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17.08.2017 - 08:27
Foto: Scarlet Page, Canary Dwarf Record

The Darkness: "Wir wollen demnächst Falco covern!"

29.06.2015, 17:03
Im Zuge des Rockavaria-Festivals in München haben wir uns mit Justin Hawkins und den neuen Drummer Rufus Taylor von The Darkness über das starke neue Album "Last Of Our Kind", den schleichenden Tod der harten Rockmusik und das Vermächtnis von Österreichs Pop-Legende Falco unterhalten.

Den Karriereverlauf der britischen Glam- Rocker The Darkness als Achterbahnfahrt zu bezeichnen, wäre fast noch zu kurz gegriffen. Mit ihrem Debütalbum "Permission To Land" reanimierten sie 2003 ein totgeglaubtes Genre, erreichten Platz eins in den UK- Album- Charts und wurden siebenfach Platin veredelt. Geblendet von Erfolg und Gigantomanie war der Nachfolger "One Way Ticket To Hell... And Back" ein künstlerischer und produktionstechnischer Rückschritt. Bis die Band implodieren sollte, war nur eine Frage der Zeit. 2006 war es schließlich so weit. Diva- Gehabe, Drogengeschichten und der surreale Rockstar- Lifestyle zerstörten die vielleicht interessanteste Rockband des neuen Jahrtausends.

Nüchtern und schelmisch

Nach diversen Solo- und neuen Bandausflügen fanden sich der exzentrische Frontmann Justin Hawkins, sein Gitarre spielender Bruder Dan, Bassist Frankie Poullain und Drummer Ed Graham aber wieder zusammen. Das Comebackalbum "Hot Cakes" war eine Zäsur - kein Majorlabel mehr, keine übertriebene Produktion, kein vertontes Gottgehabe. Der Erfolg kam leise zurück, ein nüchterner und mittlerweile zum stolzen Vater mutierter Justin Hawkins zeigte sich deutlich gereift, auch wenn sein exaltiertes Äußeres und der typisch- britische Humor in Interviews noch auf den Schelm der jungen Jahre schließen lassen.

Nun erschien das vierte Album der Band, das zweite seit der "Wiedergeburt". Auf "Last Of Our Kind" scheinen sich The Darkness wieder gefunden zu haben, sind Songs wie "Barbarian", "Open Fire" oder "Hammer & Tongs" doch die stärksten Glam- unterstützten Rock- Kompositionen seit der Frühzeit der Band. Auch der Wirbel im Bandgefüge (Drummerin Emily Dolan Davies war nur wenige Monate an Bord) schwächte das finale Werk nicht. Vielmehr hat sich bei den gereiften Briten ein Kreis geschlossen, ist der neue Drummer doch niemand Geringerer als Rufus Taylor, seines Zeichens Sohn von Queen- Drummer Roger Taylor.

Queen, Rock und Falco

Justin Hawkins, der die Köpfe aller Queen- Mitglieder auf seinen Fingern tätowiert hat und nur Frontmann von The Darkness wurde, weil Bruder Dan ihn einst beim Singen von "Bohemian Rhapsody" erwischt hat, ist im Interview beim Rockavaria in München auch dementsprechend begeistert, dass er das jüngste Bandmitglied gleich wider Erwarten zum Gespräch mitschleppt. Dabei ging es nicht nur um The Darkness und Queen, sondern auch um Biker- Festivals, den schleichenden Tod des Rock und - Falco.

"Krone": Mit "Last Of Our Kind" ein neues Album und mit Rufus Taylor ein brandneuer Drummer, der erst seit Ende April bei The Darkness ist. Wie seid ihr zusammengekommen?
Justin Hawkins: Ehrlich gesagt haben wir nach dem ultimativen The- Darkness- Drummer gesucht. Wir hatten verschiedene Kandidaten, das war ein bisschen wie bei der King- Arthur- Sage. Es war wichtig, dass der Drumstick in König Artus' Stein landet und das vermag nur der richtige zu machen. Emily Dolan Davies, die unser Album eingespielt hat, war großartig, aber es hat einfach nicht gepasst. Sie war einfach nicht die richtige, das hat aber nichts mit ihrem Geschlecht zu tun. Bei Rufus hat die Chemie sehr schnell gepasst. Wir haben die Zusammenarbeit probiert und sie hat funktioniert, hervorragend sogar.
Rufus Taylor: Es war eigentlich ziemlich witzig, wie ich zu den Jungs gestoßen bin. Ich war gerade in Sydney und Justins Bruder Dan hat mich angerufen, dass ich nach Europa zurückfliegen soll. Wir hatten zwei Tage später ein Konzert und ich konnte ja kaum Songs von den Jungs. Ich habe die Songs und Rhythmen also während des Fluges auf meinen Knien eingeübt und damit einige Leute um mich herum wahnsinnig gemacht. Aber das hat sich ausgezahlt, ich habe die Jungs dann in London getroffen, wir haben ein paar Stunden weitergeübt und am Abend den Gig gespielt.

