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30.04.2017 - 22:08
Foto: Florian Senekowitsch, Universal Music

Wanda: "Wir trauen all der Anerkennung nicht"

19.09.2015, 17:00
Entwaffnende Ehrlichkeit oder mitunter geschicktes Schauspiel? Wanda-Sänger Marco Michael Wanda hat sich nicht nur mit seiner Musik einen Namen gemacht - Interviews und Gespräche mit dem charismatischen Frontmann sind alles, nur niemals langweilig. Die "Krone" hat ihn und Gitarrist Manuel Christoph Poppe anlässlich des bald erscheinenden zweiten Albums "Bussi" zum Gespräch getroffen und dabei über Antifeminismus, Flüchtlingskrise, Bob Dylan, Selbstlaute, Karl Kraus und "allgemeinen Scheiß" sinniert.

"Krone": Marco, Manuel – eine zehnseitige Story im renommierten "Musikexpress", Platin für euer Debütalbum "Amore" und tolle Chartplatzierungen. Das alles nur drei Jahre nach der Bandgründung. Wie fühlt es sich für euch an, neben Bilderbuch die Co- Heilsbringer der österreichischen Populärmusikszene zu sein?
Marco Michael Wanda: Wir sind für viele Aspekte dieser Karriere blind. Das mag daran liegen, dass wir Anerkennung nicht trauen und nicht narzisstisch persönlichkeitsgestört sind. Von Anerkennung und Erfolg sind wir nicht abhängig. Es geht immer um die Musik und die Verantwortung, ein Publikum in eine Sphäre der Ekstase hinüber zu führen. Hin und wieder denkt man sich natürlich schon "wow". Wir beschweren uns natürlich nicht, dass wir viel zu arbeiten haben.
Manuel Christoph Poppe: Uns war sehr lange sehr fad und das ist vorerst vorbei.

"Krone": Woher diese Fadesse? Ihr habt ja immer schon an Songs gearbeitet – auch vor dem Erfolg.
Wanda: Meine persönliche Lebenszeitrechnung beginnt mit der Bandgründung vor drei Jahren. Davor war es der Versuch, ein Leben auf die Beine zu stellen. Jetzt fühlt es sich viel mehr wie ein Leben an.

"Krone": Seht ihr euch auch selbst als "letzte wichtige Rock- 'n'- Roll- Band unserer Generation", wie man gerne über euch sagt?
Wanda: Mit Sicherheit. Das geht über das Lebensgefühl, das wir artikulieren. Dass die Leute in uns etwas sehen, zeichnet eine Rock- 'n'- Roll- Band aus.
Poppe: Die Leute sind mutig und verlieren ihre Angst, das ist eine unserer wichtigsten Aufgaben.

"Krone": Hat sich euer eigener Blick auf die Band über die letzten Erfolgsmonate verändert?
Wanda: Eigentlich nicht. Ich wusste vorher schon, was für großartige Musiker wir sind. Wir haben schon auf den winzigen Bühnen auf Leben und Tod gespielt und machen das genauso vor 30.000 Leuten. Es hat sich nichts verändert, wir kennen uns nur noch besser. Das Fundament der Band ist die Freundschaft und diese vertieft sich immer mehr.

"Krone": Verändern die vielen Superlative und Erfolgsmeldungen über euch nicht euch als Persönlichkeiten?
Wanda: Wir glauben das alles einfach nicht. Dass wir die wichtigste Rock- 'n'- Roll- Band sind, das war natürlich mit einem Augenzwinkern gesagt.
Poppe: Wir sind nicht angetreten, um Lob und Anerkennung zu ernten. Wir wollten alle immer Musiker sein und auf der Bühne stehen, um Konzerte zu spielen. Wir sind sehr dankbar, dass das funktioniert und sind sehr froh, dass die Leute uns nach wie vor in Scharen die Tür einlaufen.
Wanda: Solange sie uns wollen, machen wir das. Wenn nicht mehr, dann nicht.

