des Angeklagten ins Treffen geführt. Der Heurigenwirt wollte seinen Besitz als Bauland gewidmet bekommen, um ihn verkaufen bzw. einem Hotelprojekt zuführen zu können.

Bürgermeister Hirtzberger soll dem zwar grundsätzlich nicht im Weg gestanden sein, aber unabdingbare Voraussetzungen - etwa die Vorlage eines Businessplanes oder die Zusage von Fördermitteln des Landes Niederösterreich - eingefordert haben, die der Heurigenwirt nicht beibringen konnte oder wollte. Für diese Verzögerung habe er den Bürgermeister verantwortlich gemacht, so der Anklagevertreter beim Prozess.

Redaktion
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