"Krone": Ist es für dich schwieriger bei The Darkness zu spielen als mit deinem Vater Roger bei Queen? Kann man das vergleichen?
Taylor: Die Musik hat schon Ähnlichkeiten, aber es ist auch anders. Bei The Darkness kam vor allem der Stress dazu, die Songs in so kurzer Zeit zu lernen. Es ist toll mit den Jungs zusammenzuspielen und ich habe mich schnell an die Parts hier gewöhnt. Außerdem verarschen wir uns gegenseitig und das ist witzig. (lacht)
Hawkins: Wir waren früher viel zu nett zu uns, das war immer ein Problem in der Band. Als Rufus in die Band kam, pissten wir uns plötzlich an. Eine Person hat die gesamte Dynamik der Band verändert. Es ist alles einfach viel lustiger geworden.

"Krone": Aber es kann doch schon aufgrund der Bruder- Situation zwischen dir, Justin, und Gitarrist Dan unmöglich sein, zu nett zueinander zu sein.
Hawkins: Ja, das ist schon schwierig. Es ist aber nicht so wie bei den Gallaghers. Wir verprügeln uns zumindest nicht gegenseitig. (lacht) Die Situation ist aber eine besondere, denn es gibt sehr wenige Jobs, wo Brüder zusammenarbeiten. Es ist eine unübliche, aber keine schwierige Sache.

"Krone": Rufus, du arbeitest bei Queen mit deinem Vater zusammen. Das kann manchmal sicher auch schwierig sein?
Taylor: (lacht) Nein, eigentlich macht das Spaß. Für mich war schon die Chance, mit Queen zu spielen, sehr speziell.

"Krone": Wirst du jetzt dann nicht die Südamerika- Tour mit Queen spielen, da du jetzt bei The Darkness bist?
Taylor: Das ist nur ein Monat und ich habe mit den Darkness- Jungs darüber gesprochen, es geht sich eigentlich perfekt aus.
Hawkins: Wir haben ein paar Pläne verändert, um das passend zu machen, weil wir nicht wollen, dass jemand anders die Rolle von Rufus übernimmt. Wir warten gerne auf Rufus, das ist es uns wert.

"Krone": "Last Of Our Kind" ist ein wirklich sehr starkes neues Album, das ihr hauptsächlich in Irland geschrieben habt. Das erste Mal?
Hawkins: Ja, das war eine Premiere. Wir haben versucht, die Songs zwischen den Konzerten zu spielen, aber das hat sich als zu schwierig herausgestellt. Wir haben uns dann in Irland Zeit dafür genommen und das Resultat dürfte unser bestes Werk sein. Sogar besser als das Debüt. Das erste Album, "Permission To Land", haben wir auch sehr schnell aufgenommen und es war sehr roh, aber wir waren nicht mit allen Songs zufrieden. "Last Of Our Kind" haben wir aber auch innerhalb eines Monats aufgenommen. Wir haben alles sehr schnell in einem Studio eingespielt und es ist dadurch sehr echt geworden.

"Krone": Rufus, würdest du an den Drums auf dem Album etwas ändern, nachdem du es nicht eingespielt hast?
Taylor: Nein, es ist wirklich großartig geworden. Emily hat das großartig gemacht und ihre Parts passen perfekt zu den Kompositionen.
Hawkins: Wir wollen auch mit Rufus ein Album einspielen und beginnen noch diesen Monat daran zu schreiben. (lacht) Wir hatten zuletzt ein Jahr Zeit für eine Pause, aber den Luxus gibt es dieses Mal nicht, wir arbeiten gleich weiter. Wir werden noch im Juni nach Irland gehen, um mit Rufus viele Megahits einzuspielen. Wir müssen die Energie weiterfließen lassen, schließlich sind wir The Darkness.

"Krone": Es gibt also schon nächstes Jahr ein neues Album?
Hawkins: Superhits brauchen ihre Zeit. Wir sollten noch nicht zu viel verraten. Ende des Sommers wollen wir die Songs geschrieben haben, dann kommen die Vorbereitungen und hoffentlich geht sich das noch vor Weihnachten 2016 aus.

"Krone": Hoffentlich ohne Weihnachtslieder darauf?
Hawkins: Wir haben schon einen gemacht. Aber geplant ist jedenfalls nichts.

