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25.07.2017 - 14:57
Foto: napalm records, Ingo Pertramer

Russkaja setzen auf "Peace, Love And Russian Roll"

17.07.2015, 17:00
Seit zehn Jahren machen Russkaja mit ihrer Mischung aus Rock, Ska und folkloristischen Elementen nicht nur hierzulande die Bühnen unsicher. "Man denkt sich: Was, schon zehn Jahre? So schnell ist es vergangen?", schmunzelt Sänger Georgij Makazaria darauf angesprochen. Müdigkeitserscheinungen sind auf dem neuen, vierten Album "Peace, Love And Russian Roll" jedenfalls nicht zu erkennen.

"Wenn man so geile Sachen macht, vergeht die Zeit schnell. Ich habe eher das Gefühl, dass es gerade vier Jahre oder so sind", betont Makazaria im Gespräch mit der APA. Außerdem könne man sich eine gewisse jugendliche Unbekümmertheit auch durch die Mitmusiker erhalten, wie er mit Verweis auf Schlagzeuger Mario Stübler meint. "Der ist wirklich sehr fresh." Und auch die am 24. Juli erscheinende Platte mit ihren zwölf neuen Stücken präsentiert die Gruppe als nach wie vor hungrig und neugierig.

Massig Material

"Wir sagen ganz gern: Nach dem Album ist vor dem Album", lacht Gitarrist Engel Mayr, der gemeinsam mit Makazaria hauptverantwortlich für das Songwriting zeichnet. Nach "Energia" (2013) habe man sich recht bald wieder zusammengesetzt und an Ideen gefeilt. "Am Ende brachte das 30 oder 35 neue Songs beziehungsweise Layouts, aus denen wir das Beste und Stärkste ausgewählt haben." Mit den restlichen Bandmitgliedern ging es dann ans Ausarbeiten dieser Skizzen.

"Da verändern sich die Dinge aber gar nicht mehr so stark", ergänzt Mayr. "Natürlich dort und da ein paar Melodieführungen, manchmal macht man auch einen Teil kürzer oder länger. Aber eigentlich sind das in erster Linie Arrangementgeschichten." Routine habe er jedenfalls nie verspürt. "Aber ich hatte ein paar Punkte vor Augen, die ich auf dem Album umsetzen wollte. Wenn ich mir die Songs jetzt anhöre, denke ich mir: Ja, geschafft." So wollte der Gitarrist etwa ein stärkeres Akustikelement einbauen, "das hat total gefruchtet". Dabei gehe es auch um "Herausforderungen im positiven Sinn, weil man dadurch frisch bleibt und eine Aufgabe hat".

Primär ankreuzen

Zusätzlich haben Makazaria und Mayr das Album selbst produziert. "Das ist natürlich ein ganz anderes Level an Arbeit gewesen", resümiert der Sänger, wobei sein Kollege einwirft: "Das ist uns einfach passiert. Wir waren so intensiv in dem Ding drinnen, dass wir uns gesagt haben: Okay, wir haben einfach den Überblick, das machen wir jetzt." Im ersten Durchgang ungewohnt erscheint eine Nummer wie "There Was A Time", die für Russkaja- Verhältnisse geradezu poppig daherkommt. "An die Charts denkt man nicht, wenn man so etwas schreibt", sagt Mayr. "Genau. Wenn es in die Charts geht, ist das natürlich ein Lotto- Sechser oder -Fünfer, je nachdem, wie lang es drinbleibt", unterstreicht Makazaria schmunzelnd. "Aber sonst kreuzt man einfach mal an."

Zudem fügt sich die Nummer harmonisch in das Gesamtbild, das nach wie vor treibende Rock- 'n'- Roll- Nummern bereithält, reichlich Tanzbares liefert und insgesamt eindeutig als Russkaja zu identifizieren ist. "Ich glaube, dass wir ein bisschen abseits von Trends stehen", erläutert Mayr. "Das ist für Chartplatzierungen vielleicht nicht unbedingt förderlich, aber für ein kreatives, längerfristiges Musikmachen total super. Wir können uns etwas herausnehmen, mit den Alben in unterschiedliche Richtungen gehen und müssen gar nichts machen."

Friedensbotschafter

Textlich gibt die Band gerne den Völkervermittler, ohne dabei belehrend oder tadelnd in Erscheinung zu treten. "Früher war mir das nicht so wichtig, aber die Botschaft des Friedens und Pazifismus' ist einfach wichtig für unsere Welt", meint Makazaria. "Wir als Band, bei der man die Zugehörigkeit ein wenig in den Namen hineininterpretieren könnte, stehen da für ein Land, das derzeit ein sehr schlechtes Image zugewiesen bekommt. Es ist nicht so, dass wir dagegen politisch ankämpfen wollen - das macht keinen Sinn. Wir wollen das musikalisch tun. Wir bringen russische Musik für gute Gesundheit und für den Frieden zuhause."

Recht kritisch geht der in der ehemaligen Sowjetunion geborene Sänger mit den Medien ins Gericht. "Sie sind voll von vorgefassten Meinungen. Die werden uns heutzutage vorbereitet und präsentiert, wir brauchen das dann nur noch zu schlucken. Es gibt aber nicht nur eine Wahrheit, sie hat viele Facetten." Ein Urteil liege ihnen als Künstler allerdings fern, so Makazaria. "Wir wollen keine politischen Themen anschneiden. Vielleicht erwähnen wir etwas oder zeigen etwas auf, aber urteilen, das kann dann der Hörer."

17.07.2015, 17:00
AG/frö
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