Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
03.12.2016 - 07:49
Über neuronale Bahnen ist den Forschern bislang nur wenig bekannt.
Foto: thinkstockphotos.de

Angststörungen: 60 Mio. Menschen/Jahr betroffen

25.07.2016, 16:31

Mit fast 100 Milliarden Nervenzellen, Neuronen genannt, und 500 Billionen Verbindungen, den Synapsen, ist das Gehirn das komplexeste und am wenigsten verstandene menschliche Organ. Unsere Handlungen, Gedanken und Emotionen sind abhängig von der Aktivierung von Neuronen in verschiedenen Bereichen des Gehirns und dem Kommunikationsnetzwerk zwischen diesen Neuronen. Diese neuronalen Bahnen sind trotz jahrzehntelanger intensiver Untersuchungen nur wenig bekannt.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Francesco Ferraguti erforscht, wie Gefühle erzeugt werden, vor allem negative Emotionen wie Angst, die als natürliche Reaktionsweisen für das Überleben eines Individuums wichtig sind. "Wenn diese Reaktionen zu stark ausfallen oder zu lange andauern, können sie zu psychischen Erkrankungen, wie Phobien oder generalisierter Angst, führen", erklärt Ferraguti.

Zuständig für die Regulierung der Angst im Gehirn sind zwei tief liegende Areale, der Hippocampus und der Mandelkern in der Schläfenregion, dem Temporallappen. Mithilfe neuartiger Techniken untersucht Ferragutis Team am Institut für Pharmakologie der Medizinischen Universität Innsbruck die Mechanismen, die der Kommunikation zwischen diesen beiden Hirnstrukturen zugrunde liegen, das heißt deren Vernetzungen oder die dafür verantwortlichen Moleküle - zum Beispiel Überträgersubstanzen (Neurotransmitter) und deren Andockstellen (Rezeptoren).

Prof. Dr. Francesco Ferraguti
Foto: Kronen Zeitung

Angststörungen sind die am weitesten verbreiteten psychiatrischen Erkrankungen, von denen in Europa pro Jahr mehr als 60 Millionen Menschen betroffen sind; das ist fast zehnmal mehr als die Anzahl der Demenzfälle.

Die pharmakologische Therapie der Angst beruht vor allem auf Arzneimitteln, die vor mehr als 20 Jahren entwickelt wurden und die leider bei fast 50 Prozent der Patienten nicht zur vollständigen Genesung führen. Es besteht daher ein großer Bedarf an neuen und wirksameren therapeutischen Strategien, wofür eine detaillierte Analyse der Funktion und Struktur der an Angst beteiligten Neuronen notwendig ist.

Zur Person
Francesco Ferraguti, geboren in Modena (Italien), studierte ebendort Medizin. Er arbeitete sieben Jahre für den britischen Pharmakonzern Glaxo (jetzt GlaxoSmithKleine). Es folgten Forschungsaufenthalte in Cambridge und Oxford (Großbritannien). Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Neurowissenschaften und Neuropharmakologie. Seit 2011 leitet er das Institut für Pharmakologie an der Medizinischen Universität Innsbruck.

In der Serie "Krone der Wissenschaft" stellen wir Projekte von Spitzenforschern und -forscherinnen in Österreich vor. Ausgewählt werden sie von Prof. Dr. Georg Wick, dem Leiter des Labors für Autoimmunität an der Medizinischen Universität Innsbruck.

25.07.2016, 16:31
Kronen Zeitung
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum