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10.12.2016 - 22:56
Foto: Christoph Andert

Rob Smith & Co. live in Wien

24.02.2008, 16:10
Wer am Samstagabend alle Lieder mitsingen konnte, der darf sich wahrlich als "Riesenfan" von The Cure bezeichnen. Die britische Kultband um Robert Smith lieferte sich in der BA-CA-Halle der Wiener Gasometer eine phänomenale, dreistündige Show mit über 30 Songs auf der Setlist. Faszinierend: Trotz Überlänge verging die Zeit wie im Fluge.

Dicht gedrängt standen knapp 3500 Fans in der übervollen Konzerthalle beieinander, der Raum von unnötigem Ballast wie Bierständen oder Sicherzeitszonen vor den Ausgängen befreit. Beim Eintreten konnte man von Glück reden, wenn man der letzten Reihe nicht gleich beim ersten Schritt auf die Fersen trat.

Grund für die Maximalauslastung war einerseits der Riesenandrang auf die Konzertkarten - es schien, als hätte man bei der Errechnung des Stehplatzkartenkontingents auch die Treppen und jeden Windfang in den Eingangsbereichen mit einbezogen - des weiteren brauchten The Cure mit ihrer tiefen Bühne mehr Platz als etwa KoRn oder die Queens Of The Stone Age, die Mittwoch und Donnerstags ebenfalls im Gasometer zu Gast waren. Ursprünglich hatte die Band sogar noch fünf Meter zusätzliche Tiefe für ihr über und über mit Scheinwerfern drapiertes Oval- Gerüst gefordert, man konnte den Roadies aber klar machen, dass Zuschauerräume keine Legebatterien sein dürfen.

Dank ausreichender Frischluftzufuhr und eines angenehm kultivierten Publikums, das sich die gute Stimmung aus den Darbietungen zog anstatt aus dem Zapfhahn, darf die Atmosphäre letztendlich sogar als "kuschelig" beschrieben werden. Dafür sorgten der mit zunehmend heiterer gewordenem Gemüt über die Jahre zunehmend breiter und schütterer gewordene Smith und die beiden Original- The- Cure Mitglieder, der als Domina in Mieder und Rock gekleidete Lead- Gitarrist Porl Thompson und Bassist Simon Gallup, speziell in der ersten Hälfte des Konzerts: Hits wie "Lullaby", "Lovesong", "Pictures Of You" und ihre beiden größten Radiokracher "Friday I'm In Love" und "Just Like Heaven" wurden in Salven abgefeuert, begleitet vom Farbrausch der Scheinwerfer, die eine ungewohnt nicht- düstere Atmosphäre erzeugten. Im bunt gemischten, dennoch vornehmlich aus Mittdreißigern bestehenden Publikum ließen sich Pärchen erblicken, die wohl schon 1989 zu "Lullaby" noch als Teenager die Körper in der Diskothek aneinanderschmiegten und jetzt mit dem gemeinsamen Spross als Bildschirmhintergrund Handyfotos der Band machten.

Soundmäßig überraschten The Cure, denen auch in Wien ihr seit über zehn Jahren treuer Live- Drummer Jason Cooper zur Seite stand. Da die Briten ohne Keyboarder auftraten, erwartete man zunächst, dass bei kritischen Songs à la "Lullaby" die charakteristischen Synthiepassagen eventuell vom Band kommen würden. Aber nichts da: Rob Smith und Porl Thompson ersetzten die Tastenmusik restlos durch ihre Gitarren. Wo ein bisschen mehr Fülle notwendig war, wurden die Licks leicht abgeändert, beim Sound setzte man verstärkt auf "clean" um das Ganze knackig und melodiös klingen zu lassen. Vor allem den Songs, die um die Synthie- verrückten Spätachtziger herum entstanden waren, stand die Frischzellenkur außerordentlich gut.

Waren es in der ersten Hälfte die Popsongs, so feierten The Cure in der zweiten Hälfte - inklusive der zwei schon im Set eingeplanten Zugabenblöcke - New Wave und Punk ab. "Shake Dog Shake", "One Hundred Years", "The Holy Hour", "A Forest", gegen Ende hin ein um gut 20 beats per minute langsamer gespieltes "Boys Don't Cry", bei dem die jubelnden Zuschauer in jede einzelne Synkope eintunken konnten, und zum Schluss ein forsches "Killing An Arab".

Das dreistündige Konzert war schlichtweg monumental, fast zu gut, um nur eines von vielen zu sein. Im Hinblick auf das noch diesen Frühling erscheinende neue Studioalbum von The Cure dürfen sich Fans, die diesmal keine Karten ergattert haben, jedoch berechtigt Hoffnung machen, dass es nicht die letzte Cure- Show auf österreichischem Boden gewesen ist. Hoffentlich.

Christoph Andert

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