"Krone": Fühlt sich die Situation für euch neu an? Ist es eine Art Neustart für die Band?
Hawkins: Es fühlt sich so an wie zu der Zeit, bevor wir berühmt wurden. Es ist alles sehr aufregend. Wir wollen so viele Ärsche wie möglich treten und haben ja auch einiges verändert. Du verlierst den Sinn für die Realität, wenn du berühmt wirst. Ich erinnere mich noch an meine ersten Interviews damals. Als man mich frage, was ich denn mache, wenn ich gerade nicht auf der Bühne stehe sagte ich: "Naja, ich ziehe mir Kokain über Steve Nicks Arsch rein. Auf einer Jacht in St. Tropez". Heute würde ich so etwas nicht mehr sagen, weil es einfach Blödsinn ist. Wir haben einfach aufgehört, dämliche und fürchterliche Kommentare in Interviews abzulassen. (lacht) Wir haben viel Spaß und das merkt man auch, das gefällt den Fans. Sie würden sich mit The Darkness nicht identifizieren können, wenn wir zu ernst wären.

"Krone": Wenn du sagst, dass du dich jetzt mehr um die Dinge kümmerst, die du sagst – wie stark hat dich das Vatersein verändert?
Hawkins: Wenn du einmal Kinder hat, dann machst du dir einfach mehr Gedanken über dein Verhalten. Wenn dein Kind mal weinend an deinem Grab steht, dann soll es sagen, dass sein Vater großartig war. Du willst, dass es stolz auf dich ist. Auf das, was du gesagt und gemacht hast. Es soll auch stolz auf meine Musik und mein Vermächtnis sein.

"Krone": Justin hat seine Tochter gerade auf sich sitzen – Rufus, kannst du dich noch daran erinnern, wie du auf Rogers Schoß gesessen bist?
Taylor: So genau nicht mehr, aber natürlich blieben mir gewisse lustige Momente in Erinnerung. Ich wurde schon sehr früh, aber auch sehr sicher in diese Welt der Musik eingeführt.
Hawkins: Unsere Drummerin Emily kam aus einem, sagen wir "normaleren" Background – da war nichts so verrückt wie bei uns, sondern besser organisiert. Rufus ist die Welt der Musik einfach gewöhnt und passt besser zu uns. Er ist bei uns eingetaucht und schwimmt jetzt – sehr sehr gut. (lacht)

"Krone": "Last Of Our Kind" ist ein sehr rohes, ursprünglich produziertes Album. Warum seid ihr dieses Mal so geerdet vorgegangen?
Hawkins: Am Ende hat halt einfach das Geld für mehr gefehlt. (lacht) Es ist heute so einfach, mit Pro Tools alles wuchtiger klingen zu lassen und zu ändern. Ich denke, die Produktionen gehen heute in die falsche Richtung. Selbst Rockbands werden schon so produziert, dass sie am Ende wie Pop klingen. Das wollten wir unbedingt verhindern, das wäre keine Option für uns.

"Krone": Rufus, kannst du dich daran erinnern als du das erste Mal The Darkness gehört hast?
Taylor: Ja klar, das war beim Debütalbum. Ich habe es geliebt und das hat sich nicht geändert. Ich war immer Fan der Musik und habe mich gefreut, dass The Darkness oder auch die Foo Fighters im Radio gespielt wurden, das kommt heute ja kaum mehr vor. Es war ziemlich lustig, diese Songs zu lernen, weil es schon länger her war, dass ich sie gehört habe.

"Krone": Die Kurzfristigkeit beim Einüben muss ja heftig gewesen sein. Dafür hattest du nur wenig Zeit, um zu lange darüber nachzudenken.
Taylor: Das erste volle Set mit den Jungs habe ich in St. Tropez bei einem Harley- Davidson- Festival gespielt.
Hawkins: Biker sind eine ziemlich harte Crowd.

"Krone": Hast du deinen Vater um Rat gefragt als es an die ersten The- Darkness- Shows ging, Rufus?
Hawkins: Mann, du führst hier tatsächlich ein Queen- Interview. (lacht)
Taylor: Nein, ich habe etwas getrunken, war etwas nervös, aber sonst war alles fein. Ich brauchte keinen extra Zuspruch oder so etwas. Es ist ganz normal, dass es eine gewisse Zeit dauert, bist du dich bei etwas Neuem sicher und gefestigt fühlst. Ich habe aber jeden Moment genossen.

