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19.08.2017 - 23:34

Pharrell Williams und Fans waren mehr als happy

19.09.2014, 05:00
Am Donnerstagabend war der erfolgreichste Charthit-Produzent der letzten Jahre in Österreich zu Gast - Superstar Pharrell Williams kam im Zuge seiner "Dear G I R L"-Tour nach Österreich und hatte neben allen Top-Songs auch sehr viel Liebe für die Frauen und Product-Placement im Gepäck.

Als Musiker, Produzent und Geschäftsmann changiert er nahezu makellos durch die verschiedensten Bereiche finanzieller Bereicherung, und selbst der Urheberrechts- Halbskandal rund um seinen Song "Blurred Lines" und den bekennenden Alkoholiker Robin Thicke konnte ihm keine Kratzer in die glatte Fassade kerben – US- Topstar Pharrell Williams ist eine im Musikgeschäft seltene Kombination aus überbordender Kreativität, untrüglichem Geschäftssinn und einer Art von schwer zu fassender Berührbarkeit. Fans fühlen sich ihm und seinen Kompositionen nahe, wissen, dass er für sie da ist, und sehen in ihm dennoch eine ungreifbare Ikone.

Dünnes Showkonzept

Für seinen zweiten Österreich- Auftritt in der musikalisch noch nahezu jungfräulichen Marx- Halle hat sich der 41- Jährige keine großen optischen Gustostückerl einfallen lassen. Eine riesige, rechteckige Videoleinwand, ein Podest, um sich anfangs feiern zu lassen, und jede Menge agile Background- Tänzerinnen, die den ultimativen Chart- Pop typisch amerikanisch aufpeppen. Der typische US- Stil der "Dear G I R L"- Show ist partiell ermüdend. Hier ein flapsiger Griff in den Schritt, dort kess wackelnde Hintern der eigens vorgestellten Tänzerinnen wie Christina oder Ai, dazu noch politische Predigten mit der sinnbildlich übermittelten Botschaft, dass alles gut wird, wenn man nur an sich glaubt.

Von der im Pop- Business üblichen Devise "Sex sells" kehrt selbst ein Frauenversteher wie Williams nicht ab. Einerseits ist ihm sehr wohl klar, dass ihm gerade das weibliche Publikum stets treu zur Seite stand, und er lobt sie während des Auftritts mehrmals über den grünen Klee, andererseits degradiert er seine Bühnenmitstreiterinnen zu biederem Live- Aufputz, der die relativ hüftsteife Bühnenperformance des bewegungsarmen Frontmanns aufpeppt. Bis auf ein paar bunte Videoeinspielungen und der inflationären Verwendung von Adidas- Produkten, Williams' neuem großen Werbepartner, lässt er hauptsächlich die Musik sprechen.

Bunte Karriererückschau

Dies gelingt ihm dafür ganz hervorragend. In verschiedene Songblöcke aufgeteilt bietet er einen bunten Querschnitt durch seine langjährige Karriere, die in den USA schon florierte, bevor man hierzulande groß Notiz davon genommen hat. Dazu zählen auch legendäre N.E.R.D.- Songs wie "Rock Star" oder "She Wants To Move", bei denen er sogar seinen alten Neptune- Sidekick Shae Haley als besonderen Gast auf die Bühne bittet. Dazu eigene Hits wie "Marilyn Monroe" oder das mit gut 20 aus den Zusehern gewählten Tänzerinnen verstärkte "Hunter" sowie zahlreiche Coverversionen von Nelly ("Hot In Herre") oder Snoop Dogg ("Drop It Like It's Hot").

Federführend ist dabei die engelsgleiche, hohe Stimme von Pharrell Williams, die in den besten Phasen tatsächlich wehmütige Michael- Jackson- Reminiszenzen aufkommen lässt. Zuvorderhand überzeugt er als eine Art männlicher Feminist, der nach fast jedem Song eine hymnische Ode an die Weiblichkeit hält und sich dazwischen auch in den Zuschauerbereich wagt, um auf persönliche Tuchfühlung zu gehen. Eben ein Geschäftsmann, der nicht nur genau weiß, wer sein wichtigstes Zielpublikum ist, sondern auch, wie man es am besten zufriedenstellt.

Keine Berührungsangst

Die wirklichen Hits, die spart sich natürlich auch Williams bis ganz zum Ende der mit 85 Minuten etwas mageren Show auf. Das eingangs erwähnte "Blurred Lines", das angespielte "Hollaback Girl" oder der niemals zur Qual werdende Mega- Ohrwurm "Get Lucky" von seiner Kooperation mit Daft Punk sind dennoch nicht mehr als gute Einheizer für den größten Erfolg seines Lebens, den globalen Smash- Hit "Happy" - politische Hoffnungsbotschaften und ein Tanz- Duett mit einem sichtlich ergriffenen weiblichen Fan inklusive.

Der zuckerbunte Konfettiregen am Ende kann aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwar genügend Hits vorhanden sind, Spielfreude, Motivation und Originalität der Show aber durchaus noch ausbaufähig wären. Happy ist natürlich trotzdem so gut wie jeder der 6.500 anwesenden Pharrell- Fans. Dass die Konkurrenz im Pop- Zirkus vor allem live mehr liefert, wurde nun aber auch erstmals in Österreich augenscheinlich.

19.09.2014, 05:00
Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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