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03.12.2016 - 09:14

Rancid: "Let the Dominoes Fall"

08.07.2009, 14:39
Rancid ist wieder da! Und nein: Die vier Kalifornier klingen noch immer nicht abgestanden und schal – wie der Name seit jeher vermuten ließe - sondern frisch in den Ohren wie die gute Butter am Brot. Mit ihrem siebten Studio-Album "Let the Dominoes Fall" veranstalten die Jungs eine beeindruckende Werksschau quer durch all ihre Schaffensperioden und zeigen, dass sie auch im Jahr 2009 noch relevanten Punkrock zum Besten geben.

Den riesigen Erfolg ihrer Kollegen Green Day, die auch die Cali- Punkwelle der 90er Jahre an die Oberfläche spülte, werden Tim Armstrong, Lars Frederiksen, Matt Freemann und Neo- Drummer Branden Steineckert (Ex- "The Used") wohl nie einfahren. Und das liegt nicht an der Qualität ihrer Songs. Vielmehr sind sie einfach zu authentisch dafür. Denn neben des wunderbaren Pop- Appeals vieler Melodien auf Album Nummer sieben bleibt eines trotzdem klar: Rancid ist und bleibt eine Punkrock- Band, die wohl nie in die Tiefen des Stadionrock abtauchen wird.

Eine junge Freundin sagte einmal: "Die klingen irgendwie schief!" Und Recht hatte sie damit, denn genau das tut diese Band immer noch und das ist auch gut so. So bietet "Dominoes" einen Stilmix, der sich gewaschen hat: Zwischen bekannt druckvollen Rancid- Krachern ("You Want it, You Got it", "Locomotive") und an The Clash erinnernden Liedern findet sich auch der eine oder andere Ska- Song, wunderbar mit Orgel und Bläsern in Szene gesetzt ("Up to No Good"). Und auch Hip- Hop- Elemente haben sich wie schon beim Vorgängeralbum "Indestructible" unter die 19 Songs geschlichen. So zu hören in "I ain‘t Worried".

Größte Überraschung mag vielleicht die Country- Nummer "Civilian Ways" sein, die man so von den Punkern vielleicht nicht erwartet hätte. Nichtsdestotrotz besticht diese Nummer –  wie das ebenfalls akustisch gehaltene "The Highway" - durch ihr besonderes Feeling. Offensichtlich müssen die vier nicht mehr beweisen, zu den härtesten Streetdogs unter der Sonne zu gehören und können es ruhiger angehen lassen - ganz ohne sich sorgen zu müssen, von den anderen Punks deshalb gehänselt zu werden.

Denn eines zeigen die rund 45 Minuten Spielzeit der neuen Scheibe deutlich: In den 90ern haben es Rancid sicherlich wilder krachen lassen als heute. Aber die vier Herren sind eben nicht nur älter sondern auch reifer geworden, was sich in dieser vielseitigen und melodiösen Platte niedergeschlagen hat. Auch textlich präsentiert sich die Bay- Area- Legende diesmal betont nachdenklich: Der Krieg im Irak, der Niedergang der amerikanischen Arbeiterschicht und auch die Katastrophe von New Orleans werden zum Thema – und zwar ganz ohne die Verwendung von vornehmlich plakativen Slogans, wie sie einige Kollegen der Kalifornier nur zu gerne benutzen.

Fazit: "We got it right, you got it wrong. We’re still around, last one to die", singt die Band in der ersten Single "Last One to Die". Und recht haben die vier Musiker, denn mit "Let the Dominoes Fall" liefern Rancid ein wirklich feines Punkrockalbum ab, das nicht nur einen wunderbaren Soundtrack für den Sommer abgibt, sondern sich auch neben Klassikern der Band nicht zu verstecken braucht. Über die Fähigkeiten der Musiker muss sowieso nicht mehr diskutiert werden – Matt Freemans Bassspiel findet nach wie vor in einer eigenen Liga statt – und auch der neue Drummer fügt sich nahtlos in das Klangbild der Band ein. Die Neue von Rancid ist jedenfalls ein vielschichtiges, melodiöses, spaßiges und, ja, reifes Album, das zeigt, dass die Band auch im 18. Jahr ihres Bestehens noch etwas zu sagen hat. Kurzum: "Let the Dominoes Fall" ist ein feines Stück Musik.

8 von 10 gutgelaunten Punkrock- Punkten

von Stefan Taferner

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