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02.12.2016 - 20:15
Foto: Andreas Graf / Video: krone.tv

Roger Cicero: "Ich habe offenbar nicht genug gelernt"

28.10.2011, 10:04
Steriler Swing, getragen von opulentem Big-Band-Sound - eh nett, aber für einen Mann von Welt wie Roger Cicero auf Dauer ein bisserl monoton. Entsprechend peppte der "König des Swing" sein neues Album "In diesem Moment" mit Balladen-, Pop- und sogar Disco-Elementen auf. Beim Besuch bei krone.at sprach Roger Cicero über den Stilwechsel auf der neuen Platte, seinen späten Durchbruch als Solokünstler und die Herausforderung, Familie und Tourleben zu vereinbaren.

"Das Baby ist also kurz vor der Entbindung. Das ist ein sehr aufregender Moment." Es hat etwas von einem fünfjährigen Dreikäsehoch, der mit leuchtenden Augen den Christbaum anhimmelt, wenn Roger Cicero über sein neues Werk fabuliert (siehe auch Video). Trotz millionenfach verkaufter Platten, etlicher Tourneen und stapelweise Ehrungen bzw. Auszeichnungen hat das Musik- Business den nonchalanten Feschak keineswegs abgestumpft. Cicero spricht von seinem fünften Album, als wäre es sein allererstes. Ist es ja auch irgendwie, sagt er: "Ich habe sehr viel geändert. Es sind neue Produzenten am Start, ich habe mit völlig neuen Komponisten und Textern zusammengearbeitet und das war sehr spannend." Das süffige Substrat: weniger Swing, weniger Big Band, dafür mehr Mainstream, mehr Melodiöses.

"Ich wollte den Big- Band- Sound aufbrechen"

Warum dieser Sinneswandel? "Ich habe bei den jüngsten drei Alben den Big- Band- Sound nie in den Hintergrund treten lassen. Der war immer sehr vordergründig. Das war sehr schön und hat extrem Spaß gemacht. Aber ich wollte den Sound jetzt ein wenig aufbrechen und es nicht mehr typisch nach 50er- , 60er- Jahre klingen lassen", erklärt Cicero, der allerdings zugleich betont, dass sich der "alte" Roger Cicero, der mit dem Swing- Rhythmus im Blut, keineswegs ins Nirvana verabschiedet hat. "Wir werden live weiterhin die alten Nummern spielen, das ist ja ganz klar. Die Band ist ja auch dieselbe geblieben." Und überhaupt: "Es waren schon immer dieselben Komponenten in meiner Musik vorhanden. Es war immer eine Mischung aus Pop, Swing, Jazz, vielen Bläsern und souligen Einflüssen. Das ist auch bei diesem Album identisch geblieben, nur die Gewichtung ist etwas anders. Das empfinde ich als eine schöne Weiterentwicklung."

Eine Entwicklung, die vor einigen Jahren noch undenkbar schien, glückte dem heute 41- Jährigen der Durchbruch als Solokünstler doch erst mit Mitte 30. Womit er "überhaupt nicht mehr" gerechnet hat. Selbst nach den Aufnahmen zu "Männersachen", dem Album, das ihm 2006 Fünffach- Gold bescherte, sei er noch skeptisch gewesen. "Ich habe zwar alles gegeben und mich mit voller Hingabe diesen Aufnahmen gewidmet, aber ich war sehr gespannt und doch eher skeptisch, inwieweit das jetzt angenommen werden würde. Ich dachte, dass sich das alles sehr langsam entwickeln würde. Aber dass das Ganze eine derartige Welle ausgelöst hat, hat mich total überrascht."

Klein- Roger war oft einsam

Überrascht hat Cicero seinerzeit auch, dass in Holland, wo er sein Musikstudium absolvierte, sein bereits verstorbener Vater Eugen, begnadeter Jazz- Pianist, ein weitgehend unbeschriebenes Blatt war. "Was im Nachhinein aber ein großer Segen für mich war", bekundet Roger heute: "So war ich zum ersten Mal in meinem Leben auf mich selbst gestellt. Ich wurde nicht sofort mit meinem Vater in Verbindung gebracht und an ihm gemessen. Das war für mich super."

Unter dem Musiker- Leben seines Vaters, das viele Tourneen und Auslandsaufenthalte beinhaltete, litt Cicero ziemlich stark. Er fühlte sich als Kind oft einsam. Was Roger, mittlerweile selbst Vater eines Sohnes, daraus lernen konnte, um ein besserer Vater zu sein? "Offenbar habe ich daraus zu wenig gelernt", gesteht er augenzwinkernd. "Die Tourneen meines Vaters waren aber meist länger als meine. Ich bin maximal zwei Wochen am Stück von zu Hause weg – das ist schon noch eine überschaubare Zeit." Die Familie stellen die Tourneen trotzdem auf eine Probe. "Es wird nicht gerade mit Jubelausbrüchen bekundet, wenn ich mal wieder auf Reisen bin."

"In Österreich geht's viel schneller zur Sache"

Sehr wohl Jubelausbrüche wird es geben, wenn Roger Cicero im April im Zuge seiner "In diesem Moment"- Tour nach Österreich kommt (11. April TipsArena Linz, 12. April Stadthalle Graz, 13. April Stadthalle Wien). Und auch er selbst freut sich schon sehr darauf. Denn: "Das österreichische Publikum ist noch euphorischer als das deutsche. Da geht's viel schneller zur Sache." Na dann viel Spaß!

28.10.2011, 10:04
Michael Fally
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