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11.12.2016 - 11:19
Kardinal Christoph Schönborn
Foto: Florian Hitz, thinkstockphotos.de

Abgelehnter Afghane wurde Christ - und bekam Asyl

04.07.2016, 17:00

Ursprünglich wurden der Antrag des illegal eingereisten Afghanen abgelehnt, seine Beschwerden abgewiesen und eine Ausweisung festgelegt. Nun darf er doch bleiben: Der Mann hat den katholischen Glauben für sich entdeckt. Bei einer Ausweisung in seine Heimat müsse er als Konvertit um sein Leben fürchten, entschied das Bundesverwaltungsgericht.

Die Erzdiözese Wien erlebt plötzlich großes Interesse an Erwachsenentaufen - im Jahr 2016 werden es 130 Taufen sein, "davon der Großteil Flüchtlinge", so ein Sprecher.

Von Kardinal Christoph Schönborn getauft

Einer davon ging nach der Taufe durch Kardinal Christoph Schönborn zum Gericht, um nun als Konvertit Beschwerde gegen seinen negativen Bescheid einzulegen. Bereits fünf Jahre zuvor war der Afghane abgelehnt worden, blieb aber trotz Ausweisung durchgehend in Österreich. In dieser Zeit entdeckte der Mann, dessen Frau und Tochter im Iran leben, die katholische Kirche.

Seit 2012 nahm er am Glaubensunterricht und an Gottesdiensten teil. Dafür zog er aus der Steiermark nach Wien, weil es hier eine persische Kirche gibt. Er lebe von der Grundversorgung und habe im Rahmen des Pfarrverbandes eine kleine Firma für Reinigungsarbeiten gegründet, erklärte er Richterin Carmen Loibner- Perger. Er würde auch gerne mehr arbeiten.

Glauben "aus voller Überzeugung gewechselt"

Nach Österreich sei er gekommen, um seiner Familie, die er nach dem Bleiberecht nachholen wolle, ein besseres Leben zu ermöglichen. Den Glauben wechsle er aus voller Überzeugung. Als Konvertit vom Islam würden ihn "die Regierung und die Gesellschaft im Falle eine Rückkehr umbringen", so der Afghane.

Das Gericht gab seiner Beschwerde nach geltendem Asylgesetz statt: "Diese neuen - in Österreich eingetretenen - Umstände, mit denen ein Asylwerber seine Furcht vor Verfolgung begründet, können grundsätzlich zur Asylgewährung führen." Nun darf der Asylberechtigte hoffen, seine Familie nachzuholen. Es handle sich bei jeder Entscheidung um "zukunftsorientierte Einzelfallprüfungen."

04.07.2016, 17:00
Maida Dedagic, Kronen Zeitung/red
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