"Krone": Erfolg war schon immer ein Antriebsmotor für eure Band. Ist euer Vertrag beim Branchenriesen Universal Music für das kommende, zweite Album "Bussi" jetzt die perfekte Symbiose für den endgültigen, großen Durchbruch?
Wanda: Auch da hat sich nicht viel verändert. Wir arbeiten einfach mit mehr Menschen. Früher haben wir unseren Labelboss in seinem Wohnzimmer besucht, jetzt gibt es Büros. Mit der Zusammenarbeit bin ich aber sehr zufrieden, alle sind bemüht, unsere Musik rauszubringen. Für mich hat das fast etwas Sentimentales.
Poppe: Es ist immer noch ein Dialog auf Augenhöhe zwischen Band und Label. Wir werden zu nichts gezwungen, nirgends hingeschoben und uns wurde nichts verboten. Es ist ein schöner Austausch.

"Krone": Viele dachten von euch, ihr würdet euch Major- Labels bewusst verweigern. War das für euch selbst je ein Thema?
Wanda: Nein, überhaupt nicht. Wir verteufeln die Musikindustrie nicht dort, wo sie nicht verteufelt gehört. Bislang war der Kontakt mit der "höheren Musikbranche" sehr angenehm. Man begegnet uns sehr respektvoll, so wie wir es auch mit anderen machen. Wir haben kein Problem mit der Zusammenarbeit.

"Krone": In einem Interview hast du schon betont, dass du dich wohler fühlst, je weiter du in der Musikbranche vordringst. Warum eigentlich, denn vielen Künstlern geht es genau anders?
Wanda: Ich habe einfach keine Angst vor denen, es macht doch jeder nur seinen Job. Alle gemeinsam bringen wir Musik raus und das ist der kulturelle Auftrag, den wir gemeinsam erfüllen.

"Krone": Nach "Amore" kommt jetzt "Bussi" – ist das der zweite Teil einer Liebestrilogie?
Wanda: Es ist der nächste Buchstabe im Alphabet. (lacht) Das Wort hat wieder fünf Buchstaben. So wie Wanda, Amore, Falco, Elvis, Cream, Bowie und The Doors. Ich werde immer über die großen Themen Leben, Liebe und Tod Lieder schreiben. Das Zwischenmenschliche ist mein Fokus, auch Angst ist ein Thema. Getragen wird das Ganze musikalisch von einer lebensbejahenden Stimmung. Ich glaube nicht, dass sich das vorläufig ändert.

"Krone": "Amore" ist dank euch ein sehr geflügeltes Wort geworden und auch "Bologna" hatte man vor Wanda dank des Prozesses eher negativ konnotiert. Wie fühlt sich das an, solche Wörter so positiv erstrahlen zu lassen?
Wanda: Ich finde das sehr nett und wir hören immer wieder, dass Schüler und Teenager ihre SMS mit Amore beenden. Das ist irgendwie schon bewegend. Es ist nicht schlecht, ein Wort wie Amore so tief in unseren Sprachgebrauch reinzutragen. Besser als Hass jedenfalls. (lacht) Es ist auch schön zu sehen, wie lebendig für die Fans dieser textlich- literarische Kosmos ist. Jeder hat seine Vorstellung von den Figuren in den Liedern und für jeden bedeutet das was. Genau deshalb machen wir uns keinen Stress und glauben auch nicht, dass wir schnell verschwinden. Die Menschen identifizieren sich viel mehr über das Lebensgefühl und den Inhalt dieser Musik als über die Personen in der Band. Wir sind vom Persönlichkeitskult verschont und verspüren wenig Hysterie. Es ist mit dem Publikum ein Duell auf Augenhöhe.

