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23.05.2017 - 00:02
Foto: thinkstockphotos.de

Ärzte warnen vor Schlafmitteln für Kleinkinder

09.01.2017, 11:58

Vor einem gefährlichen Trend warnen Mediziner und Behörden jetzt in Deutschland: Demnach beobachten Kinderärzte immer häufiger, dass Eltern ihren Kleinkindern Beruhigungs- oder Schlafmittel geben. In Foren im Internet kursieren zahlreiche Namen von Schlafsäften und "Zaubermitteln", die Kinder müde machen sollen. Viele dieser Medikamente sind ohne Rezepte frei verkäuflich.

Vor allem die ohne ärztliche Verschreibung erhältlichen Arzneimittel lassen nun bei Kinderärzten und Wissenschaftlern die Alarmglocken schrillen, denn sie können das Schlafmuster des Nachwuchses stören und sich negativ auf die Entwicklung auswirken. Hinzu kommt, dass die Nebenwirkungen extrem sein können. Diese reichen von Auswirkungen auf innere Organe wie Leber und Nieren, über eine Abhängigkeit bis hin zum Atemstillstand, warnen Forscher.

Mittel können zu Abhängigkeit führen

"Es kann - auch in niedrigen Dosen - zum Atemstillstand kommen", sagt etwa der Sprecher des deutschen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Hermann Josef Kahl. So würden etwa Mittel, die den Wirkstoff Doxylamin (ein stark sedierendes Antihistaminikum, Anm.) enthalten, direkt im Gehirn wirken und könnten daher abhängig machen, so der BVKJ- Experte. Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) warnte schon vor Jahren vor Schlafmitteln für Kinder.

"Ich hätte als Arzt Bauchschmerzen, so etwas zu verschreiben", sagt Kinderarzt Kahl. "90 bis 95 Prozent der Kinder sind gesund, haben nur einen anderen Schlafrhythmus." Die Kinder seien in der Regel nicht das Problem. Meist würden die Eltern den Schlaf brauchen und nicht der Nachwuchs. "Die Mütter müssen ihre Erschöpfung loswerden. Da empfehlen wir in der Regel den gnadenlosen Einsatz der Verwandtschaft", so der Mediziner.

Valide Zahlen zu gefährlichem Trend fehlen

Einschätzung des bayerischen Gesundheitsministeriums zufolge geben immer mehr Eltern ihren Kindern Schlafmittel, valide Zahlen gibt es aber nicht. "Diesen gefährliche Trend, den Kinderärzte und Wissenschaftler derzeit beobachten, müssen wir stoppen", sagt die CSU- Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, und warnt vor "schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die Kinder".

Redakteur
Wilhelm Eder
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