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27.06.2017 - 07:47
Foto: Peter Tomschi

Ab Mittwoch in der "Wohnkrone": Der "Immo- Punk"

26.04.2014, 17:00
Mit 28 Millionär, mit 38 Eigentümer von 160 Wohnungen: Gerald Hörhan, King des Immobiliengeschäfts, schreibt jetzt in der "Krone".

"Fuck Authority!" steht auf seinem weißen T- Shirt. Dazu trägt Gerald Hörhan zerrissene Jeans, eine schwarze Lederjacke, Doc Martens mit der britischen Flagge und ein Lächeln zwischen aufmüpfig und schüchtern. Klar, dass er auffällt in der marmorglänzenden Säulenhalle der Wiener Börse, wo der Nadelstreif zuhause ist. Und sein Büro, die Pallas Capital Holding.

"Ich war immer ein Rebell", erklärt der Immobilien- Investor und Autor von drei Bestsellern ("Investment Punk", "Gegengift", "Null- Bock- Komplott") bei unserem Rendezvous. Im Frankfurter Finanzdistrikt sei er einmal von zwei arroganten Bankern - "mit fetten Siegelringen und langweiligen Krawatten" - angepöbelt worden. "Was machen Sie denn hier? Sind Sie vielleicht arbeitslos?" Da habe Hörhan ihnen gleich eine seiner Frankfurter Wohnungen zur Miete angeboten. "Das ist es, warum ich Miami oder Monaco so liebe: Wenn Sie dort Anzug und Krawatte tragen, sind Sie von Beruf Chauffeur, Butler oder Kellner. Aber sicher kein erfolgreicher Unternehmer."

Gerald Hörhan IST - trotz Irokesen- Haarschnitt - erfolgreicher Unternehmer. "Mein Vater hat einmal gesagt: Die Männer, die mit ihren großen Autos vor der Schule vorfahren und die Einfahrt blockieren, sind meistens Gauner." Da habe er sich gedacht: "Irgendwann werde ich so ein Auto haben und meine Kinder von der Schule abholen. Aber ich werde kein Gauner sein." Schon mit 13 habe er gewusst, was er nicht will: "Früh aufstehen, mit dem Auto im Stau stecken, zu einer Arbeit fahren, die mir keinen Spaß macht, wo ich meinem Chef in den Arsch kriechen muss und nichts verdiene. Mir war klar, dass ich dazu Kohle brauche."

1993 gewinnt Hörhan, mathematisch hochbegabt, Silber bei der Internationalen Mathematikolympiade in Istanbul, bewirbt sich ein Jahr später in Harvard. Sein Mathematik- und Wirtschaftsstudium schließt er mit "Magna Cum Laude" ab. Als Analyst sammelt er Erfahrungen bei JP Morgan in New York und McKinsey in Frankfurt.

Als ein Freund samt Hund aus der Wohnung ausziehen soll, weil die Besitzerin verkaufen wollte, fängt es in Hörhans Kopf an zu rechnen. Es war dieser Schlüsselmoment, in dem das Bauchgefühl dem Hirn befiehlt: "Think big!" Hörhan unterbreitet der Dame ein Kaufangebot. "Ich konnte mit Erspartem eine Anzahlung machen, den Rest der Kaufsumme von 74.000 Euro hat mein Freund mit seiner Miete gezahlt."

Heute ist Gerald Hörhan King des Immobiliengeschäfts. Er kauft Wohnungen nach einer ausgetüftelten Checkliste, die jegliche Emotion und Gier ausschaltet. "Wenn Sie in einer Wohnung unbedingt wohnen oder mit ihr unbedingt reich werden wollen, haben Sie schon verloren." Hörhan klopft lieber Heizungsrohre ab, fordert Sitzungsprotokolle der Hauseigentümerversammlung, stoppt die Minuten, die man braucht, bis man bei der U- Bahn- Station ist, misst den Lärm des vorbeiziehenden Verkehrs.

160 Wohnungen nennt Hörhan, mittlerweile Multimillionär, schon sein Eigen, Tendenz: steigend. Für die "Wohnkrone", die jeden Mittwoch erscheint, wird er ab Mai als Scout unterwegs sein und Immobilien für Sie bewerten.

Ihn selbst hat sein Riecher für gewinnbringende Wohnobjekte reich gemacht. "Trotzdem hat sich mein Lifestyle nicht großartig geändert", erklärt er. Einziger Luxus: ein Aston Martin DB 9. Verschwendungssucht sieht anders aus. Hörhans Merksatz: "Ein Hund ist nach drei Knackwürsten satt. Auch der Mensch braucht keine vierte."

Seine provokanten Thesen:

SCHULDEN: "Ein Eigenheim auf Pump in der Pampa, dazu ein Leasingauto. Wer in diesem Hamsterrad strampelt, wird sein ganzes Leben lang nur abgezockt."

INVESTITIONEN: "Die Leute investieren in Sonderangebote, Zahnärzte in Ungarn, Yoga und Therapien. Aber wenn es um ihre Finanzen geht, haben sie null Ahnung. Da lassen sie sich rupfen wie Hendl."

RISIKO: "Es ist ein Irrtum zu glauben, eine Anstellung sei sicher und Unternehmertum sei riskant. Beides ist riskant. Aber angestellt zu sein und Konsumschulden zu haben ist ungefähr so, wie wenn Sie ukrainische oder ägyptische Anleihen besitzen."

SINN DES LEBENS: "Sich die Frage zu stellen, welchen Wert man schafft. Sowohl für sich als auch für andere."

26.04.2014, 17:00
Conny Bischofberger, Kronen Zeitung
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