"Krone": Ihr seid aber auch selbst sehr charismatische Persönlichkeiten. Wollt ihr euch nicht auch besser zentrieren?
Poppe: Das haben wir uns nicht ausgesucht und es ist uns nicht bewusst. Aber es ist ein nettes Kompliment. (lacht)

"Krone": Kann "Bussi" auch als eine Art Dank an die Fans interpretiert werden, die euch bislang so stark unterstützt haben?
Wanda: Wie alles entstand auch dieser Titel instinktiv. Es war tatsächlich der nächste Buchstabe im Alphabet, weiter haben wir nicht gedacht. Vielleicht kommt als nächstes der Cäsar. (lacht)

"Krone": Viele der Songs auf "Bussi" habt ihr in einem Aufwasch mit den "Amore"- Songs geschrieben. Fühlen sich diese Nummern für euch noch frisch an, obwohl sie erst jetzt erscheinen?
Wanda: Natürlich. Wir würden etwas falsch machen, wenn sie so schnell ihre Gültigkeit verlieren würden. Wir haben auch das ältere Material nicht totgespielt und freuen uns immer noch, "Bologna" live zu spielen. Daran wird's nicht scheitern.

"Krone": Nach welchen Kriterien habt ihr dann entschieden, welche Lieder auf "Amore" kommen und welche ihr zurücklässt?
Wanda: Alles nach Bauchgefühl, es hat sich im Prinzip von selbst entschieden. Es gab viel Material und es gibt auch jetzt Material für ein drittes Album. Wir intellektualisieren unsere Arbeit nicht, sondern arbeiten sehr instinktiv. Fühlt es sich gut an, dann machen wir es einfach.
Poppe: Innerhalb der Band gewinnt die beste Idee.
Wanda: Die schlechte Idee begeht Selbstmord und nimmt sich aus dem Spiel.

"Krone": Kann man die Essenz von Wanda immer noch mit "Schnaps, Frauen und Lederjacken" gleichsetzen?
Wanda: Ich glaube gar nicht, nein. Wenn es jemanden hilft, einen Zugang zu finden, dann aber sehr gerne. (lacht) Der literarische Anspruch, den die Texte stellen, ist ein allgemein- menschlicher. Ich singe jetzt nicht über das neue iPhone oder das Internet, sondern eher über den vulgären Vollzug des Daseins. Über Dinge, die das Herz immer anrührten und anrühren werden.

"Krone": In euren Songs schwingt immer das Echte, Romantische mit. Ist das so eine Art Bezug zu einer älteren, nostalgischeren Welt?
Wanda: Das würde ich jetzt einmal als Deutung stehenlassen. Da habe ich wenig Überblick, ob ich das so meinte, aber es ist vielleicht bezeichnend, dass ich seit acht Jahren kein Internet habe. Ich gehe auch lieber in die Beisln und Kaffeehäuser als in die Clubs oder Szene- Bars. Vielleicht hat das was damit zu tun.

"Krone": "Bologna", "Andi und die spanischen Frauen" – warum habt ihr eine so enge Verbindung zum Süden? Ihr könntet ja auch über Schweden singen.
Wanda: Das ist nur ein verbaler Zufallsgenerator. Als Liedermacher kann ich verraten – alles was mit vielen Selbstlauten funktioniert, singt sich sehr schön. "Spanien", "Bologna", "Italien", "All You Need Is Love". Die deutsche Sprache ist sehr sperrig, da muss man schon draufkommen, wie man was g'scheit singt.

"Krone": Es heißt doch, schlechte PR wäre besser als gar keine PR. Das "The Gap" und der Blog "Walzerkönig" haben euch jetzt Sexismus und Anti- Feminismus wegen Video und Text zu eurer Single "Bussi Baby" vorgeworfen. Ärgert euch das noch?
Wanda: Das hat uns nie geärgert, wir haben es immer für ein Missverständnis gehalten. Toleranz, Liebe, Anerkennung, Freiheit, Friede – das ist unmissverständlich. Hier haben wir vielleicht erfüllt, was wir immer gesagt haben – das unsere Arbeit eine Projektionsfläche ist. Warum sie jetzt so genutzt wurde, weiß ich nicht. Diese Interpretation finde ich ein bisschen geistesgestört. Es kommt mir fast vor, wie ein Schizophrener, der in einem Song vermeintlich irgendeine tiefere Botschaft erkennt. Wie man das alles missverstehen kann, ist für mich das größte Rätsel. Wenn jemand fragt, wofür du stehst, sag für Amore – ich glaube nicht, dass irgendwas eindeutiger sein kann als das.