"Krone": Justin, du bist ein sehr exaltierter Frontmann und das seit mittlerweile 15 Jahren. Gibt es da noch Momente und Situationen, wo du dich unsicher fühlst?
Hawkins: Ehrlich gesagt bin ich niemand, der sich schnell verunsichern oder ärgern lässt. Ich liebe es, wenn die Situation etwas furchtbar wird oder etwas außer Kontrolle gerät, nicht nach Plan läuft. Wenn etwas zu perfekt läuft bin ich schon froh, wenn etwas daneben geht, das entspricht meinem Naturell. Keiner will eine perfekte Band sehen, das ist ja nicht echt und fühlt sich irgendwie nicht richtig an. Ich will nicht, dass sich die Menschen verletzen, das würde zu weit gehen. Aber ich mag es, wenn sie sich aufregen oder die Situation etwas eskaliert. (lacht)

"Krone": Da hast du sicher genug Erfahrungen bei den Pub- Shows in England zu Karrierebeginn gemacht?
Hawkins: Ja, das war alles immer sehr intim und ich kann mich teilweise noch sehr gut daran erinnern.

"Krone": Würdest du mit dem Wissen von heute etwas anders machen, wenn du zurückdenkst?
Hawkins: Ich habe schon einiges geändert, das war auch nötig, um zum gegenwärtigen Punkt zu kommen.

"Krone": Wenn dir vor zwölf Jahren jemand gesagt hätte, dass du genau jetzt hier stehst, hättest du ihm geglaubt?
Hawkins: Gute Frage – aber vor neun Jahren hat sich alles geändert. Heute sehe ich viele Dinge aus einer anderen Perspektive.

"Krone": Was sagst du eigentlich dazu, dass eure neue Single "Open Fire" wirklich gewaltig nach dem The- Cult- Hit "She Sells Sanctuary" klingt?
Hawkins: Musikalisch gibt es überhaupt keine Ähnlichkeiten, höchstes von Sound her, dort schon. Die Chords sind völlig anders. Allein der Gitarrensound verhindert es schon, dass der Song ein Rip- Off ist. Ich weiß das genau, weil ich sehr lange Jingles für Werbungen komponiert habe und dort immer sehr genau aufpassen musste. Einer meiner Freunde ist The- Cult- Gitarrist Billy Duffy. Ich liebe den Typen und er zählt zu meinen größten Helden. Ich bin mir sicher, er hat die Lage genau überprüft und mir zudem bis heute keine Beschwerde gesendet.

"Krone": Würdest du sagen, dass eure letzten beiden Alben überproduziert waren?
Hawkins: Das zweite Album auf jeden Fall. Wir wollten das damals aber so, weil es einfach gepasst hat. Die Songs waren eigentlich auch schwächer und ich finde es witzig, dass sich das Album mehrere Millionen Mal verkauft hat. Wir haben aber eine Menge Klassiker drauf und es war eine tolle Erfahrung, auf diesem Weg zu arbeiten. Wir haben aber derzeit keine Ambitionen, das zu wiederholen.

"Krone": Musik wie eure kommt – wie besprochen – im Radio kaum mehr vor. Seht ihr euch heute als eine Art Außenseiter im Musikgeschäft?
Hawkins: Wir waren Außenseiter, dann plötzlich Insider und jetzt doch wieder Außenseiter. Es war irgendwie so als ob sie an einem kalten Tag die Türen einer Hotellobby getauscht hätten, in dem Moment, wo wir gerade draußen standen. Aber an heißen Tagen möchte man manchmal ja auch gerne draußen sein oder? (lacht) Wir sind aber so auf die Gegenwart und unsere derzeitige Musik fokussiert, dass uns das ziemlich egal ist. Es ist gut, wie es ist. Du kannst in diesem Business lange mitspielen, wenn du eine Pop- Sensation bist und mit dem Trend mitmarschierst. Viele machen das und halten sich daran fest – als Beispiel können wir Maroon 5 heranziehen. Sie haben als eine Art Pop/Rock- Band begonnen, kein dummer Pop, sondern etwas Eingängiges, das Leute mögen. Heute klingen sie wie Disco- Musik. Alles ist extrem überproduziert. Das haben sie gemacht, um an der Spitze zu bleiben – wir aber nicht. Wir haben eigentlich alles verschissen. Ich bin aber lieber in The Darkness als in Maroon 5, weil die Fans von Maroon 5 unmöglich mit der ganzen Entwicklung zufrieden sein können. Aus finanziellen Gründen wäre eine Teilnahme bei Maroon 5 natürlich lukrativ, aber ich will lieber sorgenfrei in die Spiegel blicken können. Coldplay ist noch so ein Beispiel, dass sich von einer Rockband verstärkt zu einer synthesizerbehangenen Dance- Truppe verwandelt hat, die überproduziert ist. Jede Rockband, die den Erfolg greifen und halten will, bewegt sich vom Rock weg. Ich werde lieber gehäutet und mache immer noch Rock, als das ich unbeschreiblich reich bin und einen Palast am Strand von Miami habe, aber dafür alle Prinzipien über Bord werfe.

