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23.09.2017 - 16:14
Der Tunesier Anis Amri richtete im Dezember in Berlin ein Blutbad an.
Foto: AFP/HO

Anis Amri: Kontaktmann saß schon einmal in Haft

05.01.2017, 06:34

Gegen den am Dienstag festgenommenen Kontaktmann des Berlin- Attentäters Anis Amri ist bereits in der Vergangenheit wegen einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt worden. Der 26- jährige Tunesier und zwei Männer seien im Verdacht gestanden, Sprengstoff für einen Anschlag in Düsseldorf besorgt zu haben, sagte der Berliner Justizsprecher Martin Steltner der rbb- Abendschau am Mittwoch. Er sei damals vorübergehend festgenommen worden.

Bei der Durchsuchung eines Fahrzeugs und einer Moschee seien jedoch keine Beweise gefunden worden. Die Abendschau berichtete weiter, der Mann sei von den Ermittlern damals als "relevante Person" eingestuft worden. Das bedeute, dass die Behörden ihn nicht für einen potenziellen Attentäter, aber für einen Unterstützer und radikalen Islamisten hielten.

"Anhaltspunkte reichen nicht für Tatverdacht aus"

Gegen den 26- jährigen Tunesier war in der Vorwoche Haftbefehl wegen Sozialbetrugs erlassen worden.  Nach bisherigen Ermittlungen trafen sich Amri und der Festgenommene am Vorabend des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche in einem Restaurant. Es besteht der Verdacht, dass der Mann von dem Anschlagsplan gewusst haben könnte. Die Anhaltspunkte reichten aber "derzeit nicht für einen dringenden Tatverdacht aus", sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, am Mittwoch.

Foto: Ruptly.TV, krone.tv
Der Berliner Weihnachtsmarkt nach dem verheerenden Anschlag
Foto: AFP/ODD ANDERSEN

Laut "Süddeutscher Zeitung", WDR und NDR soll es sich bei dem Mann um einen alten Bekannten von Amri handeln. Er sei den Behörden ebenso wie Amri früh als radikaler Salafist aufgefallen und von Fahndern observiert worden. Auch gegen den späteren Attentäter hatte die Berliner Strafverfolgungsbehörde 2016 ermittelt, das Verfahren dann aber eingestellt. Amri wurde von Sicherheitsbehörden als "Gefährder" geführt, man traute ihm also zu, jederzeit ein Attentat zu verüben.

Zweifel daran, dass Anis Amri tatsächlich der Täter des Berlin- Anschlags vom 19. Dezember ist, hat die Bundesanwaltschaft nicht mehr: "Nach unseren Erkenntnissen, nach all dem, was wir zusammengetragen haben, gehen wir davon aus, dass Anis Amri den Anschlag begangen hat", sagte Köhler. Nun werde ermittelt, ob jemand etwas von den konkreten Anschlagsplänen gewusst und ob es Helfer gegeben habe.

Amri posierte nach Tat vor Überwachungskamera

Wie Köhler weiter schilderte, ist Amri direkt nach dem Anschlag von einer Kamera am Berliner Bahnhof Zoo aufgezeichnet worden. Es sei davon auszugehen, dass der Mann auf dem Video Amri sei, sagte die Sprecherin. Er sei sich der Aufzeichnung offenkundig auch bewusst gewesen: Der Mann habe den erhobenen Zeigefinger in Richtung Kamera gezeigt - ein Gruß, der von IS- Anhängern bekannt ist. Aus Sicht der Bundesanwaltschaft handelte es sich um den sogenannten Tauhid- Gruß: Der gestreckte Zeigefinger symbolisiert dabei den Glauben an den einen und einzigartigen Gott ("Tauhid") und gilt als sichtbarer Ausdruck des muslimischen Glaubensbekenntnisses, in dem bezeugt wird, dass es neben dem einen Gott Allah keine anderen Götter gibt.

Video: Anis Amri kurz nach Anschlag auf Video zu sehen

Video: AFP, Ruptly.TV, YouTube.com

Wo sich Amri am 20. Dezember, dem Tag nach dem Attentat, aufgehalten hat, ist noch unklar. Vieles spricht dafür, dass er im Ruhrgebiet war, wo er verschiedene Kontakte hatte, und von dort in die Niederlande reiste. Dort wurde er am 21. Dezember von einer Überwachungskamera am Hauptbahnhof in Nimwegen gefilmt.

Ein Bild aus einer Überwachungskamera zeigt Anis Amri am Turiner Bahnhof Porta Nuova.
Foto: AP

Amri benutzte 14 verschiedene Identitäten

Später ging es über Amsterdam nach Frankreich und Italien, wo er am 23. Dezember in den tödlichen Schusswechsel mit der Polizei geriet. Die Leiche des 24- Jährigen, der laut deutschen Behörden 14 verschiedene Identitäten benutzt hatte, befindet sich noch immer bei den Ermittlungsbehörden in Monza. Bei weiteren Untersuchungen soll geklärt werden, ob Amri Drogen genommen hat. Bisher habe selbst die Familie den Leichnam nicht zurückgefordert, heißt es.

Redaktion
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