"Krone": Fühlt ihr euch mit euren Songs und Texten öfters missverstanden?
Wanda: Eigentlich überhaupt nicht. Irgendjemand nannte das Skandälchen. Es ging eine gelinde Welle der Empörung durch einige kleinere Internetmedien, aber unsere Botschaft wird eigentlich eh von allen verstanden. Mich wundert immer wieder aufs Neue, wenn so etwas kommt, aber was wäre der Rock'n'Roll ohne seine Reibungsfläche? Passt schon so, das gehört alles dazu. Ich will überhaupt nicht polarisieren, wir verkaufen Platten auch ohne Polarisierung. Wir verkaufen ein positives Lebensgefühl und ich würde mir wünschen, dass wir von Skandalen verschont bleiben.

"Krone": Mit Songtitel wie "Nimm sie, wenn du's brauchst" spielst du deinen Kritikern aber in die Hände.
Wanda: Wie gesagt – das ist alles zufällig, ich habe damit nichts zu tun. Meine Kunst ist eine Projektionsfläche. Was darin gelesen wird, interessiert mich einen Scheißdreck. In dem Lied geht es um einen Mann, der seine Frau an einen anderen Mann verliert und er hält einen Dialog mit seiner eigenen gekränkten Seele. "Nimm sie, wenn du's brauchst" ist ja keine Parole. Ich würde es geisteskrank finden, wenn man das als antifeministische Parole auslegt. Vollkommen wahnsinnig. Welchen Grund hätten wir denn, um Gottes Willen? Warum sollten wir mitten in dieser wunderschönen Geschichte einen antifeministischen Kurs einlegen? Noch dazu, wo wir alle bekennende Humanisten sind – völlig verrückt.

"Krone": Findet ihr, dass der Rock'n'Roll heute viel zu schnell zu Tode analysiert wird?
Wanda: Ich weiß es nicht. Karl Kraus nennt so etwas "Betriebsqualen", ich glaube, so etwas passiert einfach. Jetzt sind wir eine Mainstream- Band geworden. Jetzt mischen einfach mehrere Menschen mit und sehen viele hin. Viele erkennen Dinge, die wir uns so nie gedacht haben. Es liegt einfach daran, dass unsere Musik mehr Menschen zugänglich ist. Es kommen nun alle Arten von Deutungen und Interpretationen dazu.

"Krone": Verunsichert das eure Kreativität, wenn ihr immer stärker in den Fokus von mehr Menschen und mehr Medien gerät?
Wanda: Nein, ich schreibe die Lieder für mich selbst und für einen fiktiven Zuhörer, stellvertretend für alle anderen. Es gibt überhaupt keinen Skandal. Wenn es einen gäbe, das könnte mich vielleicht verändern. Ich bin überrascht, dass du das überhaupt ansprichst, denn wie du schon gesagt hast, es ist einfach nur ein Internetblog, der diesen Skandal vielleicht nötig hat, um 100 Likes mehr zu bekommen. Das andere ist eine kleine Zeitschrift.

"Krone": "Laut.de" hat dich unlängst so zitiert, dass dich politische Positionen verwirren und du schizophren wirst, wenn du politisch denken musst. Wie ist das genau zu verstehen?
Wanda: (lacht) Wir wollen keine politische Band sein und haben keine politische Aussage, aber eine menschliche. Wenn man eine politische Aussage hat, müsste man ständig auf das Wellenartige auftreten, auf politische Strömungen reagieren – das wollen wir nicht. Wir haben eine unsterbliche Aussage. Wir wollen, dass alle Menschen gleich sind und sich alle verwirklichen dürfen.