"Krone": So ging es einst ja auch Queen mit "Radio Gaga", das klar Richtung Pop schielte und nichts mehr mit den ersten beiden Alben zu tun hatte. Auch da waren die kritischen Stimmen sehr laut.
Hawkins: Aber die waren nicht von tanzorientierter Musik inspiriert. Das Album haben sie ja in Berlin produziert oder?

"Krone": In München und New York.
Hawkins: Die Deutschen gehören ohnehin zum loyalsten und treuesten Publikum.

"Krone": Aber nicht nur in Deutschland, auch in Österreich verkaufen sich Rock- Acts wirklich gut. Hip Hop oder R&B läuft bei uns nur unter ferner liefen.
Hawkins: Es ist eine Schande, das Falco nicht mehr lebt – das war ein Genie. Meine Frau ist eine Deutschschweizerin und sie liebt Falco, so habe ich auch Zugang zu seiner Musik gefunden.

"Krone": Deine Frau hat dir Falco nähergebracht?
Hawkins: Nein, ich habe ihn schon als Kind gehört, aber sie hat mich quasi noch einmal neu darauf gebracht. Er hat brandneue musikalische Territorien geöffnet und wurde oft übersehen. Wir haben darüber nachgedacht, ein Cover zu machen von "Der Kommissar".

"Krone": Die Kritiker haben seine Musik anfangs aber nicht gemocht.
Hawkins: Wenn es etwas gibt, das ich liebe, dann Kritiker. (lacht) Falco muss in Österreich aber eine Legende sein.

"Krone": Ist er auch, aber erst so richtig, seit er 1998 verstorben ist. Das geht ja vielen großen Künstlern so.
Hawkins: Was eine Schande ist.

"Krone": "Rock Me Amadeus" könnte also am nächsten The- Darkness- Album stehen?
Hawkins: Könnte sein. Aber eher "Der Kommissar". Es wäre nett, diesen Song englischsprachig wiederzubeleben.

"Krone": Es gibt bereits eine englische Version von "Der Kommissar" von einer holländischen Band. After The Fire hießen sie. Es ist interessant, dass noch heute Menschen außerhalb Österreichs über Falco Bescheid wissen.
Hawkins: Sogar ich, und ich lebe seit einiger Zeit in der Schweiz.

"Krone": Hast du dich schon mit der deutschen Sprache arrangiert?
Hawkins: Ich habe ein bisschen was von dem Schweizer Dialekt verinnerlicht, aber das klingt ja nicht unbedingt wie herkömmliches Deutsch.

"Krone": Du könntest ja "Der Kommissar" auf Englisch mit Schweizer Dialekt covern.
Hawkins: (lacht) Und dann in Österreich aufnehmen. Aber wir denken darüber nach.

"Krone": Rufus, sind nach der Südamerika- Tour noch weitere Dates mit Queen geplant?
Taylor: Keine Ahnung, das müssen die Jungs entscheiden. Ich hoffe schon. Wir haben auch schon viel gemacht, vielleicht kommt Nordamerika noch dran, aber da bin ich überfragt.
Hawkins: Vielleicht spielen wir zwischen den Queen- Touren mit The Darkness hier und da. Vielleicht auch gemeinsam mit Queen. Rufus, du musst dann jeden verdammten Abend zwei Sets spielen. Dazu noch Meet & Greets und Interviews. Das musst du schon aushalten. (lacht)

"Krone": Es ist schade, dass The Darkness nicht nach Österreich kommen und noch nichts geplant ist.
Hawkins: Am Ende dieses Jahres werden wir wahrscheinlich durch Amerika und England touren. Danach sollte es in Resteuropa weitergehen und da wird Österreich definitiv dabei sein – hoffentlich auch meine neue Heimat Schweiz.

"Krone": Vermisst du auf Tour deine Frau und dein Kind?
Hawkins: Ich kann das noch gar nicht wirklich beantworten, weil ich derzeit das erste Mal als Vater unterwegs bin. Hier in München beim Rockavaria sind die beiden ja dabei, aber immer wird das natürlich nicht gehen. In Australien, bei den ewig langen Flugzeiten wird es nicht möglich sein, sie immer dabei zu haben. Europa ist nicht so riesengroß, da kannst du sehr oft zu deiner Homebase zurück, was viele Dinge einfacher macht.

29.06.2015, 17:03
Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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