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04.12.2016 - 22:01
Foto: EPA/EMI

Tiziano Ferro: "Alla mia età"

16.03.2009, 10:05
Zwei Jahre nach seinem letzten Erfolgsalbum ("Nessuno è solo" – Niemand ist alleine) meldet sich Tiziano Ferro mit einem neuen Album "Alla mia età" zurück. Als einem der wenigen gelingt es dem erst 29-Jährigen eine lange Tradition italienischer Musikexporte weiterzuführen und darüber hinaus – dank seiner, für den typischen Italiener eher untypischen Xenophilie – die alten Grenzen und Dimensionen aufzubrechen und den Italo-Pop weiter ins 21. Jahrhundert zu führen. Nicht ganz unbeabsichtigt, wie sich zeigt, denn das Album wird gleich in vier Versionen (Italienisch, Spanisch, International und für Lateinamerika) veröffentlicht und geht in 42 Ländern an den Chart-Start.

Das neue Werk wartet mit zwölf Songs und einem Bonus- Track auf. Und obwohl der Titel "Alla mia età" (In meinem Alter) für die noch so junge Karriere des Künstlers etwas hochgegriffen nach Welterfahrenheit klingt, kann man diese doch in mancherlei Hinsicht nicht leugnen. Denn Tiziano Ferro hat einige Jahre in Mexiko gelebt, Spanisch und Simultanübersetzung studiert und wohnt mittlerweile in London. Ein Teil dieser Weltoffenheit spiegelt sich in "Alla mia età" wieder. Einerseits entkommen manche Texte der in Italien oft überstrapazierten Dreifaltigkeit aus Liebe, Frauen und Romantik, andererseits entdeckt man eine Fülle an modernen Stilen, die für eine erfrischende musikalische Basis sorgen. In den Arrangements vereinen sich neben R´n´B- Sounds und TripHop- Einflüssen auch Pianosound und Rockgitarren.

Suche nach dem Ursprung philosophischer Raffinesse
In den Songs fasst Tiziano Ferro in autobiografischer Manier alles zusammen, was sein Herz in den vergangenen zwei Jahren berührt haben soll. Doch kommt man nicht umhin, dieser Fülle an Erfahrungen mit einer gewissen Skepsis zu begegnen, angesichts wortgewaltiger Zeilen wie zum Beispiel "chi non vive lascia il segno del più grande errore" (wer nicht lebt, hinterlässt sich selbst den größten Fehler) oder "spesso il mondo sbaglia" (Die Welt irrt sich oft). Derlei Erfahrungsreichtum kollidiert einerseits mit dem jugendlichen Antlitz des Künstlers und wirft andererseits die Frage auf, was dem Mann in den vergangenen zwei Jahren widerfahren sein muss, um zu einer solchen philosophischen Raffinesse zu gelangen? Was bei Vätern und Großvätern italienischen Pops (Eros Ramazzotti, Luciano Ligabue, Adriano Celentano, usw.) einen realen Bezug zu Lebenserfahrung, Glück und Schmerz vermittelt, wirkt bei Tiziano Ferro (noch) etwas zu gewollt.

Kollaborationen mit namhaften Künstlern

Was dem Album hingegen besonders zu Gute kommt, sind die Kollaborationen mit namhaften und internationalen Künstlern. So hat niemand geringerer als Sängerlegende Franco Battiato den Text zu "Il stesso tempo" (Die gleiche Zeit) beigesteuert, ein Künstler für den Ferro seit seiner Kindheit schwärmt: "Ich höre seine Musik seit meinem dritten Lebensjahr."

Ein Duett mit Ex- Destiny’s Child Kelly Rowland wiederum ist das Produkt einer Zufallsbegegnung in einem Londoner Aufnahmestudio. Ein schicksalhaftes Kennenlernen, das in einer One Take Live- Aufnahme des Songs "Indietro" (Rückwärts bzw. zurück) mündete, die dem Album als gelungener Bonus Track beigefügt ist.

Fazit: Tiziano Ferro bleibt in seinem neuen Album zwar seinem eigenen Stil treu, dennoch wirkt das Gesamtwerk insgesamt an Einflüssen überfrachtet. Keine klare Aussage, keine klare Linie ist erkennbar. Erfrischend hingegen wirkt die Abkehr vom klassischen Italo- Pop und der mitunter gelungene Versuch, traditionelle Konzepte mit internationalen Einflüssen zu koppeln und daraus etwas gänzlich Neues zu schaffen. Trotzdem werden Fans der klassisch- italienischen Popmusik nicht enttäuscht sein, denn um Balladen rund um Liebe, Frauen und Romantik kommt auch ein Weltenbummler wie Tiziano Ferro nicht ganz herum.

7 von 10 Punkten

von Fritz Schneeberger

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