"Krone": Ihr habt euch unlängst im Internet mit einem Video zur Flüchtlingsthematik positioniert, was durchaus im Bereich des Humanistischen liegt. Aber kann man das das Menschliche vom Politischen überhaupt noch trennen?
Wanda: Dazu kann ich gar nichts sagen. Wir haben etwas empfunden und es sagen müssen, aber ich werde mich sicher nicht in einen politischen Kanon einmischen. Das habe ich nicht vor und ist auch nicht meine Aufgabe. Dazu bin ich auch zu ungebildet. Wo kämen wir da hin? Ich kann den Menschen immer nur dasselbe zu verstehen geben: habt keine Angst. Fremdenhass ist Angst, genauso wie der Ursprung alles Bösen. Die Menschen haben keine Angst vor dem Fremden, sondern vor der Existenz an sich. Vielleicht würde es dieser Gesellschaft gut tun, sich vielmehr zu philosophieren als zu politisieren.

"Krone": Wart ihr überrascht über diese Welle der Hilfsbereitschaft, die sich durch ganz Österreich ausgebreitet hat?
Wanda: Ich bin sehr stolz darauf. Man liest sehr viel über Hilfsbereitschaft und das ist großartig, überrascht war ich aber nicht. Es sind nicht alle verrückt in Österreich, es ist nur ein Drittel. (lacht)

"Krone": Seht ihr euch als Künstler und Menschen dazu beauftragt, weiterhin Stellung zu beziehen und könnten daraus auch neue Songs inspiriert werden?
Wanda: Ich werde niemals Bob Dylan sein. Das habe ich schon Länge mal Breite gesagt.

"Krone": Aber wo endet für dich der Themenkontext beim Songschreiben?
Wanda: Einfach nichts Politisches.

"Krone": Die Flüchtlingsthematik ist, wie du selbst sagst, per se nicht politisch, sondern humanistisch.
Wanda: Ich schreibe aber nichts über Tagespolitik. Was soll ich da schreiben? Es ist traurig, dass alle hungern. Wem nützt das was? Das ist ja verrückt.

"Krone": Wie viele deiner Alltagsgeschichten sind selbst erlebt, wie viele Fiktion?
Wanda: Das muss alles erlebt worden sein, sonst kann man nicht darüber schreiben. Es sind keine unmöglichen Dinge, über die ich schreibe. Trennung, Verlust, Angst, Liebeskummer, Rausch, Leben, Liebe, Tod – das sind die Themen.

"Krone": Fällt es dir immer noch so leicht, neue Zugänge zu diesen Themen zu finden?
Wanda: Das rutscht voll von selbst. Es fällt mir überhaupt nicht schwer. Ich bin am Leben, also schreibe ich über das Leben.

"Krone": Ist das Glas für dich beim Schreiben eher halb voll oder halb leer?
Wanda: Keine Ahnung, was heißt das? (lacht)

"Krone": Gehst du positiv oder negativ an deine Texte heran?
Wanda: Ich hüte mich davor, über mich endgültige Aussagen zu treffen. Das tue ich mir selbst nicht an. Diesen ganzen Quatsch, bin ich ein Optimist oder ein Realist? Das gehört auf die FH oder so, damit habe ich nichts am Hut. Ich bin jeden Tag anders und sehe jeden Tag anders. Das ganze Leben ist Veränderung.

"Krone": Ist Veränderung gut für dich?
Wanda: Das ist so ein allgemeiner Scheiß, was soll ich dazu sagen? (lacht) Das wird mir gerade zu philosophisch. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich dazu etwas Gehaltvolles sagen kann.

"Krone": Viele Menschen wollen keine Veränderung zulassen, weil sie sich in ihrer Position wohlfühlen. Du bist etwa derzeit mit deiner Band erfolgreich und gut positioniert – ergo möchtest du vielleicht auch keine Veränderung.
Wanda: Dann sage ich jetzt einfach mal, ich will mich nicht verändern, aber verstehen tu ich das nicht. (lacht)

"Krone": Anfang Oktober gibt es zwei ausverkaufte Release- Shows in der Wiener Arena, dann geht es auf große Tour bis zum Highlight, dem Stadthallen- Konzert im April 2016. Ziemlich genau ein Jahr nach eurer ersten Gasometer- Show. Was kommt im April 2017? Happel- Stadion? Krieau?
Wanda: Schauen wir einmal, das wäre auf jeden Fall sehr nett. Jetzt müssen wir einmal schauen, dass überhaupt jemand in die Stadthalle kommt. (lacht) Sonst müssen wir alles mit Vorhängen abdecken, damit es nach ausverkauft aussieht.

"Krone": Auch wenn ihr gleich gerne vor 30 als auch 30.000 Leuten spielt – würde so eine ausverkaufte Stadthallen- Show nicht doch für mehr Bauchkribbeln und Nervosität sorgen?
Wanda: Ich mache jetzt sicher kein Lulu ins Hemd. Wir kennen die großen Arenen mittlerweile auch aus Deutschland, aber natürlich ist es etwas Besonderes. Es ist unsere Stadt und wir sind eine der wenigen Bands, die das überhaupt gemacht haben. Ich bin sehr gespannt, ob sich das ausgeht.
Poppe: Sehr viele Leute meinen, dass wir in zu kleinen Hallen spielen und die Konzerte viel zu schnell ausverkauft wären, sie keine Karten mehr haben. Also – bitte sehr. Da habt's es jetzt. Kommt's nun aber auch. (lacht)

"Krone": In Deutschland seid ihr ungemein populär. Im Fußball heißt es immer, ein Legionär muss besser sein als ein einheimische Spieler, um zum Zug zu kommen. Bei euch war das offensichtlich der Fall.
Wanda: Die Deutschen mögen uns wohl, weil die Rockmusik in Deutschland in den letzten 10- 20 Jahren sehr intellektualisiert war. Was wir dort hören ist, dass wir einen Schwung der Leichtigkeit mit uns bringen. Das könnte der Grund sein, aber ich stehe eher fassungslos vor dem ganzen Phänomen Wanda. Ich habe überhaupt keine Erklärung, warum es so läuft, wie es läuft. Wir sind einfach dankbar dafür.
Poppe: Es fühlt sich ein bisschen so an, als ob man auf uns gewartet hätte. Dass endlich so jemand kommt, der so ist wie wir. Das ist der einzige Schluss, den ich daraus ziehen kann.

"Krone": Was war denn eure Erwartungshaltung vor dem Release von "Amore"?
Wanda: Ich dachte, wir werden so tausend Platten verkaufen.
Poppe: Und vielleicht im Sommer ein paar Festivals spielen.
Wanda: Eigentlich haben wir gar nichts erwartet.

"Krone": Wie weit kann der Erfolg von Wanda noch gehen? Wann ist der Plafond für euch erreicht?
Wanda: Darüber machen wir uns keine Gedanken. Solange man will, dass wir spielen, werden wir spielen. Und solange wir stehen können, werden wir spielen.
Poppe: Wir werden euch nicht erspart bleiben...

Wanda live gibt es im Herbst in ganz Österreich. Die beiden Release- Shows in der Wiener Arena (1. und 2. Oktober) für das am 2. Oktober erscheinende, zweite Studioalbum "Bussi" sind bereits ausverkauft. Zahlreiche weitere Termine im ganzen Land folgen aber, bevor die Band als bisherigen Karrierehöhepunkt am 22. April 2016 die Wiener Stadthalle anvisiert. Alle Konzerttermine finden Sie unter www.wandamusik.com . Tickets erhalten Sie unter 01/960 96 999 oder im "Krone"- Ticketshop .

19.09.2015, 17:00
Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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